Aus dem Winter in die Hitze: Ein Neuseeländer für den CFC

Mit Thomas Doyle hat der Drittligist eine Alternative für die linke Außenbahn verpflichtet. Bis der Neue allerdings spielen kann, muss er sich erst einmal akklimatisieren - und das im wahrsten Wortsinne.

Die Domstadt durfte er noch nicht gleich kennenlernen. Als seine neue Mannschaft am Sonntagnachmittag eine schlechte erste Halbzeit bei Mitaufsteiger Viktoria Köln spielte und am Ende trotz Aufholjagd mit 2:3 verlor, gehörte Thomas Doyle noch nicht zum Kader des CFC. Er war in Chemnitz geblieben und hatte dort Zeit, sich weiter an die neue Umgebung zu gewöhnen - und an das heiße Wetter. "Ich bin erst vor wenigen Tagen in Deutschland angekommen und war geschockt, welche Temperaturen hier herrschen", sagt der 27-Jährige. "Als ich in meiner Heimat Neuseeland ins Flugzeug gestiegen bin, hatten wir dort zehn Grad Celsius. Es ist ja aktuell auch Winter dort." Bei fast 40 Grad im Schatten absolvierte er seine ersten Trainingseinheiten in Chemnitz und kam dabei mächtig ins Schwitzen. "So heiß wird es bei uns im Sommer nicht", staunte der Neuseeländer, der vor wenigen Tagen als achter Neuzugang des CFC vorgestellt wurde. Doyle ist dabei nicht das erste Mal in Deutschland, mit seinen Mannschaften hat er schon ab und zu in Europa gespielt, wie er erzählt. "Der CFC ist allerdings mein erster Verein außerhalb Neuseelands", sagt er.

Über die Jugend des Auckland City FC und Stationen bei Miramar Rangers sowie Team Wellington entwickelte sich der 1,84 Meter große Verteidiger zum Nationalspieler seines Heimatlandes. Für die neuseeländische Auswahl lief Doyle bisher insgesamt 15-mal auf und gewann 2016 die Ozeanien-Meisterschaft. Auf die große Erfahrung, wenn auch in weniger starken Ligen, wollen die CFC-Verantwortlichen setzen, wenn der Neuzugang gebraucht wird.

"In unserem Kader fehlte noch ein gelernter Linksverteidiger. Diesen haben wir mit Thomas Doyle gefunden", sagt Sportvorstand Thomas Sobotzik. "Er wird unseren Konkurrenzkampf in der Mannschaft deutlich erhöhen und gibt dem Trainer eine weitere Option, da er zudem auch in der Innenverteidigung und im linken Mittelfeld einsetzbar ist." Doyle bringe eine gute Athletik und Schnelligkeit mit, ergänzt Sobotzik. "Seine Stärken hat er in internationalen Wettbewerben gegen europäische Topteams bewiesen."

Der Neuseeländer selbst sieht den Wechsel nach Chemnitz als nächsten Schritt in seiner Karriere und als große Herausforderung - auf mehreren Ebenen. "Ich habe seit Mai nicht mehr mit einer Mannschaft trainiert - bei uns ist ja Winterpause. Ich muss also erst einmal wieder richtig reinkommen, während ich mich zugleich an die heißen Temperaturen gewöhnen muss", sagt er. Dazu sei aktuell noch etwas problematisch, dass er kein Wort Deutsch spricht. "Die Jungs in Chemnitz haben mich super aufgenommen und sprechen beim Training Englisch mit mir. Das hilft sehr. Aber ich will schnellstens Deutsch lernen, habe mit schon alle möglichen Apps dafür heruntergeladen", sagt Thomas Doyle.

Ab dem heutigen Dienstag wird ihm seine Integration in Chemnitz noch leichter fallen, denn der Neuseeländer bezieht seine eigene Wohnung in der Stadt. Wenn in den kommenden Tagen Zeit ist, will er zudem die Stadt auf eigene Faust erkunden - gern auch mit dem Auto. "Ich möchte in diesem Sinne eine Warnung an alle Chemnitzer aussprechen - noch habe ich das Fahren mit Rechtsverkehr nicht wirklich geübt", sagt er und lacht.


Wenige Resttickets für HSV-Spiel zu haben

Für das Erstrundenspiel im DFB-Vereinspokal zwischen dem Chemnitzer FC und Zweitligist Hamburger SV am Sonntag, dem 11. August (Anstoß ist 18.30 Uhr), gibt es noch Restkarten. Das teilte der Verein auf Nachfrage mit. Die Resttickets werden ab dem heutigen Dienstag im CFC-Fanshop am Stadion an der Gellertstraße verkauft. Dieser hat dienstags bis freitags von 13 bis 18 Uhr geöffnet.

Der Vorverkauf der Tickets für das Pokalspiel hatte vor einigen Tagen für Wirbel gesorgt. Zunächst hatte der CFC nämlich nur Besitzern einer Karte für das Testspiel am 12. Juli gegen Antalyaspor sowie Dauerkartenbesitzern ein Vorverkaufsrecht eingeräumt - den eigenen Mitgliedern aber nicht. Nach Kritik an diesem Vorgehen reagierte der CFC und bot auch Vereinsmitgliedern ein Vorkaufsrecht an. (tre)

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