Ausgelassene Stimmung nach Gala-Auftritt des Chemnitzer FC

Mit einem begeisternden 7:0-Kantersieg gegen Bischofswerda hat der CFC die Meistersaison in der Regionalliga beendet. Jetzt warten ganz schwere Aufgaben auf den Club - und damit ist nicht nur das Pokalfinale gemeint.

Manchmal hat David Bergner doch unrecht. "Bischofswerda wird nicht nach Chemnitz kommen, um uns zur Meisterschaft zu gratulieren", hatte der Trainer des Chemnitzer FC vor dem letzten Saisonspiel der Regionalliga gesagt. Was sich aber am Samstag 90 Minuten lang auf dem Rasen des Stadions an der Gellertstraße abspielte, sah doch danach aus, als ob "Schiebock", so der Spitzname des Aufsteigers, die Partystimmung nicht verderben wollte.

Schon zur Halbzeitpause waren die lustlos und unmotiviert wirkenden Gäste gegen den Spitzenreiter mit zwei Gegentoren durch Grote und Frahn noch sehr gut bedient. Nach dem Seitenwechsel kam dann zur Lethargie der Bischofswerdaer auch noch Spielfreude der Chemnitzer hinzu, was die Laune bei den wenigen mitgereisten Gästefans nicht wirklich besser machte. Der CFC erspielte sich Chance um Chance und ließ trotz weiterer fünf Treffer noch etliche Gelegenheiten liegen, womit "Schiebock" eine zweistellige Pleite erspart blieb.

Zweifacher Torschütze in der Schlussphase war CFC-Winterneuzugang Pelle Hoppe. Der Ex-Bremer schraubte seine Trefferquote damit auf fünf Tore bei neun meist sehr kurzen Einsätzen. Keine 30 Minuten benötigt der 19-Jährige im Schnitt für einen Treffer und darf sich damit berechtigte Hoffnungen auf einen Startelfeinsatz am kommenden Samstag im Endspiel des Sachsenpokals gegen Drittligist FSV Zwickau machen. Der etatmäßige Sturmpartner von Daniel Frahn, Dejan Bozic, ist dort gelbgesperrt.

Das Pokalendspiel im eigenen Stadion ist die letzte schwere Aufgabe in dieser Saison für den CFC - zumindest sportlich. Abseits des Rasens muss die Vereinsführung um Insolvenzverwalter Klaus Siemon nun daran arbeiten, die Auflagen des Deutschen Fußballbundes (DFB) für die Drittligalizenz zu erfüllen. Im März hatte die neu gegründete GmbH des CFC, in welche die Regionalligamannschaft ausgegliedert ist, die Unterlagen für die Spielberechtigung eingereicht. Wie Siemon Ende April mitteilte, brauche der Verein noch Hilfe bei der Aufbringung des benötigten Budgets für die kommende Saison. Eine Entscheidung im Lizenzverfahren wird für Anfang Juni erwartet, Trainer David Bergner plane allerdings fest für Liga drei, wie er sagte. Mit welchen Spielern er dann um den Klassenerhalt kämpfen will, wird in den kommenden Wochen entschieden. Der aktuelle Kader durfte sich am Samstag nach dem Kantersieg erst einmal vor dem Stadion von fast 1000 Fans auf einer kleinen Bühne feiern lassen. Spieler aus Bischofswerda, die zum Gratulieren gekommen waren, wurden dort übrigens nicht gesichtet.


Kommentar: Ein bemerkenswertes Jahr

Ein Jahr ist es her, da wusste niemand beim CFC, wie es weitergeht. Sportlich war der Verein abgestiegen, finanziell am Boden, fast die komplette Mannschaft war weg. Dass der Verein jetzt die sofortige Rückkehr in die 3. Liga feiern kann, ist bemerkenswert.

Bemerkenswert gut, weil es mutig aber auch nachvollziehbar war, einen qualitativ so hochwertigen, in der Unterhaltung aber nicht billigen Kader zusammenzustellen. Die Chance, ohne Relegationsspiele aufzusteigen, wurde genutzt. Kompliment an Cheftrainer David Bergner und Sportchef Thomas Sobotzik.

Bemerkenswert schlecht war aber, wie sich der CFC in den letzten zwölf Monaten phasenweise abseits des Platzes präsentiert hat. Sollte der Verein die Lizenz für die 3. Liga bekommen, sollte er diese Chance nutzen, um für den Neuanfang alle mit ins Boot zu holen - auch die Mitglieder und erst Recht die Stadt.

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