Im Vogtland nach vorn geschwommen

Die Freiberger Schwimmer sind wieder aufgetaucht - und das mit jeder Menge Edelmetall. Bei den Kurzbahn-Bezirksmeisterschaften in Plauen zeigten sowohl der SSV als auch der ATSV, dass sie sehr gut durch die coronabedingte Wettkampfpause gekommen sind.

Freiberg.

Katja Gorzolla wollte es selbst nicht so richtig wahrhaben. "Ob man's glaubt oder nicht - wir schwimmen wieder", sagt die Trainerin des Schwimmsportvereins (SSV) Freiberg 90. Nach fast sieben Monaten coronabedingter Wettkampfpause standen am Wochenende im Stadtbad Plauen die Bezirksmeisterschaften auf der Kurzbahn auf dem Programm - der erste und wahrscheinlich auch schon der letzte Wettkampf für ihre Schützlinge in diesem Jahr, vermutet die Freiberger Trainerin. "Die meisten noch geplanten Veranstaltungen für 2020 sind bereits abgesagt."

Auch die Titelkämpfe in Plauen standen lange auf der Kippe, berichtet Katja Gorzolla. Dreimal seien die Ausschreibung geändert und die Hygienekonzepte angepasst worden, bevor alles genehmigungsfähig war. Sie habe erst geglaubt, dass ihre Schützlinge auf den Startblock dürfen, "als wir in der Schwimmhalle in Plauen waren", so die SSV-Trainerin schmunzelnd. Trotz des monatelangen Trainingsausfalls hätten Aktive und Trainer aber zur Stange gehalten und wurden nun belohnt. "Am Ende fischten die Kids 25 Jahrgangsmeistertitel sowie 19-mal Silber und 19-mal Bronze aus dem Becken", so Gorzolla. Dazu kamen einmal Gold sowie je dreimal Silber und Bronze in der offenen Klasse.

Einen großen Sprung machte der 14-jährige Anton Sukhanov. Der Brust- und Schmetterlingsspezialist schwamm Bestzeiten wie am Fließband und krönte seinen Auftritt mit der Bronzemedaille über 200 Meter Brust in der offenen Klasse der Herren. Weitere Medaillen in der offenen Klasse gab es durch Rocco Beyer, Alexander Trommer, Peter Weigelt und Angelina Motylenko. Mit Maximilian Schmidt und Fynn Luca Orosz (beide 13) haben zudem zwei weitere Talente den Sprung zu den Großen geschafft und konnten das bereits in Bestleistungen und Medaillen ummünzen, so Gorzolla.

Auch Ute Bohla und Ulf Wegener durften stolz auf ihre Schützlinge der Altersklasse 8 bis 11 Jahre sein. Die zehnjährige Sophia Biscop und der elfjährige Valentin Uhlig meisterten dabei innerhalb kurzer Zeit fünf Starts bravourös und sind derzeit die Zugpferde der Wettkampfgruppe, so Katja Gorzolla.

Ebenso erwartungsvoll hatten sich die Nachwuchssportler des ATSV Freiberg in Plauen auf Medaillenjagd begeben. Für die jüngsten Starter waren es dabei die allerersten Meisterschaften überhaupt, erklärt ATSV-Trainerin Birgit Weßolowski. "Und man hat genau gesehen, wer sich in der Corona-Zeit im Frühjahr fit gehalten hat und wer erst seit September wieder kontinuierlich trainiert."

Kristin Bergmann gehört definitiv zu ersten Gruppe. Die Zwölfjährige gewann nicht nur vier Titel und einmal Silber in ihrem Jahrgang 2008, sondern mischte auch bei den Damen in der offenen Wertung vorn mit. So schlug die Sportschülerin, die jetzt in Chemnitz bei Thomas Flemming trainiert - er holte bei Olympia 1988 in Seoul Silber und Bronze mit den DDR-Freistilstaffeln - über 100 Meter Rücken (1:07,84), 50 Meter Rücken (0:31,85) und 100Meter Schmetterling (1:08,42) jeweils als Dritte an. Auf allen drei Strecken setzte sich die junge Freibergerin zudem an die Spitze der nationalen Bestenliste ihrer Altersklasse, über 200 Meter Freistil wird sie hinter ihrer Trainingskameradin Yara Fay Riefstahl auf Platz 2 geführt.

"Herausragend", so die Freiberger Trainerin. Kristin sei ebenso wie ihr Bruder bestens über die lange Trainingsauszeit gekommen. Magnus Bergmann, der ebenfalls am Sportgymnasium Chemnitz trainiert, gewann in Plauen souverän über 100Meter Schmetterling und holte sich Bronze über 100 Meter Brust. Der 14-Jährige wurde dabei mit dem älteren Jahrgang 2005 gewertet.

Aber auch die jüngsten Starter des ATSV (Jahrgang 2012) warteten im Vogtland mit einer reichen Medaillenausbeute auf, so Birgit Weßolowski. Arian Tanneberger gewann dreimal Silber und zweimal Bronze, Fritz Schubert viermal Bronze, während Zoe Kaiser jeweils einmal als Zweite und Dritte anschlug.

Für Kristin und Magnus Bergmann warten nun in den Herbstferien zwei Wochen Trainingslager im Sportforum Chemnitz. Für die beiden Sportschüler ist Plauen auch nicht der letzte Wettkampf in diesem Jahr gewesen: Ende Oktober und Mitte November stehen noch zwei Wettkämpfe der sächsischen Leistungsstützpunkte an, bei denen es um die Qualifikation für die Deutschen Jahrgangsmeisterschaften im Dezember in Dortmund geht - und die haben die beiden ATSV-Talente nun im Blick. (mit goja/bwe)

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