Bike-Marathon: 680 Fahrer, neue Strecke und ein Seriensieger

Auf der Königsetappe rund um den Adelsberg wiederholte ein Sportler seinen Erfolg aus dem Vorjahr. Die Organisatoren des Rennens hatten die Route verändern müssen. Wie kam das an?

Auf der Starterliste stand er wegen seines Nachnamens ganz unten, in der Rangliste am Schluss aber ganz oben: Robert Walther ist der neue Rad-König vom Adelsberg. Der 36-Jährige holte sich am Mittwoch den Sieg auf der Königsetappe beim Adelsberg-Bike-Marathon. Die 60 Kilometer bewältigte er in gut zweieinhalb Stunden.

Der Flöhaer setzte sich bereits in der ersten von drei Runden von seinen Verfolgern ab - und musste einen Großteil der Strecke allein bewältigen. "Unterwegs trifft man aber auf viele Fahrer, die über 20 oder 40 Kilometer antreten. Langweilig wird es also nicht", berichtete Walther. Für ihn ist es nach dem Erfolg im Vorjahr der zweite Sieg in Folge. Und ein weiterer Triumph in diesem Jahr. Im Juni hatte er beim 24-Stunden-Rennen am Stausee Rabenstein die schnellste Runde gefahren, im August den Vogtland-Radmarathon gewonnen. Und erst am Wochenende hatte er sich bei der "Straßenschlacht"-Premiere in Limbach-Oberfrohna durchgesetzt.

Walther ist - wie viele andere Fahrer - Stammgast beim Adelsberg-Bike-Marathon und kennt die Strecke bestens. In diesem Jahr konnte er sich allerdings nicht auf sein Erinnerungsvermögen verlassen, sondern musste der Beschilderung folgen. Denn erstmals seit vielen Jahren hatten die Organisatoren von der SG Adelsberg im Vorfeld die Routenführung ändern müssen. Das hing zum einen mit Forstarbeiten zusammen, die ein Befahren eines Weges im Sternmühlental unmöglich gemacht hatten, berichtete Vereins-Vorstand Wolfgang Fischer: "Das Unfallrisiko wäre zu groß gewesen." Zum anderen habe man die Route im Bereich des Adelsbergturmes ändern müssen, um Besuchern der dortigen Gaststätte eine Anfahrt gewährleisten zu können. Im Ergebnis hat sich zwar die Streckenlänge nicht geändert. Die Fahrer mussten aber mehr Höhenmeter bewältigen - insgesamt rund 540 Höhenmeter pro 20-Kilometer-Runde. Gut 80 Prozent der Strecke führen dabei über unbefestigte Feld- und Waldwege. "Wir sind gespannt auf das Feedback der Fahrer", sagte Fischer.

Das fiel überwiegend positiv aus. Julius Wagler, der sich den Sieg im 20-Kilometer-Wettbewerb holte, gefiel, dass es nun einen Single-Trail mehr gebe. Gemeint ist ein schmaler Pfad, auf dem man nicht nebeneinander fahren kann. "Die Änderungen sind nicht problematisch", meinte der Erfurter, der zum zwölften Mal antrat. Das Rennen sei ein guter Saisonabschluss für ihn und andere Fahrer, lobte Wagler. "Es ist super organisiert und stark besetzt." Zum ersten Mal dabei war Sarah Lehmann aus Dresden. "Ich wusste also gar nicht, was mich erwartet", sagte die beste Frau im 20-Kilometer-Klassement. Sie mochte die Passagen auf Waldwegen, die sich dank des überwiegend trockenen Wetters gut fahren ließen. "Es war anspruchsvoll. Nächstes Jahr bin ich aber wieder dabei", kündigte Lehmann nach ihrer Premiere an.

Seriensieger Robert Walther war indes geteilter Meinung zur neuen Strecke. Die veränderte Route im Sternmühlental sei unproblematisch. Die neue Strecke im Bereich des Adelsbergturms sei aber "nicht optimal", fand der 36-Jährige. Statt einer technisch anspruchsvollen Etappe im Wald habe man nun im Anschluss an den neuen Single-Trail "einen langen Zieh-Berg", so Walther: "Der lag voll im Wind. Einige Teilnehmer sind dort abgestiegen." Von einem erneuten Start im kommenden Jahr schrecke ihn das aber nicht ab, sagte Walther. Kritisch sah er indes die Erhöhung der Startgebühr. Da erreiche man langsam eine Schmerzgrenze.

Chef-Organisator Wolfgang Fischer erklärte die Anhebung mit Investitionen in die Technik. "Wir haben ein neues Zeitnahmesystem angeschafft." Das bringe den Fahrern viele Vorteile. Zudem sei die Startgebühr für jene, die sich zeitig angemeldet hätten, nahezu gleich geblieben. Für Spätanmelder sei es dagegen teurer geworden. Auf die Starterzahl hatte das aber keine Auswirkungen. Rund 680 Sportler gingen an den Start - 100 mehr als im Vorjahr. "Eine sehr gute Zahl", fand Fischer. Er konnte auf die Unterstützung von 120 Helfern bauen. "Der gesamte Verein hat mitgemacht."

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