Als der CFC gegen Gladbach für einen Paukenschlag sorgte

Heute Abend steigt das Stadion-Eröffnungsspiel der Himmelblauen gegen den namhaften Traditionsclub. Vor 17 Jahren konnten die Chemnitzer der Borussia an selber Stelle eine Niederlage zufügen, weil die Gäste offenbar einen groben Fehler begingen.

Die Vorfreude ist mit Händen zu greifen. Etwa 13.000 Eintrittskarten sind für das heutige offizielle Stadion-Eröffnungsspiel an der Gellertstraße zwischen dem Chemnitzer FC und Borussia Mönchengladbach bereits verkauft. "Es ist eine Riesensache für die Stadt, das neue Stadion gegen solch einen großen Traditionsverein einzuweihen. Jeder, dem der CFC am Herzen liegt, sollte dabei sein", betont Mathias Hänel, Vorstandsvorsitzender der Himmelblauen.

Als bekannt wurde, gegen wen die Chemnitzer Profis zur Eröffnung der 27-Millionen-Euro-Arena antreten werden, wurden bei vielen Fußball-Anhängern der Region Erinnerungen wach - an das Jahr 1999, als es an selber Stelle zu einem denkwürdigen Spiel zwischen beiden Clubs kam. Damals, es war der 13. August, empfing der gerade in die 2. Bundesliga zurückgekehrte CFC um Trainer Christoph Franke zum Saisonstart die Borussen aus Mönchengladbach, die erstmals in ihrer Geschichte aus Liga eins abgestiegen waren. Das klar favorisierte Gäste-Team lief an jenem Freitagabend mit dem österreichischen Stürmer Toni Polster sowie weiteren namhaften Profis wie Michael Frontzeck und Marcel Witeczek auf.

Und dann geschah das, womit die kühnsten Optimisten im Chemnitzer Lager nicht gerechnet hatten: Nach zwei Toren von Marco Dittgen ging der CFC als 2:0-Sieger vom Platz. Die faustdicke Überraschung lag auch in einem groben Fehler begründet, den die Mönchenglad- bacher begangen hatten. "Sie sind ein bisschen überheblich aufgetreten, nach dem Motto: Eine Legende gibt sich die Ehre", sagt Christoph Franke rückblickend. Der frühere Erfolgstrainer erinnert sich in dem Zusammenhang an Toni Polster, der in Chemnitz wenig Laufbereitschaft gezeigt habe. "Die Gladbacher haben uns unterschätzt", erklärt Franke, der heute Abend zu den Ehrengästen der Stadion-Eröffnungspartie gehören wird.

Er hatte seine Elf bei jenem überraschenden 2:0-Erfolg taktisch glänzend eingestellt. "Gegen spielerisch bessere Mannschaften ist es wichtig, die Räume eng zu machen und schnell nach vorn zu spielen", sagt der 71-Jährige. Besonders gut ging diese Rechnung beim zweiten Treffer in der 87. Minute auf - Ball- gewinn und ein Konter, den Dittgen mit einem Scharfschuss ins Drei- angel abschloss. "Ich fühle mich wie im siebenten Himmel", betonte der Doppel-Torschütze an jenem Abend. Morgens habe er nicht im Traum daran gedacht, gegen Borussia Mönchengladbach zwei Treffer zu erzielen.

Knapp zwei Jahre später waren die Fußball-Relationen wieder hergestellt. Als sich beide Clubs am 20. Mai 2001 letztmalig im Punktekampf gegenüberstanden, war die Rückkehr der "Fohlen" in Liga eins bereits perfekt, während der CFC als abgeschlagenes Tabellenschlusslicht den Gang in die Regionalliga antreten musste. In einem "Freie Presse"-Interview hatte sich der damalige Gladbacher Abwehrspieler Max Eberl, heute Manager des Erstligisten, an diese Partie erinnert. "Im Stadion haben damals beide Fan-Lager gesungen: Nie mehr, nie mehr zweite Liga! Das war eine skurrile Situation", sagte Eberl.


Fußball-Promis geben sich Klinke in die Hand

Zum heutigen Eröffnungsspiel der Community4you-Arena (Anstoß: 19.30 Uhr) hat der Chemnitzer FC eine Reihe ehemaliger Spieler und Trainer des Clubs als Ehrengäste eingeladen. Dazu zählen unter anderen Hans Meyer, Jürgen Bähringer, Gerd Schädlich, Fritz Feister und Eberhard Schuster.

Für die Partie wurden bis gestern etwa 13.000 Tickets verkauft. Nur für die Bereiche hinter den Toren sowie für Block 1 und 7 sind noch Eintrittskarten verfügbar. Die Stadiontore und -kassen öffnen heute um 17.30 Uhr, eine Stunde später beginnt im Innenraum der Arena die Eröffnungsshow mit Interviews und musikalischen Einlagen. Es treten Die arbeitslosen Bauarbeiter und als Stargäste Stereoact mit ihrem Charts-Erfolg "Die immer lacht" auf.

Zusätzlich zu den regulären Bus- linien 51 und 21, die Fußball-Fans zum Stadion und wieder zurück- bringen, setzt der Verkehrsbetrieb CVAG heute Pendelbusse ein. Sie sind an der Beschriftung F51 zu erkennen und verkehren von 18 bis 19.30 Uhr und von 21.35 bis 23.05 Uhr zwischen Zentralhalte- stelle und Stadion. (ms/gp)

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