BSC Rapid zittert sich zum ersten Saisonsieg

Fußball-Landesliga: Chemnitzer Team bezwingt Niesky 3:2

Der Schlusspfiff kam einer Erlösung gleich. "Gott sei Dank ist das Spiel zu Ende", sagte Stadionsprecher Jürgen Auerbeck am Sonntag kurz vor 17 Uhr ins Mikrofon. In der Fußball-Landesliga hatte der BSC Rapid gegen Eintracht Niesky 3:2 (2:0) gewonnen und den ersten Saisonsieg eingefahren. "Das halten meine Nerven nicht mehr lange aus", bemerkte Co-Trainer Jörg Otto-Hartling auf dem Weg in die Kabine.

Wie bereits in den Partien zuvor gab es im Stadion an der Irkutsker Straße eine spannende Begegnung inklusive turbulenter Schlussphase zu erleben. Der BSC Rapid hatte nach überzeugender Vorstellung und Treffern von Tom Marold und Jiri Jedinak zur Halbzeit 2:0 vorn gelegen. Wer glaubte, die Mannschaft würde das Nervenkostüm von Trainern und Fans diesmal schonen und das Spiel sicher zu Ende bringen, sah sich getäuscht. Nach dem Anschlusstreffer der Gäste (54.) hielt bei den Hausherren Angsthasenfußball Einzug. "Trotzdem haben wir uns auch in dieser Phase Chancen erarbeitet", stellte BSC-Trainer Thomas Schreyer fest. Eine davon nutzte Kapitän Markus Vettermann zum 3:1 (70.).

An ein entspanntes Zurück- lehnen war jedoch weiterhin nicht zu denken. Die fast ausschließlich bei Standards gefährlichen Gäste aus der Lausitz, in deren Reihen vorwiegend Polnisch gesprochen wurde, nutzten eine zu kurze Kopfball-Abwehr der Chemnitzer zum 2:3 in der 82. Minute. Die letzten Offensivbemühungen von Niesky, bei denen der Torhüter mit in den Rapid-Strafraum stürmte, brachten zum Glück nichts mehr ein. "Wir machen uns das Leben selbst schwer", sagte Coach Schreyer.

Markus Vettermann fiel unterdessen ein Stein vom Herzen. "Endlich haben wir uns mal für unseren Aufwand belohnt", betonte der Kapitän. In den Vorwochen habe er oft zu hören bekommen: "Ihr habt ein Riesenspiel gemacht, aber nicht gewonnen." Da sei es ihm lieber, wie gegen Niesky ein "Scheißspiel" zu zeigen, aber drei Punkte zu holen. Auf die Endphasen angesprochen, in denen beim BSC das große Zittern angesagt ist, sagte Vettermann: "In den letzten Minuten kommt das in der Saison bisher Erlebte hoch. Wir haben Angst, erneut mit nichts oder wenig dazustehen."

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