Keine Hymne, keine Flagge, keine Staffel: Auflagen für die neutralen Athleten bei der EM in Berlin

Keine Hymne, kein Nationaltrikot, keine landestypischen Farben oder Symbole - auch nicht als Tätowierung, Nagellack oder Frisur: Seit dem Ausschluss ihres Verbandes müssen die als neutrale Athleten antretenden russischen Sportler eine ganze Reihe Auflagen erfüllen. Auch bei der am Montag startenden Leichtathletik-EM in Berlin.

Der europäische Verband EAA richtet sich dabei nach den Regularien des Weltverbandes IAAF, der diese in einem sechsseitigen Dokument haargenau aufführt. Sollte etwa Hochspringerin Marija Lassizkene nach ihren beiden Weltmeistertiteln 2015 und 2017 auch Europameisterin werden, erklingt bei der Siegerehrung auf dem Breitscheidplatz nicht die russische, sondern die Hymne der EAA. Auch würde die Flagge des Europa-Verbandes gehisst.

Während der Wettbewerbe müssen die fast 30 Athleten aus Russland in einer "neutralen Uniform ihrer Wahl" antreten. Diese darf keinerlei Ähnlichkeit mit dem eigentlichen Nationaltrikot oder der Flagge Russlands aufweisen oder deren Farben enthalten.

Nationale Farben, Embleme oder andere Symbole sind auch an anderer Stelle verboten. Dies schließt "ohne Einschränkung" das Färben der Haare, deren Rasur, Tätowierungen, Schmuck, Nagellacke sowie Bekleidung und weitere Ausrüstung wie Schuhe, Beutel oder Bandagen ein, heißt es in den Regularien. Die Auflagen gelten nicht nur für das Stadion, sondern auch für den Aufwärmbereich, die Trainingsplätze, den Call Room und akkreditierte Hotels.

Auch dürfen die Neutralen Athleten keine Staffel bilden. Offiziell sind sie auch kein gemeinsames Team.

Sportlich können die Neutralen Athleten, die unter dem "Länderkürzel" ANA (Authorised Neutral Athletes) starten, durchaus für Höhepunkte sorgen. Als heiße Goldkandidaten gelten sowohl Lassizkene als auch Hürdensprinter Sergej Schubenkow.

Doch es gab auch schon wieder einen Rückschlag. Am Freitag entzog die IAAF Hochsprung-Hallenweltmeister Danil Lyssenko die Starterlaubnis. Er hatte es versäumt, seinen Aufenthaltsort bekannt zu geben, und war deshalb nicht für Dopingkontrollen verfügbar.

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