1. Bundesliga
Knauffs Last-Minute-Ausgleich: Frankfurt mit Remis in Bremen

Nicht einmal 60 Sekunden dauert es in Bremen bis zum ersten Treffer in der Rückrunde. In einem wilden Spiel kassiert Eintracht Frankfurt wieder drei Gegentore - holt aber noch einen Punkt.

Bremen.

Wieder drei Gegentreffer und wieder kein Sieg. Eintracht Frankfurt läuft trotz eines Last-Minute-Ausgleichs bei Werder Bremen den eigenen Ansprüchen hinterher und wartet weiter auf den ersten Bundesligasieg im neuen Fußballjahr. Ansgar Knauff (90.+4) rettete den Hessen beim 3:3 (1:1) zum Rückrundenauftakt immerhin einen Punkt und zerstörte in der Nachspielzeit die Bremer Hoffnungen auf den ersten Sieg nach sechs Spielen.

Selbst das Premierentor von Winter-Zugang Jovan Milosevic konnte die Werder-Krise in der Bundesliga nicht beenden. Die defensiv anfälligen Hessen kassierten mal wieder drei Gegentreffer - wie zuletzt gegen Dortmund und Stuttgart.

Die Gastgeber hielten auch nach einem zweimaligen Rückstand durch die Gegentreffer von Arnaud Kalimuendo nach 50 Sekunden und Nnamdi Collins (56.) dagegen. Justin Njinmah (29.) und Jens Stage (78.) hatten jeweils ausgeglichen für die Gastgeber - und sahen nach Milosevics Tor schon wie die Sieger aus.

"Unfassbar, wenn man sich die letzten Wochen bei uns anguckt. Es fühlt sich wie eine Niederlage bei uns an, wie wir das Spiel aus der Hand geben. Bitterer gehts nicht", klagte Njinmah.

Das Remis vor 41.800 Zuschauern hilft weder den Bremern im Abstiegskampf noch den Frankfurtern im Ringen um einen Europapokal-Platz weiter. "Wir beißen uns alle in den Arsch. Das sind auf jeden Fall zwei verlorene Punkte", meinte Collins im TV-Sender Sky und sagte über die Frankfurter Krise: "Wir bewältigen das zusammen"

Werder mit derselben Aufstellung, Frankfurt mit Systemwechsel

Werder-Trainer Horst Steffen vertraute der Formation, die am Dienstag beim 0:3 gegen Borussia Dortmund zu Beginn auf dem Platz stand. Sein Kollege Dino Toppmöller war hingegen im Vergleich zum 2:3 beim VfB Stuttgart zum Tausch gezwungen. 

Wegen der Verletzung von Winter-Zugang und Sturm-Hoffnung Younes Ebnoutalib stellte er sein System von 4-4-2 auf 3-4-2-1 um und brachte vier neue Spieler. 

Frankfurter Blitz-Tor schockt Werder 

Toppmöllers Zwangsumstellung schien sich schnell auszuzahlen: Schon nach rund 50 Sekunden lag der Ball im Bremer Tor. Kalimuendo - zweiter Winter-Sturmzugang der Frankfurter - setzte sich gegen Bremens Verteidiger Amos Pieper durch und hob den Ball nach Zuspiel von Nathaniel Brown über Werder-Torwart Mio Backhaus ins Netz. 

Die Gastgeber brauchten einige Zeit, den frühen Schock zu verarbeiten. Nach vorn passierte lange Zeit zu wenig. Die Frankfurter konzentrierten sich darauf, ihre zuletzt unsichere Defensive zu stabilisieren und ließen sich weit zurückfallen. Das ging zunächst auch auf.

Werders Njinmah kaum zu halten 

Nur der schnelle Njinmah entwischte ihnen immer wieder. Verzog der Werder-Stürmer in der 20. Minute noch nach einem Konter knapp, machte er es neun Minuten später nach Klasse-Pass von Yukinari Sugawara besser und beendete Bremens Torflaute nach drei Spielen. 

Es begann Werders stärkste Drangphase. Die Gäste kamen kaum noch aus der eigenen Hälfte, die Bremer kontrollierten mehr und mehr das Spiel. Nur Chancen waren Mangelware.

