Ihle-Brüder erleichtert: Weltcup sicher

Die Chemnitzer Eisschnelllauf-Asse gewannen bei den Deutschen Meisterschaften in Inzell drei Medaillen. Noch wichtiger waren jedoch die Zeiten.

Inzell/Chemnitz.

Den Feiertag am Montag verbrachte Nico Ihle im heimatlichen Oberlungwitz ganz in Familie. Im Kreise seiner drei Damen - Ehefrau Anni sowie die beiden Töchter Emma (4 Jahre) und Maxi (6 Monate) - wollte er einfach ein bisschen abschalten, entspannen und im Garten endlich den Fliederbaum pflanzen. Denn bereits am Dienstag reist er gemeinsam mit Bruder Denny nach einem Krafttraining am Vormittag in Chemnitz wieder nach Berlin. Dort bestreiten die beiden Eissprinter die weiteren Übungseinheiten, ehe sie nach Harbin (China) fliegen, wo am 7. November die neue Weltcupsaison der Eisschnellläufer beginnt.

"Wir beide sind sehr froh und erleichtert, dass wir im Weltcup dabei sind. Es gab für die Qualifikation nur diese eine Chance bei der Meisterschaft, sonst wäre die Saison gelaufen", meinte Nico Ihle. Der 30-Jährige gab zu, dass aus diesem Grund zunächst der Druck und die Aufregung größer sind als bei internationalen Einsätzen. Deshalb hielt sich auch seine Enttäuschung in Grenzen, dass er am Abschlusstag der Deutschen Meisterschaften in Inzell über 1000 Meter seinen Titel nicht verteidigen konnte. Im direkten Duell unterlag er knapp dem Lokalmatadoren Joel Dufter, der im Endspurt noch an ihm vorbeizog. "Klar habe ich mich im ersten Moment ein bisschen geärgert. Aber ich bin auch nicht das volle Risiko gegangen, weil wir nur zwei Weltcupstartplätze besitzen. Trotzdem war ich auch auf dieser Strecke noch nie so schnell bei einer Meisterschaft", berichtete Nico Ihle.

Mit Bestzeiten hatte er auch zum Auftakt der Meisterschaften über 500 Meter geglänzt. Auf dieser Distanz konnte er sich bereits den siebenten Titel - den vierten in Folge - sichern. Während dieser Entscheidung bangte er vor allem mit Bruder Denny, der im ersten Lauf die Normzeit für den Weltcup noch nicht geschafft hatte. Zum Glück konnte sich der 31-Jährige dann beim zweiten Start steigern und neben Silber gleichfalls das begehrte Ticket für die internationalen Herausforderungen buchen. Über 1000 Meter kam Denny Ihle bei seinem Comeback nach der langen Zwangspause wegen seiner komplizierten Knieverletzung auf Rang vier.

Mit Blick auf die Saison sah Nico Ihle zudem noch einen weiteren positiven Aspekt: "Mit Joel haben wir jetzt wieder einen dritten starken Läufer für den Teamsprint und damit vielleicht auch bei internationalen Meisterschaften Medaillenchancen", hofft der Weltcupsieger und Olympiavierte von Sotschi. Joel Dufter ist erst 21 Jahre alt und wechselte vom Shorttrack zum Eisschnelllauf. (mm)

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