Kristin Gierisch sagt WM-Start ab

Der Saisoneinstieg war grandios, das Saisonende bitter. Gesundheitliche Probleme bremsen die Chemnitzer Dreispringerin aus. Das tut weh.

Chemnitz.

Die Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Katar (27. September bis 6. Oktober) geht ohne die Chemnitzerin Kristin Gierisch über die Bühne. Anstatt sich in Doha mit den Weltbesten zu messen, musste die Dreispringerin vom LAC Erdgas den Saisonhöhepunkt aus gesundheitlichen Gründen absagen. "Beim Länderkampf der Europäer mit den USA in Minsk, den wir als kleine Generalprobe für die WM absolviert haben, sind wieder Schmerzen im linken Fuß aufgetreten. Hinzu kamen noch diverse andere Probleme", nannte Trainer Harry Marusch den Grund für die bittere Absage. "Es ist eine Entscheidung, die wehtut, die aber notwendig ist. Es bringt in der jetzigen Situation gar nichts, nach Doha zu fahren und sich dort vorführen zu lassen", sagte der erfahrene Coach.

Wie Marusch verriet, befindet sich die Vizeeuropameisterin zurzeit in einer Klinik in der Nähe von Münster. "Dort lässt sich Kristin drei Tage lang gründlich durchchecken. Im Hinblick auf die Olympischen Spiele im nächsten Jahr ist es wichtig, dass die Ursachen schnell gefunden werden. Zuletzt hatten jegliche härtere Belastungen immer wieder Probleme erzeugt. Und mit einem Niveau von 14,10 Meter nach Doha zu fahren, das muss sie sich wirklich nicht antun."

Dass etwas nicht in Ordnung ist, zeigte sich bereits früh in der Saison. Nach dem glänzenden Einstieg in Garbsen, bei dem die 29-Jährige einen neuen deutschen Rekord (14,61 Meter) aufgestellt hatte, lief in der Diamond League in Oslo und Lausanne wenig zusammen. Bei beiden Meetings blieb die Halleneuropameisterin unter der 14-Meter-Marke. Bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin ging es mit 14,26 Meter und dem Sieg zwar aufwärts, auch die Fußprobleme schienen ausgeräumt. Doch schon bei der Team-EM im polnischen Bydgoszcz eine Woche später blieb Gierisch mit 13,91 Metern erneut klar unter ihren Möglichkeiten und Ansprüchen.

Minsk, wo sie zuletzt bei 13,80 Metern landete, gab dann schließlich den Ausschlag für die Absage. Leicht fiel sie weder der ehrgeizigen WM-Fünften von 2017 noch dem Trainer. "Natürlich ist es enttäuschend, denn wir wollten antreten. Deshalb haben wir uns mit der Entscheidung auch einige Tage Zeit gelassen. Schlussendlich müssen wir aber akzeptieren, dass die Sportler keine Maschinen sind", meinte Marusch. Das Szenario ist nicht neu für ihn. Nach den Meisterschaften in Berlin hatte bereits Max Heß die Saison abgebrochen. Der Dreisprung-Europameister von 2016 war nach einem Bandscheibenvorfall nicht rechtzeitig fit geworden. Die Farben der Region vertreten damit bei der WM im Wüstenstaat Kugelstoßerin Christina Schwanitz und 400-Meter-Läufer Marvin Schlegel.

Bewertung des Artikels: Ø 4 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...