Basketballer starten die Mission Erstliga-Aufstieg

Die Chemnitzer Niners bestreiten ihre erste Playoff-Partie gegen Karlsruhe. Kurz vorher gibt es eine gute Nachricht von der Stadtverwaltung.

Demnächst werden bei Fans der Niners Chemnitz Tränen fließen - Tränen der Freude über den Aufstieg in Basketball-Liga eins oder der Enttäuschung, weil es nicht ganz gereicht hat. Eines ist klar: Mit Beginn des ersten Playoff-Viertelfinalspiels am Samstag um 19 Uhr in der Richard-Hartmann-Halle gegen die Karlsruhe Lions wird das Nervenkostüm von Anhängern, Sponsoren und der Vereinsführung arg strapaziert. Die Korbjäger um Cheftrainer Rodrigo Pastore können den größten Erfolg der 20-jährigen Clubhistorie einfahren.

Legt man die gerade zu Ende gegangene Hauptrunde der 2. Bundesliga zugrunde, sind die Niners klarer Aufstiegsfavorit. Mit zehn Punkten Vorsprung hatten sie die Nase vorn. Im Fußball könnte jetzt groß gefeiert werden, weil die Saison zu Ende wäre. Doch im Basketball geht mit den Playoffs praktisch alles von vorn los. Auch Steffen Herhold ist sich bewusst, dass mit dem Hauptrundensieg noch nichts erreicht ist. Der Niners-Geschäftsführer will von einer Favoritenrolle des Chemnitzer Teams nichts wissen. "Wir waren bisher konstanter als die Konkurrenz. Doch die Mannschaften, auf die wir in den Playoffs treffen, verfügen über die sportlichen Waffen, um uns schlagen zu können", sagt Herhold.

Gespielt wird mit wechselndem Heimrecht nach dem Modus "Best of Five": Wer zuerst drei Partien gewonnen hat, ist eine Runde weiter. Setzen sich die Chemnitzer Korbjäger im Viertelfinale gegen Karlsruhe durch, treffen sie im Halbfinale auf Hamburg oder Rostock. Dann geht es bereits um die Erstliga-Wurst. "Wir würden gern aufsteigen. Sollte es nicht klappen, wäre das eine größere Enttäuschung als 2017, als wir von der Entwicklung überrascht wurden", so Herhold. Zur Erinnerung: Vor zwei Jahren scheiterten die Niners im Halbfinale äußerst knapp an Gotha. Andererseits stellt der 40-Jährige aber auch klar, dass die Mannschaft jetzt nicht zum Aufstieg verdammt ist. "Wir sind gut aufgestellt und würden eine weitere Saison in der 2. Bundesliga verkraften", sagt der Geschäftsführer.

Gehofft wird jedoch auf Liga eins, für die ein Mindestetat von drei Millionen Euro notwendig ist. "Wir arbeiten hart für dieses Budget. Und ich bin positiv gestimmt, dass wir es stemmen werden", betont Herhold. Es sei zunächst gelungen, "weitere mittlere und kleinere Sponsoren" zu gewinnen. Herhold räumt mit dem Gerücht auf, dass ehemalige Geldgeber des CFC, die den Viertligisten aus Frust verlassen haben, nun bei den Niners groß einsteigen. "So eine Umschichtung von Sponsorengeldern hat es in Chemnitz noch nie gegeben", erklärt der Niners-Geschäftsführer.

Auch personell müsse für die höchste Spielklasse aufgerüstet werden. "Derzeit sind wir zu viert in der Geschäftsstelle und würden dann zwei bis drei zusätzliche Mitarbeiter benötigen", so der gebürtige Karl-Marx-Städter. Bezüglich der Mannschaft sehen die Verantwortlichen offenbar keinen großen Handlungsbedarf. "Die meisten Spieler des jetzigen Teams sind für die Erste Liga geeignet. Wir haben eine relativ junge Mannschaft mit hohem Entwicklungspotenzial", ist Herhold überzeugt. Er hoffe auf einen Effekt, der im Sport des Öfteren zu beobachten sei - dass sich Spieler in einer höheren Liga noch einmal deutlich steigern.

Gesteigert werden soll auch die Zuschauerkapazität in der Hartmannhalle. In dem Zusammenhang gibt es eine gute Nachricht aus dem Rathaus: Wie die Stadtverwaltung auf Anfrage der "Freien Presse" mitteilte, wurde der Einbau zweier zusätzlicher Fluchttreppen rechtzeitig abgeschlossen. Man gehe davon aus, dass die Treppen für das erste Spiel gegen Karlsruhe freigegeben werden können, was zusätzlich fast 200 Stehplätze auf dem oberen Hallenumlauf bedeutet. Mit dieser Maßnahme sowie dem Einsatz von Hinterkorbtribünen wird die für Liga eins geforderte Kapazität von 3000 Besucherplätzen gerade so erfüllt, heißt es aus der Niners- Geschäftsstelle. "Unsere bevorzugte Spielstätte wäre jedoch die Chemnitz-Arena", sagt Steffen Herhold und führt unter anderem Platzgründe dafür an.

Für die bevorstehenden Playoffs drückt unterdessen auch der Chemnitzer Sportbürgermeister Ralph Burghart den Niners die Daumen. Er spricht von einer "friedlichen und enthusiastischen Atmosphäre" bei Heimpartien der Korbjäger, die für Gänsehaut sorge. "Basketball ist in Chemnitz Familiensport. Der Sport, die Mannschaft der Niners sollen dieses positive Bild in die Republik transportieren. Denn mit solchen Bildern zeigt die Stadt, wie sie wirklich ist", unterstreicht Burghart.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...