Katharina Hennig: Das ging nur noch um die Ehre

Katharina Hennig vom WSC Oberwiesenthal beendete ihre zweite Ski-WM mit Rang 21 über 30 km Freistil. Thomas Prenzel sprach mit der 22-Jährigen.

Freie Presse: Das war wohl eine schwere WM-Abschlussprüfung?

Katharina Hennig: Ja. Das Anfangstempo war der Ausbund, wie brutal schnell das losging, eigentlich wie bei einem 10-km-Massenstart. Das habe ich irgendwie nicht so gepackt. Nach fünf Kilometern haben meine Beine komplett zugemacht.

Dann war nur noch das Motto, nicht aufgeben?

Also wenn es bei einem 30er nicht 100 Prozent geil läuft, dann ist es einfach sauhart. Dann heißt es nur noch, die Ehre retten und nicht komplett blau gehen. Deshalb kann ich mit dem 21. Platz leben.

Wie fällt Ihr WM-Fazit aus?

Ich bin sehr zufrieden. Es war von den Platzierungen her mein bestes Großereignis, die Läufe sehr konstant. Dafür, wie ich aufgrund der Krankheit in die WM gestartet bin, freue ich mich, wie es gelaufen ist. Und die Staffel hat gezeigt, dass ich nicht so weit weg bin. Und das gilt für das ganze Team.

Das bekräftigt Sie, dass der Wechsel im Frühjahr nach Oberstdorf der richtige Schritt für Sie war?

Ja, das wusste ich schon vor der WM. Ich konnte konstant trainieren, hatte weniger Reisestress. Es ist der richtige Weg für mich.

Werden Sie etwas unternehmen, um Ihre Schulterprobleme in den Griff zu bekommen?

Ja, die werde ich checken lassen. Ich denke aber, dass keine OP nötig ist und wir es mit speziellen Übungen und Massagen hinbekommen.

Wie sieht Ihre Planung für den Rest des Winters noch aus?

Ich liebäugele mit allen Weltcups. Am kommenden Wochenende ist Oslo, allerdings schon wieder ein 30er, da aber im klassischen Stil. Das reizt mich schon immer, einmal bei diesem fantastischen Publikum am Holmenkollen zu laufen. Doch das muss erst mit den Trainern abgestimmt werden.


Skiverband hat Plan B für Liftproblem 

Nach Seefeld ist für den Deutschen Skiverband vor Oberstdorf. Im Zwischenjahr richtet Oberwiesenthal die kleine WM aus. 

Die Führungsspitze des Deutschen Skiverbandes zog am Sonntag ein positives WM-Fazit. DSV-Präsident Franz Steinle knüpfte dies nicht nur an die mit sechsmal Gold und dreimal Silber sehr gute Medaillenausbeute, die an die erfolgreichen Titelkämpfe 2015 in Falun (5/2/1) und 2017 in Lahti (6/3/2) anschloss. "Im Springen und in der Kombination haben wir es wieder geschafft, zum Saisonhöhepunkt die Topleistung abzurufen. Auch im Langlauf gibt es positive Tendenzen", sagte Steinle. "Durch die gute Altersstruktur im Langlauf machen wir uns Hoffnungen für die Heim-WM in zwei Jahren in Oberstdorf."

Im Zwischenjahr steigt erst einmal die Junioren WM der Nordischen und U-23-WM der Langläufer am Fichtelberg. Dies sei eine große Herausforderung, sagte DSV-Sportvorstand Karin Orgeldinger. Dass am Fichtelberg derzeit ein Liftproblem besteht, hat auch sie wahrgenommen, glaubt aber an eine Lösung. "Falls das mit dem Lift nichts mehr wird, haben wir einen Plan B. Die JWM findet in jedem Fall in Oberwiesenthal statt", sagte Orgeldinger. Ziel sei es, durch den avisierten Tunnelbau am Alpinhang in Richtung Schanzen auch nach der JWM im Winter hochkarätige Wettkämpfe am Fichtelberg durchzuführen. Karin Orgeldinger: "Ohne die große Unterstützung des Freistaates Sachsen wäre das nicht möglich."

Vom Weltskiverband FIS erhält der DSV 50.000 Euro für die JWM. Von dem Geld will der DSV eine Livestream-Berichterstattung auf die Beine stellen. Sportlich erhofft sich Orgeldinger, dass "wir mit Blick auf die große WM zeigen, auf dem richtigen Weg zu sein." In Oberstdorf wird es 2021 noch einen WM-Wettbewerb mehr geben als in Seefeld. Die Nordische Kombination der Damen ist schon im Zeitplan verankert. Steinle: "Wir haben Skispringen und Kombination für Damen im Verband frühzeitig gefördert und hoffen, dass sich das auszahlt." (tp)

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