Lauda: "Wohlbekannte Grundprobleme" lähmen Ferrari

Der dreimalige Formel-1-Weltmeister Niki Lauda (67) sieht den Grund für die aktuellen Probleme bei Ferrari im Wesen des traditionsreichen Rennstalls begründet. "Mir scheint, dass die alten, bei Ferrari wohlbekannten Grundprobleme noch immer existieren", sagte Lauda, Aufsichtsratschef des Konkurrenz-Teams Mercedes, im Interview mit der Welt am Sonntag.

Lauda saß von 1974 bis 1977 selbst für die Scuderia im Cockpit und berichtet von generationenübergreifenden Verhaltensweisen. "Die Leute bei Ferrari reagieren sehr menschlich, spontan und emotional auf Probleme", sagte der 67-Jährige: "Wenn alles gut läuft, dann sind sie entspannt und werden lässig. Das ist schlecht für kontinuierlichen Erfolg. Wenn es hingegen nicht so gut läuft, entsteht ein gnadenloser Druck - von außen und innen. Man neigt dann zur Hektik und zu Schnellschüssen."

Dadurch komme man "leicht ins Straucheln. Statt überlegt und kontrolliert einen Schritt nach dem anderen zu machen, preschen alle hektisch nach vorne und müssen sich dann in der Regel korrigieren", sagte Lauda. In der Folge entstehe "eine Menge Unruhe und eine Menge Ratlosigkeit. Das führt zu Leistungsschwankungen, mitunter gar zu Panik. So weit, glaube ich, ist es bei Ferrari im Moment noch nicht."

Dass die Scuderia zuletzt auf den dritten Rang der Teamwertung hinter Red Bull Racing zurückgefallen ist, könne aber nicht als "Leistungskonsolidierung oder gar Leistungssteigerung" gesehen werden. Das Abstimmen der in der Formel 1 für die Leistung wichtigen Faktoren sei "ein schwieriges Puzzle. Es sieht so aus, als habe Ferrari im Moment besonders große Probleme, dieses Puzzle wie gewünscht hinzubekommen."

Wenn allerdings "alle bei Ferrari einen großen Teil von ihren vorhandenen Talenten einbringen", so Lauda, "statt in Hektik und Emotionalität zu verfallen, werden sie auch bald wieder zeigen, was sie können. Und sie können viel, das hat die Vergangenheit gezeigt."

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