Junges Gewichtheber-Team trägt die Hoffnungen von ganz Sachsen

Der Chemnitzer AC startet am Wochenende in die neue Saison der Gewichtheber-Bundesliga. Nicht nur beim Modus gibt es Neuerungen.

Chemnitz.

Nach dem gemeinsamen Fototermin ging es zum Präsidenten. Olympiasieger Joachim Kunz, der seit Frühjahr dieses Ehrenamt beim Chemnitzer AC (CAC) ausübt, hatte als Einstimmung auf die kommende Bundesligasaison zu einem Grillabend eingeladen. Neben gestandenen Hebern ließen es sich mit Hagen Janta (bisher AC Meißen), Raphael Friedrich (TSG Rodewisch) und Eigengewächs Leonie Mercedes Martin auch die drei Neulinge schmecken. Anders als zurückliegend kommen diese ausschließlich aus Sachsen. Dafür gibt es einen guten Grund.

In der aktuellen Saison werden die Wettkämpfe in der höchsten deutschen Liga in nur einer Staffel ausgetragen. Nach dem Gesamtendstand der vorherigen Serie mit zwei Vorrunden war klar, dass aus dem Freistaat nur noch der Chemnitzer AC zu den neun Teams der Bundesliga gehört. Die anderen Vertretungen wie auch das Athletenteam Vogtland (Kampfgemeinschaft von Atlas Plauen und TSG Rodewisch) starten nunmehr in Liga zwei. "Die sächsischen Vereine haben sich daraufhin zusammengesetzt, um eine bestmögliche Lösung zu finden. Wir waren uns einig, dass die Bundesligamannschaft gestärkt werden muss. Sie soll zunächst nicht absteigen und in absehbarer Zeit in der Spitze wieder ein Wörtchen mitreden können", berichtete CAC-Trainer Andreas Rehwagen von der Herangehensweise. Zugleich verwies er darauf, dass diese Regelung nicht als "Einbahnstraße" getroffen wurde. So heben wiederum die Chemnitzer Anja Bellmann und Julian Pester für die Vogtländer, Martin Kohlisch für den AC Meißen.

Vor dem Auftakt ist schwer einzuschätzen, welche Rolle das Team spielen kann. Doch diese Zusammensetzung entspricht auch dem Hauptaugenmerk des CAC, vorrangig hoffnungsvollen Hebern aus der Region Wettkampfmöglichkeiten zu bieten. Eventuell weitere Verpflichtungen spielten deshalb in den Überlegungen keine Rolle. "Wir wollen dieses junge Team so aufbauen, dass es vielleicht in ein, zwei Jahren wieder um eine Medaille mitkämpfen kann", stellt der Coach klar. Kapitän Kurt Perthel (21 Jahre), Julian Pianski (21) und Raphael Friedrich (18) trainieren am Chemnitzer Bundesstützpunkt bei Petr Hruby gemeinsam in einer Gruppe und bringen sich so gegenseitig bereits bei den täglichen Übungseinheiten voran.

Das Trio bestimmt in den jeweiligen Altersklassen die nationale Spitze mit, gehört zum Kader für die EM Mitte Oktober. Raphael Friedrich besitzt die Norm für die Junioren bereits, Kurt Perthel und Julian Pianski wollen den Auftaktvergleich am Sonnabend beim Berliner TSC als letzte Chance nutzen, um die geforderten Lasten für den U-23-Bereich nach oben zu wuchten. Auch von der talentierten Leonie Mercedes Martin, die in der nächsten Woche 15 Jahre alt wird und kontinuierlich herangeführt werden soll, darf man für die Zukunft einiges erwarten. 2017 konnte die ehemalige Turnerin bereits bei ihrem Jugend-EM-Debüt einen beachtlichen fünften Rang belegen.

Froh sind die Chemnitzer zudem, dass sie weiterhin auf die Unterstützung der lettischen Nationalheber bauen können. Ohne Hilfe der Gaststarter - pro Vergleich sind zwei möglich - wären die ehrgeizigen Ziel kaum erreichbar. "Wir planen ihre Einsätze aber nur, wenn wir eine Siegchance sehen", meinte Andreas Rehwagen. Die nunmehr vierte Saison halten sie dem CAC die Treue. Trainer Eduards Andruškevics, der immer wieder andere Asse ins Rennen schickt, beteuert dabei stets, dass er mit seinen Schützlingen diese Bewährungsproben auf der Bühne gern nutzt und sich alle Akteure sehr wohl im Verein fühlen, von der Atmosphäre begeistert sind. Anfragen von anderen Clubs haben bislang keine Chance. So ist es für die Letten auch selbstverständlich, dass sie in Berlin heben, obwohl sie erst einen Tag vorher von der WM aus Thailand zurückkehren.

Der CAC hatte um diesen frühzeitigen Termin drei Wochen vor dem eigentlichen Saisonauftakt gebeten, da Mitte Oktober ein Großteil des Teams international am Start sein könnte. Zum Kader gehören außerdem Benjamin Weißbeck (16), der aber zur Zeit verletzt ist, sowie die langjährigen Stammakteure Christoph Pichler (25) sowie Hendrik Wetzel (37). Letztgenannter bestreitet zwar bis Jahresende keine Wettkämpfe mehr, da er nach dem EM-Titel bei den Masters mal eine längere Pause einlegt. Ab Januar 2020 will er sich mit Blick auf die Masters-WM in Obrigheim wieder intensiver den Hanteln widmen - und auch seine weitaus jüngeren Gefährten zusätzlich anstacheln. Ein gesundere Konkurrenzkampf kann sich für die Mannschaft dann nur positiv auswirken.

Aufgebot und Termine

Chemnitzer AC: Kurt Perthel (21), Julian Pianski (21), Hendrik Wetzel (37), Christoph Pichler (25), Hagen Janta (20), Raphael Friedrich (18), Benjamin Weißbeck (16), Leonie Mercedes Martin (14).

Mögliche Starter aus Lettland: Rebeka Koha (21), Ritvars Suharevs (20), Arturs Plesnieks (27), Vadims Kozevnikows (25); Amands Mezinskis (19).

Zugänge: Friedrich (Rodewisch), Janta (Meißen), Abgang: Philip Kudzig (Laufbahnende).

Trainer: Andreas Rehwagen (60),

Betreuerin: Kathleen Schöppe (36).

Termine: 28. September: Berliner TSC - Chemnitzer AC; 9. November: CAC - SSV Samswegen; 23. November: AC Weinheim - Chemnitzer AC; 14. Dezember: CAC - AV Speyer; 18. Januar 2020: AC Mutterstadt - CAC; 1. Februar: CAC - KSV Durlach; 29. Februar: TB Roding - CAC; 14. März: CAC - SV Obrigheim.

Modus: Staffel mit neun Mannschaften, die ersten drei bestreiten das Finale.

Sportstätte: Haus des Gastes in Chemnitz-Reichenbrand.

Beginn: Heimkämpfe 18 Uhr

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