Japans Hitze bereitet auch deutschen Olympia-Seglern Sorgen

In knapp einem Jahr beginnen in Japan die Olympischen Spiele - in der heißesten Zeit des Jahres. Die schwüle Hitze ist so heftig, dass selbst die Segler trotz Winds und Wasser vor beispiellosen Herausforderungen stehen. Dennoch sind die Deutschen «guten Mutes».

Enoshima (dpa) - Die schwüle Sommerhitze bereitet auch den Segelsportlern knapp ein Jahr vor den Olympischen Spielen in Tokio Kopfschmerzen.

Die Hitze in Verbindung mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit stellten alle Segler vor außergewöhnliche Herausforderungen, sagte Nadine Stegenwalner, Sportdirektorin des Deutschen Segler-Verbandes, der Deutschen Presse-Agentur an der Olympia-Wettkampfstätte im japanischen Enoshima. «Die Trainer und Sportler sind ja sehr lange auf dem Wasser. Da haben wir alle ein bisschen Sorge», sagte Stegenwalner im Enoshima Yacht Harbour, wo schon 1964 die ersten Olympia-Segelregatten in Japan stattfanden.

So bauten die Deutschen auf den Trainer-Motorbooten spezielle Sonnendächer auf, um für Schatten zu sorgen, erklärte die Sportdirektorin beim Auftakt zu einer mehrtägigen Test-Veranstaltung. Um auch die Sportler gegen die Hitze zu schützen, werde in Japan der Einsatz von Kühlwesten getestet. «Der Segelsport brauchte sowas bisher nicht», so Stegenwalner. Zumal auch die Wassertemperatur so hoch sei, dass keine große Kühlung geboten werde. Jede Nation sei diesbezüglich in einer Testphase. Dabei gibt es jedoch Regeln.

So darf Kleidung ein bestimmtes Gewicht nicht überschreiten. Auch ist Elektronik grundsätzlich nicht erlaubt, wie zum Beispiel mögliche Ventilatoren in Kühlkleidung. Seit ihrem Amtsantritt vor fast elf Jahren habe es noch keine Veranstaltung gegeben, «wo wir diese Herausforderungen und diese Fragestellungen so im Detail diskutieren mussten», erklärte Stegenwalner. «Da müssen jetzt Lösungen gefunden werden, damit nächstes Jahr frühzeitig die Regeln bekannt sind und jeder weiß, was ist möglich und was nicht», so die Sportdirektorin.

Die alljährliche Sommerhitze in Japan bereitet auch anderen Athleten Sorgen. So wurde jüngst die Laufstrecke bei einem Testwettkampf der Triathletinnen in Tokio um die Hälfte auf fünf Kilometer verkürzt. Zuvor hatten bereits die Freiwasserschwimmer beklagt, dass die Wassertemperatur bei einem Testwettkampf im Odaiba Marine Park zu hoch gewesen sei.

Auch bei einem Test der Reiter gab es unter Athleten aus Sorge über die Hitze für Reiter und Pferde Forderungen nach einem früheren Startbeginn am Morgen. «Die Option haben wir nicht», sagte Segel-Sportdirektorin Stegenwalner. Segler benötigten Tageslicht. Zudem herrsche morgens auch noch nicht genug Wind.

Keine großen Probleme stelle dagegen das Thema Wasserqualität dar. Anders als bei den vorherigen Spielen in Rio sei die Wasserqualität in Enoshima gut, so die Sportdirektorin. Die bislang gemessenen Daten stellten laut der Medizinischen Kommission «keine Gefahr» dar.

Die deutschen Segler sind denn auch trotz der Herausforderungen durch die Hitze «guten Mutes» für die Spiele im kommenden Jahr in Japan, die vom 24. Juli bis 9. August 2020 stattfinden - ausgerechnet in der heißesten Zeit des Jahres. Man hoffe, in sieben bis acht Disziplinen an den Start zu gehen. Sie sei «guten Mutes», dass man mit «guten Platzierungen» zurückkehre, so Stegenwalner. «Natürlich wollen wir auch eine Medaille», fügte die Sportdirektorin lächelnd hinzu.

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