Kendricks Stabhochsprung-Weltmeister - Lita Baehre Vierter

Hoch, höher, Kendricks! Der Amerikaner ist der alte und neue Stabhochsprung-Weltmeister. Schwedens hochgelobter Teenager Armand Duplantis freut sich aber auch über Silber. Sam Kendricks hat nun zweimal WM-Gold - Europameister Duplantis gehört die Zukunft.

Doha (dpa) - Stabhochspringer Sam Kendricks hat seinen Titel bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Doha eindrucksvoll verteidigt.

Der 27 Jahre alte Amerikaner gewann die spannende Konkurrenz im Khalifa-Stadion mit 5,97 Metern. Europameister Armand Duplantis aus Schweden holte mit der gleichen Höhe Silber - wie einst Sergej Bubka eroberte er mit 19 seine erste WM-Medaille. Der Pole Piotr Lisek landete mit 5,87 Metern auf dem dritten Platz.

Für die beiden deutschen Stabartisten war jeweils bei 5,70 Metern Endstation: Diese Höhe reichte für den Leverkusener Bo Kanda Lita Baehre aufgrund weniger Fehlversuche sogar noch zu einem achtbaren vierten Platz. Ex-Weltmeister Raphael Holzdeppe wurde drei Tage nach seinem 30. Geburtstag Sechster. In der Qualifikation war der Routinier vom LAZ Zweibrücken sogar fünf Zentimeter höher gesprungen.

«In die Top 5 wollte ich schon, es hätte auch definitiv reichen können», sagte Holzdeppe in der ARD. «Ich bin jetzt nicht so glücklich für Freudensprünge, aber auch nicht so enttäuscht, dass ich mich verkriechen müsste.» Kollege Lita Baehre hat auf seinen Trainer gehört. «Der sagte zu mir, du hast hier nichts zu verlieren», berichtete der 20-Jährige und gab zu: «Ich muss noch viel arbeiten. Es ist noch ein langer Weg.»

Das Finale der besten Zwölf wurde vom hochklassigen Duell zwischen US-Routinier Kendricks und dem acht Jahre jüngeren Duplantis dominiert. Dem Teenager gehört die Zukunft, er kann den Weltrekord (6,16 Meter) des Franzosen Renaud Lavillenie angreifen, der in Doha überraschend schon in der Qualifikation hängen blieb. Dafür hatten die mit Edelmetall dekorierten Top Drei der Szene viel Spaß: Nach dem Thriller-Finale legten Kendricks, Duplantis und Lisek auf der Sprungmatte einen kollektiven Rückwärtssalto hin.

Duplantis, der eine schwedische Mutter und einen amerikanischen Vater hat, wurde bei jedem Sprung aus dem Block der schwedischen Fans frenetisch angefeuert. Nach jedem geglückten Versuch blickte der Jungstar zu den Zuschauern auf die Ränge und legte zwei Finger auf den Mund. Duplantis ist erst der zweite schwedische Medaillengewinner bei einer Freiluft-Weltmeisterschaft: 2003 holte Patrik Kristiansson in Paris Bronze.

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