CFC feiert die Meisterschaft - aber auch den Drittligaaufstieg?

Mit Freibier und Musik soll am Samstag der Titel der Regionalliga bejubelt werden. In welcher Liga es in der kommenden Saison weitergeht, ist indes noch immer unklar. Und auch das Verhalten der Fans zum letzten Spiel könnte interessant werden.

Chemnitz.

Der Chemnitzer FC bestreitet an diesem Samstag sein letztes Saisonspiel in der Regionalliga. Vor der Partie gegen den Bischofswerdaer FV, die um 13.30 Uhr angepfiffen wird, bekommen die Himmelblauen von Vertretern des Nordostdeutschen Fußballverbandes die Trophäe für den Gewinn der Meisterschaft überreicht. Und nach der Partie soll mit den Fans gefeiert werden. Der Rahmenplan steht also - und doch sind vor dem Saisonfinale noch einige Fragen offen.

Das Sportliche: CFC-Trainer David Bergner lobte seine Mannschaft vor dem letzten Punktspiel noch einmal in aller Form. "Ich sage bewusst, dass diese Saison endlich zu Ende geht. Es gab rund um die Mannschaft so viele Nebengeräusche und Probleme, dass ich einfach nur den Hut davor ziehen kann, wie sie dennoch eine sehr starke Saison gespielt hat", sagte Bergner. Im letzten Spiel will er noch einmal seine beste Mannschaft aufs Feld schicken, aller Voraussicht nach wird auch Stürmer Dejan Bozic von Beginn an auflaufen, trotz seiner Gelbsperre für das Sachsenpokalfinale am kommenden Wochenende gegen Zwickau. "Ich sehe das Spiel gegen Bischofswerda nicht als Generalprobe für das Finale", sagte Bergner. "Wir wollen noch einmal ein gutes Spiel zeigen und gewinnen."

Die Party: Einen Platzsturm nach dem Abpfiff wollen die Verantwortlichen des CFC unbedingt vermeiden, denn seit der offiziellen Trauerminute im Stadion für einen Ex-Neonazi am 9. März stehen der Verein und seine Fans unter besonderer Beobachtung durch den Fußballverband. Damit die Fans dennoch gemeinsam mit den Spielern feiern können, steigt im Anschluss an das Spiel gegen Bischofswerda eine Meisterfeier vor dem Stadion. Auf dem Parkplatz wird es Freibier, Musik und einige Talkrunden geben, teilte der Verein mit. Gegen 16.30 Uhr soll auch die Mannschaft des CFC zur Feier stoßen. Finanziert wird die Fete durch Sponsoren.

Die Fans: Bis Donnerstag waren im Vorverkauf 3000 Karten weg, der Ansturm auf die Tickets hält sich in Grenzen. Laut CFC-Sprecher Steffen Wunderlich habe es im Vorfeld des des Spiels keine Anmeldungen für besondere Choreografien oder Ähnliches gegeben. Wie und ob die Fans also den Meistertitel feiern, ist noch unklar. Vielmehr gibt es sogar Hinweise darauf, dass Teile der treuesten Fans aus der Südkurve dem Spiel und der Feier aus Protest gegen die Politik von Insolvenzverwalter Klaus Siemon fernbleiben wollen.

Die Lizenz: Noch immer ist unklar, ob der CFC die Lizenz für die kommende Drittligasaison erhält. Ein Sprecher des Deutschen FußballBundes (DFB) teilte auf Anfrage der "Freien Presse" mit, dass sich der Verband zu laufenden Lizenzierungsverfahren generell nicht äußert. "Mit einer Entscheidung ist Mitte Juni zu rechnen, meist wird es schon ein paar Tage eher", so der Sprecher. Es werde dann die Bekanntgabe der Staffeleinteilung geben. "Sollte der CFC als Drittligist benannt werden, hat er es geschafft. Sollte er keine Lizenz bekommen, werden die Gründe dafür dann benannt." Wie CFC-Sprecher Steffen Wunderlich sagte, sei der Verein derzeit in Gesprächen mit dem DFB. "Auch wir würden gern vermelden, dass wir die Lizenz für die 3. Liga erhalten haben. Wir wissen es aber nicht", so Wunderlich.

Die Planung: CFC-Trainer David Bergner geht fest davon aus, dass der Verein die Lizenz für die 3. Liga erhält. "Nur so planen wir die Zusammenstellung des Kaders", sagte er. Es habe Gespräche mit allen Spielern gegeben, manche seien darüber informiert worden, dass mit ihnen nicht mehr geplant wird. "Es ist klar, dass es Veränderungen in der Mannschaft geben muss, denn die 3. Liga ist anspruchsvoll", sagte Bergner.

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1Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 2
    1
    Lesemuffel
    17.05.2019

    Offensichtlich findet zur Zeit ein Kampf zwischen den Sportlern und den Politikern statt. Erstere haben sich entschuldigt und sollten nach vorn schauen dürfen. Die Politikern wollen wahrscheinlich das einmal kreierte Exempel gegen die angeblich rechtslastige Stadt und den CFC nicht preisgeben und weiter gebrauchen. Sie werden vermutlich Siegen und die Lizenz zu verhindern wissen. Leider!



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