CFC: 5:0-Sieg und ein besonderer Fanprotest

Der Regionalligist hat auch in Meuselwitz nichts anbrennen lassen und einen 5:0-Sieg eingefahren. Für einen Teil der über 1500 mitgereisten Chemnitzer Fans standen jedoch nicht nur sportliche Dinge im Vordergrund.

Sie haben ihre Ausnahmestellung in der Fußball-Regionalliga Nordost erneut eindrucksvoll unter Beweis gestellt: Mit einem 5:0 (2:0)-Erfolg beim ZFC Meuselwitz fuhren die Kicker des Chemnitzer FC am Sonntagnachmittag den 15. Sieg im 15. Spiel ein. Daniel Frahn traf doppelt, die weiteren Tore erzielten Dejan Bozic und Dennis Grote, kurz vor Schluss trug sich noch der eingewechselte Youngster Erik Tallig in die Torschützenliste ein.

Im Bereich der Chemnitzer Auswechselbank ging es während der Partie zu keinem Moment hektisch zu. Schließlich beherrschte der CFC in der Bluechip-Arena den Gegner, geriet nie ernsthaft in Bedrängnis. Deshalb sah Cheftrainer David Bergner auch keinen Grund, die Startelf frühzeitig zu verändern. Es dauerte bis zur 81. Minute, ehe Timo Mauer für Rafael Garcia auf den Rasen kam. Zu diesem Zeitpunkt führten die Himmelblauen bereits mit 4:0. Für den 21-jährigen Mauer war es der zehnte Einsatz in einem Punktspiel. Fünfmal stand der gebürtige Schweinfurter zwar im Kader, blieb aber auf der Bank. Zudem durfte Mauer in den beiden Pokalbegegnungen mitmischen. "Wir haben sehr effektiv gespielt. Wichtig war, dass wir zu Beginn der zweiten Halbzeit kein Gegentor bekamen. Dann haben wird das Spiel mit unserer Qualität sicher zu Ende gespielt", sagte der Mittelfeldakteur.

Mit seinen Kameraden von der Auswechselbank war er von Trainer Bergner zu Beginn der zweiten Hälfte zum Aufwärmen geschickt worden. Dabei gab es auch Gelegenheit, einen Blick auf den Rasen zu werfen. "Beim Dehnen kann man zum Beispiel beides gut miteinander verbinden. Natürlich verfolgen wir von draußen das Geschehen und freuen uns, wenn die Tore fallen", sagte Mauer, der die Jugendabteilungen des FC Carl-Zeiss Jena sowie von RB Leipzig durchlief und später die Trikots des SC Paderborn sowie von Jena trug. Beim Regionalliga-Spitzenreiter habe er sich nach seinem Wechsel im Sommer gut eingelebt. "Ich habe in der Stadt schnell eine passende Wohnung gefunden. Innerhalb der Mannschaft geht es familiär zu, das machte vieles einfach", erklärte der Kicker.

Sportlich gesehen musste sich der Franke jedoch erst einmal an das CFC-System gewöhnen. "Timo hatte zunächst etwas zu kämpfen, um unser Spielweise zu verinnerlichen. Es gab für ihn auch eine Phase, in der es nicht richtig lief. Aber diese Talsohle hat er aus meiner Sicht durchschritten", schätzte Coach Bergner ein. Zugleich begründet der 44-Jährige, warum der 1,75 Meter große Akteur nach Chemnitz geholt wurde. "Er ist talentiert, agiert mit sehr hohem Tempo. Das hat er auch heute und schon im jüngsten Pokalspiel gezeigt", sagte Bergner.

Für einen Teil der mehr als 1500 mitgereisten CFC-Anhänger standen in Meuselwitz jedoch nicht nur sportliche Dinge im Vordergrund. Nach Informationen der "Freien Presse" soll der Nordostdeutsche Fußballverband grünes Licht dafür gegeben haben, dass die neu gegründete Chemnitzer Kapitalgesellschaft Anfang 2019 das Spielrecht übernehmen kann. Doch mit diesen Plänen können sich Teile der Chemnitzer Fan-Szene offenbar nach wie vor nicht identifizieren. Sie starteten am Sonntag zu Beginn der zweiten Halbzeit eine Aktion, indem sie nachgeahmte Dollarnoten in die Luft warfen. Diese trugen den Aufdruck "Chemnitzer FC GmbH" und waren mit den Porträts von Ex-Vorstandschef Mathias Hänel sowie Insolvenzverwalter Klaus Siemon und CFC-Sportdirektor Thomas Sobotzik versehen. Auch in anderen deutschen Stadien waren am Wochenende Dollarnoten durch die Luft geflogen - aus Protest gegen den Kommerz im Fußballsport.

Tickets

Sein nächstes Punktspiel bestreitet der CFC am Samstag um 13.30 Uhr an der Gellertstraße gegen Viktoria Berlin. Eintrittskarten für diese Heimbegegnung sind in den Shops der "Freien Presse" erhältlich.

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