Basketballerinnen sorgen für Überraschung

Das Frauen-Team der Niners ist Oberliga- Meister geworden. Dabei stand die Mannschaft kurz vor der Auflösung.

In der Schloßteichhalle ist Training für die Niners angesagt. Auf dem Parkett befinden sich aber weder die Zweitliga-Herren noch das männliche U-19-Team, das in der Nachwuchsbasketball-Bundesliga spielt - sondern die Damenmannschaft des Vereins. So mancher wird sich jetzt vielleicht fragen: Seit wann gibt es bei den Niners ein Frauenteam? Doch spätestens seit dieser Saison hat sich die Mannschaft in der Region einen Namen gemacht. Mit sieben Siegen aus zehn Spielen wurden die Niners-Frauen Meister der Oberliga Sachsen.

"Und die Voraussetzungen dafür waren zu Beginn der Saison nicht die besten", sagt Andreas Oehm, der die Mannschaft seit gut einem halben Jahr trainiert. Der Grund: Das Team stand kurz vor der Auflösung. "Wir sind eine reine Freizeittruppe. Da kann so etwas schon mal passieren. Oftmals hatten wir zu tun, um genug Spielerinnen zusammenzubekommen", erzählt der Coach. Aber das wollte er so nicht hinnehmen. "Ich fühlte mich in die Pflicht genommen, das Frauenteam zu erhalten", blickt er zurück. Da Oehm einige Jahre Co-Trainer bei den Chemcats war, ließ er seine noch vorhandenen Kontakte spielen. "Ich rief einige Spielerinnen an, die aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr für die Chemcats aufliefen. Manche haben schon länger jahrelang nicht mehr gespielt."

Zudem sei unter anderem seine jüngere Tochter Anja, die im hessischen Grünberg spielte und drei Jahre zum Nationalmannschaftskader gehörte, zurück nach Chemnitz gekommen. So wurde nach und nach ein neues Team geformt. "Neben den erfahrenen Akteurinnen kamen Jüngere dazu. Wir sind eine Mischung aus Jung und Alt. Während die jüngste Spielerin gerade 16 Jahre alt ist, zählt die älteste 42 Lenze", sagt Oehm. Menschlich miteinander auszukommen, sei kein Problem. Aber spielerisch sei es zu Beginn nicht immer einfach gewesen, wenn Erfahrung und Neuanfang während der Punktspiele aufeinander trafen. "Das musste erst zusammenfinden. Und es ging schneller als gedacht, obwohl wir die beiden ersten Partien knapp verloren haben", sagt der Trainer. Er freue sich, dass man nach der Fast-Auflösung das Team am Leben erhalten hat.

Angefangen hatte alles in der Saison 2015/2016. "Wir haben in der Landesliga begonnen, wo Freizeitteams spielen", erinnert sich Cindy Linke, die die Mannschaft damals trainierte und heute noch Spielerin im Frauenteam der Niners ist. Bereits ein Jahr nach dem Start in der Landesliga sei man in die Oberliga aufgestiegen. "Doch leider sind wir Letzter geworden. Weil aber niemand aus der Landes- in die Oberliga aufsteigen wollte, gab es keinen Absteiger", so Linke, die vorher bei den Chemcats spielte. Bei der Gründung des Niners-Frauenteams habe man auf einige ehemalige Spielerinnen vom Freizeitteam der Chemcats zurückgegriffen, die aufgehört hatten beziehungsweise nicht mehr zum Einsatz kamen. "Natürlich kann ich verstehen, dass Verantwortliche der Chemcats verärgert über diesen Schritt gewesen sind. Wir sind aber nicht im Streit auseinandergegangen", betont Linke.

Trotz des Meistertitels in der Oberliga kommt nach den Worten des Trainers ein Aufstieg in die Regionalliga nicht infrage. "Wir müssten drei Mal in der Woche trainieren. Das geht nicht, da wir nach wie vor eine Freizeitmannschaft sind, obwohl einige Akteure eine Klasse höher gespielt hätten. Das zeigt, dass wir dennoch ein Team mit gehobenen sportlichen Ansprüchen sind", so Oehm. Auch finanziell wäre die Regionalliga kein Problem gewesen.

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