Aus im Landespokal - Fortuna in der Offensive zu harmlos

Die Kicker des VfB Chemnitz haben gegen die höherklassige SG Taucha mit 0:2 verloren. Grund zum Feiern gab es trotzdem.

Für die Mannschaft des VfB Fortuna Chemnitz mit Florian Rüger (Mitte) war in der zweiten Hauptrunde des sächsischen Landespokals Endstation. Gegen dieeine Klasse höher spielende SG Taucha mussten sich die Gastgeber im Stadion an der Beyerstraße 0:2 geschlagen geben.
Jens Voigt - Torhüter desVfB Fortuna

Von Mario Schmidt

Wenigstens das Wetter war schön. Ansonsten gab es am Samstagnachmittag im Fußball-Landespokal-Spiel zwischen dem VfB Fortuna Chemnitz und der SG Taucha wenige sonnige Momente - zumindest aus Gastgebersicht. Nach einer Begegnung, in deren Verlauf sich das Fortuna-Team keine einzige klare Torchance erarbeitet hatte, stand ein 0:2 an der Anzeigetafel. Die erhoffte Pokal-Überraschung im Stadion an der Beyerstraße war ausgeblieben. Landesklasse-Vertreter VfB musste sich dem favorisierten Landesligisten aus der Nähe von Leipzig geschlagen geben.

Die junge Fortuna-Truppe um das Trainergespann Rocco Dittrich/Dietmar Leuschel konnte kämpferisch überzeugen. Ihre Angriffsbemühungen verdienten allerdings das Prädikat harmlos. Das sah auch Torhüter Jens Voigt so. "Von den Chancen her gesehen sind wir verdient ausgeschieden. Mit mehr Zug zum Tor hätten wir mehr erreichen können", sagte Voigt kurz nach dem Schlusspfiff. Der Keeper ist im Sommer aus Gelenau zu den Chemnitzern gewechselt. Zuvor stand er zehn Jahre lang bei Tanne Thalheim zwischen den Pfosten. "Ich hatte vor dieser Saison viele Angebote, habe mich dann für den VfB Fortuna entschieden. Der Verein hat eine große Perspektive. Hier gibt es viele selbst ausgebildete 18- bis 20-Jährige, die fußballerisch schon weit sind", betonte Voigt, einer der wenigen erfahrenen Akteure beim VfB.

Nach einer genauso höhepunktarmen wie torlosen ersten Hälfte stand der 33-Jährige am Samstag im Brennpunkt. Mit Wiederanpfiff machten die Tauchaer ordentlich Druck und kamen zu zwei Großchancen (47. und 49.), die Voigt jeweils in großem Stil vereitelte. Umso bitterer für ihn, dass er kurz darauf einen Foulstrafstoß verursachte, über den er sich allerdings mächtig aufregte. Sein Zorn richtete sich weniger gegen den Schiedsrichter. "Ich fand das unfair vom gegnerischen Spieler. Er kam zum Tor- abschluss, sprang erst danach über mich drüber und fiel. Zum Glück für ihn spielen wir im Hobbybereich - bei einer Zeitlupe im TV hätte er sich mit seiner Aktion blamiert", bemerkte der Fortuna-Schlussmann.

Bei dem von Tom Schladitz getretenen Elfmeter (56.) war er ebenso chancenlos wie beim 0:2, das Tom Dietze zehn Minuten später mit gefühlvollem Schlenzer ins lange erzielte. Die Fortuna-Elf ließ sich danach nicht hängen, doch an diesem Tag hätten die Chemnitzer wohl bis zum Einbruch der Dunkelheit spielen können, ohne einen Treffer zu erzielen. "Unser junges Team hat heute wieder dazugelernt. Gegen einen körperlich robusten Kontrahenten haben wir nicht die richtigen Mittel gefunden", resümierte Jens Voigt. Als er längst unter der Dusche stand, saß sein Mannschaftskamerad Norman Weckert noch auf einer Bank neben dem Platz, in ein Gespräch mit seinem Großvater Klaus Kallmer vertieft. Vielleicht lag es daran, dass sein Enkel am Samstag 24 Jahre alt wurde: Klaus Kallmer vermied es, die Fortuna-Mannschaft in irgend einer Weise zu kritisieren. "Das Spiel war abwechslungsreich. Unsere jungen Leute waren sehr lauffreudig und haben einen durchtrainierten Eindruck hinterlassen", lautete sein Fazit.

Für Norman Weckert stand indes fest, dass er sich seinen Geburtstag von der Pokalniederlage nicht vermiesen lässt. "Gefeiert wird trotzdem. Und das sogar doppelt, denn meine Schwester hat Jugendweihe", sagte der Fortuna-Fußballer.

Rapid-Elf streicht in Freiberg die Segel

Auch der BSC Rapid musste im Landespokal die Segel streichen. Die Kappler verloren am Sonntagnachmittag beim BSC Freiberg mit 0:2 (0:1). "Das war eine sehr schwache fußballerische und taktische Leistung von uns, wir haben verdient verloren", sagte Trainer Thomas Schreyer. Der Gegner sei bissiger, willensstärker gewesen. Hingegen konnten die Rapid-Kicker, bei denen einige Stammkräfte fehlten, kaum klare Tormöglichkeiten herausspielen. "Es liegt jede Menge Arbeit vor uns, das wird eine äußerst schwierige Saison", so Schreyer.

Damit haben sich mit Ausnahme des Chemnitzer FC alle Mannschaften der Stadt bereits aus dem Sachsen- pokal-Wettbewerb verabschiedet. Die Himmelblauen als Regionalligist greifen erst in der nächsten Runde ins Geschehen ein. (ms)

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