Im Schneetreiben von Königssee: Julia Taubitz behält Durchblick

Die Rennrodlerin vom WSC Oberwiesenthal holt in dieser Saison den zweiten Weltcupsieg. Wieder eine Top-Platzierung von Chris Eißler: Rang sechs.

Chemnitz/Königssee.

Ihr Lächeln überstrahlte sogar das Schneechaos an der ältesten Kunsteisbahn der Welt. Julia Taubitz, die Rennrodlerin vom WSC Oberwiesenthal, kam am Sonnabend beim Weltcup in Königssee am besten mit den komplizierten Bahnverhältnissen zurecht und fuhr nach dem Triumph in Calgary vor Weihnachten zu ihrem zweiten Weltcupsieg in dieser nacholympischen Saison. Ihren Vorteil, jeweils nach Kehrpausen wegen des Schneefalls an der Bahn zu starten, nutzte sie konsequent. Nach zwei Durchgängen siegte die Erzgebirgerin vor Summer Britcher aus den USA und der Österreicherin Hannah Prock, der Tochter von Doppelweltmeister Markus Prock. Die weiteren deutschen Starterinnen haderten dagegen mit dem Wetter und sprachen sogar von irregulären Bedingungen. Olympiasiegerin Natalie Geisenberger belegte am Ende Rang acht und behauptete damit die Weltcup-Gesamtführung vor Taubitz. Dajana Eitberger und Tatjana Hüfner kamen nicht über die Ränge 14 und 15 hinaus.

In der Stunde des Sieges gingen die Gedanken von Julia Taubitz zuerst auch an die Konkurrentinnen aus der eigenen Mannschaft. "Ohne den Schneefall hätte ich hier nicht gewonnen, muss ich ehrlich zugeben. Ich hatte ein bisschen Glück, weil zwei Mal unmittelbar vor meinem Start die Bahn gekehrt wurde. Natalie hatte Pech, bei ihr wurde nicht gekehrt", sagte die 22-Jährige, die sich morgen mit dem Team bereits zum nächsten Weltcup ins lettische Sigulda aufmacht.

Pech hin, Glück her - an den zwei bei diesen schwierigen Witterungsbedingungen couragierten Fahrten der Königssee-Siegerin gab es keine Abstriche zu machen. Das sah auch Bundestrainer Torsten Görlitzer aus Oberwiesenthal so, der besonders die Konzentrationsstärke von Julia Taubitz hervorhob, mit der sie im Flockenwirbel besonders auf der Geraden in Königssee viel Zeit herausholte. "Ganz klar: Julia profitierte nicht nur von den Bahnbedingungen, sie hat im Gegensatz zu vielen anderen auch eine saubere Fahrspur gefunden", sagte der Coach.

Am Sonntag hatte Torsten Görlitzer erneut Grund, sich zu freuen. Denn Chris Eißler, der für Lok Zwickau startet und am Stützpunkt in Oberwiesenthal trainiert, erreichte mit Rang sechs seine beste Weltcupplatzierung in dieser Saison. Der Sieg ging an Reinhard Egger aus Österreich, der vor dem Italiener Dominik Fischnaller und Sebastian Bley aus Suhl gewann. Die gestrige Konkurrenz der Männer wurde nur nach einem Lauf entschieden, da das fortwährende Schneetreiben nach Einschätzung der Rennleitung keinen regulären Wettkampf mehr zuließ. "Wenn Chris nicht einen Fahrfehler gemacht hätte, wäre sogar ein Podestplatz möglich gewesen", schätzte sein Trainer ein. Der Zwickauer schaffte mit dieser Platzierung endgültig die Nominierung für die in drei Wochen in Winterberg stattfindende WM. Damit gehen vom 25. bis 27. Januar im Sauerland mit Julia Taubitz und Chris Eißler zwei Sachsen an den Start.

Eine Wachablösung gab es in der Konkurrenz der Doppelsitzer. Nach acht Jahren riss die Siegesserie der Lokalmatadoren Tobias Wendl und Tobias Arlt. Die Thüringer Toni Eggert und Sascha Benecken feierten ihren vierten Saisonerfolg in diesem Weltcupwinter. Wendl/Arlt fuhren zwar Bestzeit im zweiten Durchgang, es reichte aber trotzdem nicht zum Sieg. Zum Abschluss des Weltcups holten am Sonntag Julia Taubitz, Sebastian Bley und Eggert/Benecken den Sieg in der Teamstaffel.

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