1. Bundesliga
HSV-Trainer kann Vuskovic' Wut nach dem Derby verstehen

Vom 113. Stadtderby des FC St. Pauli gegen den Hamburger SV wird nur wenig in Erinnerung bleiben. Was haften bleibt: der Ärger des HSV-Abwehrchefs über Reaktionen von Pauli-Fans.

Hamburg.

Den größten Aufreger des sportlich ereignisarmen 113. Hamburger Stadtderbys gab es nach dem Abpfiff: Nach dem 0:0 beim FC St. Pauli wurde HSV-Abwehrchef Luka Vuskovic richtig wütend. St. Pauli-Fans sollen seinen wegen Dopings noch bis November gesperrten älteren Bruder Mario beleidigt haben.

"Ich weiß nicht, was die Fans hier von St. Pauli denken, es ist sehr respektlos, meinen Bruder zu beleidigen. Ich habe nichts Gutes über die Fans zu sagen", beklagte sich das 18 Jahre alte Ausnahmetalent im Sender Sky. 

Anschließend ging der Kroate aufgebracht zur Kabine und legte an St. Pauli-Fans gerichtet einen Zeigefinger auf den Mund, damit sie schweigen mögen. Im Kabinengang soll er dann gespuckt haben und daraufhin von St. Paulis Verteidiger Karol Mets und Co-Trainer Peter Nemeth mit einigen Worten bedacht worden sein. 

HSV-Trainer Polzin versteht Luka Vuskovic

Sein Trainer nahm Luka Vuskovic in Schutz. "Wir haben einen 18-jährigen Menschen, der sehr viel Last auf sich trägt, was mit Mario Vuskovic passiert ist", sagte HSV-Coach Merlin Polzin. "Ich glaube, dafür steht nicht nur der HSV, sondern auch der FC St. Pauli, dass diese Themen normalerweise sehr sensibel behandelt werden und dass man da Verständnis gegenseitig hat." Mario Vuskovic hat stets seine Unschuld beteuert.

Er könne den Unmut von Luka Vuskovic nachvollziehen, sagte Polzin. "Wenn man dann diese Sprüche, Worte, Aufforderungen, Gesten und dann auch teilweise Handlungen entgegengebracht bekommt, dann hat das nichts damit zu tun, wofür nicht nur beide Vereine stehen, sondern auch Hamburg als weltoffene Stadt stehen sollte." Das Thema sei zu wichtig. Deshalb gelte es sicherzustellen, dass "so etwas nicht wieder vorkommt".

Luka Vuskovic fällt auch auf dem Platz auf

Im Spiel war Luka Vuskovic einer der besten HSV-Spieler. Gewohnt souverän löste der von Tottenham Hotspur ausgeliehene Recke seine Aufgaben in der Abwehr. Im Angriff bewies er wieder einmal seine Torgefahr. Seinen Kopfball in der 54. Minute nach einer Ecke konnte St. Paulis Torwart Nikola Vasilj jedoch parieren. Es war die beste Torchance der Gäste im gesamten Spiel. (dpa)

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