Werder lässt sich nicht schocken

Werder drängte auch nach der Pause weiter und kombinierte bisweilen ansehnlich. Die Bremer waren überlegen. Umso überraschender fiel die erneute Führung der Gäste - unter gütiger Mithilfe der Werder-Defensive. Collins (56.) nutzte den Fehler im Spielaufbau der Gastgeber und stellte den Spielverlauf auf den Kopf.

Werder ließ sich diesmal nicht beeindrucken und spielte weiter nach vorn. Wieder war es Njinmah (68.), der die größte Chance vergab, als er frei stehend knapp verzog. 

Die Bremer gaben nicht auf und kamen zum verdienten Ausgleich durch Stage (78.). Schon zwei Minuten später führte sich dann die Stuttgarter Leihgabe Milosevic mit seinem Tor in seinem ersten Heimspiel für Werder standesgemäß ein. Knauff vermieste schließlich die kleine Bremer Party. (dpa)

© Copyright dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
Das könnte Sie auch interessieren
22:57 Uhr
2 min.
Frontmann von 3 Doors Down Brad Arnold gestorben
Der US-Sänger Brad Arnold ist gestorben. (Archivbild)
Die US-Rockband 3 Doors Down wurde mit Hits wie "Here Without You" auch in Deutschland bekannt. Im vergangenen Jahr machte Frontmann Brad Arnold seine Krebsdiagnose öffentlich. Nun ist er gestorben.
06.02.2026
3 min.
Insolventer Wirt aus dem Vogtland vor Gericht: Er zahlte seinen Angestellten keinen Lohn
Keinen Braten gibt es mehr in dem Lokal. Der Wirt stand wegen Insolvenzverschleppung vor Gericht (Symbolfoto).
Ein Gastwirt aus dem Vogtland ist in dieser Woche vor dem Amtsgericht Chemnitz zu einer Geldstrafe verurteilt worden. Schuldig gesprochen wurde er der Insolvenzverschleppung.
Cornelia Henze
27.01.2026
4 min.
Trotz Überzahl: Werder verliert auch gegen Hoffenheim
Zählte zu den Besten bei Werder: Aushilfs-Abwehrchef Senne Lynen.
Die Abstiegsangst ist endgültig beim SV Werder angekommen. Die Bremer sind nach der Niederlage gegen Hoffenheim seit neun Spielen ohne Sieg. Die Kraichgauer können indes von Großem träumen.
Claas Hennig, dpa
05.02.2026
2 min.
Notlage auf der Klingenthaler Alm: Jetzt greift die Oberbürgermeisterin ein
Stadt sagt Schnee und Glätte Kampf an: Jetzt wird die Straße Zur Alm befahrbar gemacht.
Seit Wochen geht es für die Bewohner nur durch Tiefschnee zu Fuß auf die Klingenthaler Alm. Jetzt organisiert die Oberbürgermeisterin einen Winterdienst. Auch, um den Weg für Handwerker freizumachen.
Daniela Hommel-Kreißl
23:05 Uhr
4 min.
Niners Chemnitz gewinnen das spannende Ostderby: Welchen Anteil der neue Kapitän Aher Uguak an diesem wichtigen Sieg hat
Aher Uguak ging als neuer Kapitän der Niners Chemnitz voran – und das schon vor dem Derby gegen den MBC.
Nach dem Abgang von Kaza Kajami-Keane ist Uguak der neue Anführer. Diese Rolle hat er sofort angenommen – bereits am Abend vor dem Spiel, in der Halbzeitpause und auf dem Feld.
Thomas Reibetanz
17:37 Uhr
4 min.
Ausgleich in der Nachspielzeit: Werder rettet spätes 1:1
Werder-Trainer Horst Steffen
Das Heimspiel gegen Mönchengladbach soll die Wende bringen für den Krisenclub Werder Bremen. Am Ende verhindert ein spätes Tor wenigstens die nächste Niederlage. Was bedeutet das für den Trainer?
Sebastian Stiekel, dpa
Mehr Artikel