Historisches WM-Aus setzt deutschen Handballern zu

Platz zwölf in Ägypten, so schlecht hat eine deutsche Mannschaft noch nie bei einer WM abgeschnitten. Der schwache Auftritt überlagert die offensiv formulierten Olympiaziele.

Kairo.

Nach der schlechtesten WM-Platzierung der Verbandsgeschichte rückte der Traum vom olympischen Gold in ganz weite Ferne. "Das tut weh", sagte Kapitän Uwe Gensheimer zum zwölften Platz beim Turnier in Ägypten, der nach dem 23:23-Remis gegen Polen im abschließenden Hauptrundenspiel feststand. Dadurch schnitt die Auswahl von Bundestrainer Alfred Gislason noch schwächer ab als 2011 bei der WM in Schweden unter Gislasons Vor-Vor-Vor-Vorgänger Heiner Brand. Damals war die deutsche Mannschaft Elfter geworden.

"Natürlich wäre das schön, wenn es anders wäre. Aber ich kann der Mannschaft keinen großen Vorwurf machen. Das wussten wir alle, welche Probleme auf uns zukommen würden", sagte Gislason. "Die Probleme sind vor allem in der Abwehr immer geblieben. Heute kamen im Angriff welche dazu. Natürlich sind wir mit dem Platz nicht zufrieden." Gegen die international eher zweitklassigen Polen lief bei den deutschen Handballern lange Zeit nichts. Im ersten Durchgang verwandelte die DHB-Auswahl nicht mal die Hälfte ihrer Würfe aus teils besten Positionen. Erst gegen Ende der Partie steigerte sich der Europameister von 2016.

Was bleibt nun von dieser WM? Obwohl das Viertelfinale frühzeitig verpasst worden war, hatte DHB- Vizepräsident Bob Hanning zuletzt mehrfach den Gewinn von Olympia-Gold im Sommer in Tokio als Ziel untermauert. Doch zunächst muss sich die DHB-Auswahl beim Qualifikationsturnier im März in Berlin in ihrer Gruppe mit Schweden, Slowenien und Algerien eines von zwei Tickets für die Spiele sichern. "Ich weiß ja, wie es Bob meint. Bob hat immer große Ziele, die haben wir alle. Aber wir tun alle gut daran, wenn wir jetzt erst mal den Fokus auf die Quali legen, das ist unser nächstes Ziel", sagte Kapitän Gensheimer.

Die Hoffnungen ruhen nun auf den Spielern, die in Ägypten verletzt oder coronabedingt gefehlt hatten. Die Kreisläufer Hendrik Pekeler, Patrick Wiencek und Jannik Kohlbacher sollen dann zurück sein, auch wichtige Rückraumspieler wie Fabian Wiede, Franz Semper oder Sebastian Heymann dürften in Berlin im Kader stehen. "Ich freue mich darauf, dass ich dann deutlich mehr Auswahl an Spielern habe. Da freue ich mich wirklich drauf", sagte Gislason. "Dann, denke ich, haben wir eine große Möglichkeit, deutlich besser zu spielen." Ob es dann letztlich auch für Olympia-Gold reicht, bleibt abzuwarten.

Denn wieder einmal hat es das DHB-Team in Ägypten nicht geschafft, in entscheidenden Phasen zu bestehen. Leistungsträger wie auch Gensheimer fanden nicht zu ihrer Form. Das Qualifikationsturnier wird nun zum ultimativen Härtetest. "In der Tat ist es so, dass davon eine Menge abhängt. Ich habe immer gesagt, wir wollen dann so weit sein, dass die Generation auch liefert. Und dann müssen wir auch liefern", sagte Hanning. "Dann wird sich zeigen, ob wir mit der Generation, so wie ich es immer für möglich gehalten habe, auch wirklich zur Weltspitze gehören." dpa

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