Junioren-WM in Oberwiesenthal: Lokalmatador sorgt mit Bronze für Paukenschlag

Die nordische Junioren-WM startete verheißungsvoll für die deutschen Skilangläufer. Auch ein sächsischer DJ spielte in den Sprints bei der Musike vorn mit.

Oberwiesenthal.

Erster Wettkampf, erste Medaille für Deutschland - und dann strahlt noch ein Lokalmatador über Bronze: Maxim Cervinka hat bei der nordischen Junioren-WM für den ersten sportlichen Höhepunkt aus deutscher Sicht gesorgt. Im Nebel am Fichtelberg behielt der 20-Jährige am Samstag den Durchblick und sprintete auf seiner Hausstrecke hinter Ansgar Evensen aus Norwegen und dem Schweizer Valerio Grond zu Bronze. "Ich bin echt glücklich und froh, dass ich meine Nervosität im Griff hatte. Die Medaille ist mein größter Erfolg bisher", jubelte Cervinka.

Bei den Sprintrennen am Wochenende setzten sich vor allem die Nationen in Szene, die auch bei den Großen im Weltcup das Geschehen bestimmen. Schweden und Norwegen teilten sich die vier Goldmedaillen inklusive der zwei Rennen am Sonntag in der U23-Klasse. Für Sachsens Starterinnen Julia Richter (Sayda/U23) und Jessica Löschke (Leuna) war im Viertelfinale Endstation. Richard Leupold schaffte es bis ins Finale, in dem er stürzte und als Sechster ins Ziel kam. "Ich bin trotzdem happy mit dem Ergebnis. Auf der kurvenreichen Strecke muss man eben schnelle Entscheidungen treffen", sagte der Mann vom SK Dresden-Niedersedlitz, der früher als DJ in der Diskothek auflegte. Die nächtlichen Aktivitäten schränkt er aber momentan sehr ein. "Nur bei Sportveranstaltungen lasse ich mich ab und an noch mal für die Musik buchen."

Kumpel Cervinka feuerte Leupold am Sonntag an der 1,3-km-Loipe an. Für den aus Zittau stammenden Sprintspezialisten ist die Heim-WM wohl schon wieder gelaufen. "Ich halte mich nur noch als Ersatz für die Staffel bereit", sagte der Sachse, der für den Bertsdorfer SV startet. Jenen Verein also, in dem auch Deutschlands erster Gesamtweltcupsieger im Skilanglauf groß wurde: René Sommerfeldt.

Heute wohnen sie in Oberwiesenthal. Cervinka ist während der WM-Tage ins Teamhotel gleich an der Loipe umgezogen. Sommerfeldt, der erst nach dem Juniorenalter so richtig durchstartete, war am Wochenende in Lahti als Chef-Skitechniker beim Weltcup im Einsatz. Dass Cervinka einst zum Langlaufsport gefunden hat, habe nur indirekt etwas mit dem Vizeweltmeister von 2001 zu tun. "Eigentlich haben mich meine Eltern zum Sport gebracht. Klar kennen sie René aus dem Verein. Aber als ich zum Langlauf gewechselt bin, hatte René gerade seine Laufbahn beendet." 2010 war das. Maxim Cervinka lief bis ins Alter von 11, 12 Jahren als Leichtathlet beim Dresdner SC die 800 Meter, entschied sich erst dann für den Wintersport und den Wechsel auf die Sportschule nach Oberwiesenthal. Dabei lief nicht immer alles rund. Noch im Vorjahr stand Rang 43 im Sprint bei der Junioren-WM in Lahti zu Buche. "Da ist jede Menge schief gelaufen, vor allem mit der Kälte von minus 15 Grad bin ich nicht so zurechtgekommen."

Da waren die Temperaturen nun am Fichtelberg mit knapp über null Grad angenehmer. Und am Samstagabend konnte der Schützling von Trainer Lars Hänel seine Medaille sogar noch mit der Familie und der Trainingsgruppe feiern.


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