Ausgezeichnet: Alte Haudegen und neue Talente im Sattel

Die besten Radsprinter des vergangenen Jahres wurden von der Stadt für ihre Leistungen geehrt - darunter auch manche, die ihre Karriere eigentlich schon beendet haben.

Christian Kux hat zweifellos Übung darin, Ehrungen entgegenzunehmen. Schließlich wurde der Chemnitzer in seiner Laufbahn unter anderem Deutscher Meister und Vize- Weltmeister auf der Bahn. Längst hat der 33-Jährige, der heute als Zahnarzt arbeitet, seine Profilaufbahn beendet, doch vom Radsport kann er nach wie vor nicht lassen. Und seit dieser Woche ist seine Trophäensammlung um einen Titel reicher. Denn Kux, der sogar einmal die Vuelta in Spanien bestritt, gewann den Pokal der Oberbürgermeisterin der Stadt Chemnitz 2018. Die Ehrung dazu fand im Rathaus statt.

Neben Männern waren es insbesondere Nachwuchsfahrerinnen und -fahrer aus sieben Altersklassen, die sich an insgesamt zehn Pokalrennen auf der Radrennbahn Chemnitz beteiligten. "Bei diesen Wettkämpfen geht es um Pokale, aber sie haben auch eine große Bedeutung für die Ausbildung der jungen Sportler", sagte Bert Dressel vom Chemnitzer Polizeisportverein (CPSV), unter dessen Federführung die Wettbewerbe stattfinden. "Das Fahren mit dem starren Gang und die Positionskämpfe auf der Bahn sind eine hervorragende Schule für die Kinder und Jugendlichen. Hätten wir diese Möglichkeit nicht mehr, würde auf jeden Fall etwas fehlen."

Die Pokalrennen, die von der Sparkasse und der Stadt Chemnitz unterstützt werden, haben eine lange Tradition. "Ich habe 1997, in dem Jahr als Jan Ullrich die Tour de France gewonnen hat, das erste Mal mitgemacht. Mir macht es nach wie vor Spaß, auch wenn mir mittlerweile immer wieder deutlich jüngere Fahrer auf der Bahn die Hammelbeine lang ziehen", sagte Männer-Gesamtsieger Christian Kux.

In der Reihe der erfolgreichen Aktiven, die durch Sport-Bürgermeister Ralph Burghart geehrt wurden, war mit Thora Rümmler eine Nachwuchshoffnung, die wie Kux das Trikot des RSV Chemnitz trägt. "Der Kampf auf der Bahn, sich durchzusetzen - das fasziniert mich. Und die Zuschauer bekommen auch etwas zu sehen", sagte die Radsportlerin, die in der Altersklasse U 13 die Gesamtwertung gewann. Sie besucht die Sportoberschule Chemnitz und bezeichnet Physik als eines ihrer Lieblingsfächer. Auch wenn ihr Vater Thomas Lippold der Chef des RSV ist, habe er seine Tochter nie Richtung Radsport gedrängt. "Sie konnte kaum laufen, da hat sie sich schon das erste Fahrrad geschnappt und sich ausprobiert. Mit acht Jahren wurde sie Vereinsmitglied und fährt seit dem zehnten Lebensjahr Lizenzrennen", sagte Lippold.

Und dabei kann sie richtig in die Pedale treten: Thora wurde unter anderem mehrfache Landesverbandsmeisterin im Omnium, einem Mehrkampf auf der Radrennbahn. Auch wenn sich die junge Radsportlerin bei Straßenrennen sehr gut geschlagen hat, dürfte ihre sportliche Zukunft im Sprintbereich auf der Bahn liegen. Da ist es nur folgerichtig, dass die Zwölfjährige auch in diesem Jahr wieder um den Pokal der Oberbürgermeisterin kämpft. "Wir haben die Weichen in Kooperation mit der Stadt sowie den Sponsoren schon wieder gestellt", sagte CPSV- Trainer und Mitorganisator Andreas Hirschligau.

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