Kuriose Wende

Die Coronakrise stoppte auch die deutschen Basketballerinnen. Die Ligaverantwortlichen wollten die kurz vor Ende der Hauptrunde abgebrochene Saison werten. Doch es kam anders - mit Auswirkungen für Zweitligist Chemcats Chemnitz.

Chemnitz.

Wie wird die Saison 2019/2020 beendet? Dieses Problem stellt sich Sportligen angesichts der Coronakrise weltweit. Im deutschen Frauen-Basketball jedenfalls findet die Spielzeit ein kontroverses Ende. Am 12. März wurde die Saison der Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) und der beiden Zweitligastaffeln wegen der Ausbreitung des Coronavirus abgebrochen. Die Liga-Verantwortlichen beschlossen, die Saison anhand der nahezu abgeschlossenen Hauptrunde zu werten, einen Meister zu küren, Auf- und Abstiege durchzuführen. Sie baten die 32 Vereine, darunter Zweitligist Chemcats Chemnitz, um Zustimmung und vor allem darum, auf Klagen zu verzichten.

Eine Formalie? Offenbar nicht. Zwei Vereine sprangen aus der Reihe, wie die DBBL bekanntgab. Man könnte meinen, dass die Tabellenletzten sich sträubten, nach einer nicht zu Ende gespielten Saison den Gang in die tiefere Klasse anzugehen. Kurioserweise waren es aber weder die Kellerkinder aus der 1. Liga - Halle und Saarlouis - noch die beiden Zweitliga-Schlusslichter der Süd- (Speyer-Schifferstadt) und der Nordstaffel (Chemnitz). "Wir haben dem Beschluss zugestimmt, weil es die sauberste und gerechteste Lösung gewesen wäre", sagte Chemcats-Trainer Thomas Seltner.

Gegen die Variante sprachen sich zwei Mittelfeldteams der DBBL aus: der viertplatzierte Herner TC und die fünftplatzierten Eisvögel Freiburg. Warum, das erklärten die Clubs bis dato nicht. Die Rutronik Stars Keltern, die im Falle einer Wertung der Saison Deutscher Meister gewesen wären, erhoben auf ihrer Facebookseite schwere Vorwürfe. "An die Sterne wurde unter der Hand kommuniziert, dass die Entscheidung beider Vereine einzig gegen die Rutronik Stars gerichtet war", heißt es in der Stellungnahme.

Fakt ist: Die DBBL-Verantwortlichen entschieden nun, die Saison gemäß der Ligaordnung zu annullieren. "Wir wollten keinen weiteren Rechtsstreit mit unvorhersehbaren Folgen in der Liga erleben", teilt die Liga schriftlich mit.

Es gibt also keinen Meister, keine Auf- und Absteiger. Für die Chemcats bedeutet dies, dass der Klassenerhalt in der 2. Liga gesichert ist, obwohl die Mannschaft, die nahezu nur aus Jugendspielerinnen bestand, gerade einmal eins der 17 absolvierten Partien gewann. "Wir wären wahrscheinlich über eine Wildcard ohnehin in der Liga geblieben. Jetzt haben wir Planungssicherheit", meinte Seltner, der den Weg mit den Eigengewächsen weitergehen möchte. "Wir konnten mehr Partien knapp gestalten, als uns das zugetraut wurde. Wir wollen mit dieser Mannschaft den nächsten Schritt gehen."sesi


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