Pep Guardiola äußert sich öffentlich zur gesellschaftspolitischen Situation - und erntet dafür Kritik. (Archivbild)
Pep Guardiola äußert sich öffentlich zur gesellschaftspolitischen Situation - und erntet dafür Kritik. (Archivbild) Bild: Fredrik Varfjell/NTB/dpa
Fußball
Jüdischer Rat rügt Guardiola: "Auf Fußball konzentrieren"

Pep Guardiola äußert sich immer mal wieder zu gesellschaftspolitischen Themen. Jetzt weist er auf das Leid in Palästina und der ganzen Welt hin - und wird für seine Wortwahl zurechtgewiesen.

Berlin.

Startrainer Pep Guardiola ist wegen dessen gesellschaftspolitischer Kritik vom jüdischen Repräsentantenrat von Greater Manchester und Region gerügt worden. "Pep Guardiola ist Fußballtrainer. Auch wenn seine humanitären Äußerungen gut gemeint sein mögen, sollte er sich auf den Fußball konzentrieren", schrieb der Repräsentantenrat in einer Stellungnahme auf der Plattform X.

Der spanische Coach des englischen Clubs Manchester City habe es versäumt, "seine bedeutende Plattform zu nutzen, um Solidarität mit der jüdischen Gemeinde zu zeigen, die nur wenige Kilometer vom Etihad-Stadion entfernt einem tödlichen Terroranschlag ausgesetzt war, oder mit der Gemeinde in Barcelona, ​​die von antisemitischer Gewalt in der Nähe des Ortes erschüttert wird, an dem er erneut Äußerungen tätigte, die wir als provokativ empfinden", heißt es in dem Statement weiter.

Guardiola hatte sich jüngst bei einer Wohltätigkeitsveranstaltung in Barcelona zur Situation von Kindern in den palästinensischen Gebieten im Gazakrieg öffentlich geäußert. Als er in einer Pressekonferenz von einem Journalisten darauf angesprochen wurde, verteidigte der 55-Jährige sein Engagement.

Guardiola spricht auch über Vorfälle in den USA

"Noch nie in der Geschichte der Menschheit lagen uns die Informationen so klar vor Augen wie jetzt", sagte er: "Der Völkermord in Palästina, was in der Ukraine geschieht, was in Russland passiert, was überall auf der Welt geschieht – im Sudan und überall. Was vor unseren Augen passiert. Wollen Sie es sehen? Es ist unser Problem als Menschen." 

Guardiola sprach auch die Situation in den USA an, wo der Tod der beiden US-Bürger Renée Good und Alex Pretti, die bei Protestaktionen gegen das Vorgehen der Einwanderungsbehörde ICE in Minneapolis von Beamten erschossen worden waren. "Sie wurden getötet", sagte Guardiola: "Sag' mir, wie Sie das verteidigen können?"

"Im Moment töten wir uns gegenseitig"

Es gebe keine perfekte Gesellschaft, überall auf der Welt gebe es Bilder des Leids. "Es tut mir weh", sagte Guardiola: "Im Moment töten wir uns gegenseitig - und wofür?" Es sei wichtig, darüber zu reden, "ansonsten geht es immer weiter".

Der jüdische Repräsentantenrat von Greater Manchester und Region mahnte Guardiola dennoch zu mehr Zurückhaltung. "Wir haben prominente Persönlichkeiten wiederholt dazu aufgefordert, bei der Wortwahl Rücksicht zu nehmen, angesichts der Angriffe, die jüdische Menschen weltweit ertragen mussten."

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty UK lobte Guardiola, dass er auf das globale Leid hinweise. "Regierungen, die weltweit Millionen Menschen töten, vertreiben und entmenschlichen, wollen uns glauben machen, dass dies normal ist. Aber Guardiola hat Recht", schrieb Amnesty im Vereinigten Königreich. "Wir dürfen nicht wegsehen. Und wir dürfen das nicht akzeptieren." (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
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