CFC-Junioren kassieren klare Niederlage

Im ersten Relegationsspiel um den Bundesliga-Aufstieg hat das U-19-Team am Sonntag in Hamburg 1:4 verloren. Stocksauer war der Trainer aber bereits vor dem Anpfiff.

In der 74. Minute keimte im Lager des Chemnitzer FC mit einem Male Hoffnung auf. Erik Tallig, der bereits einen Profivertrag in der Tasche hat, gelang aus gut 20 Metern ein sehenswerter Freistoßtreffer. Damit stand es im ersten Relegationsspiel um den Aufstieg in die U-19-Bundesliga zwischen dem Eimsbütteler TV Hamburg und den Himmelblauen nur noch 2:1 für die Gastgeber. Das wäre eine gute Ausgangsposition fürs Rückspiel am nächsten Samstag gewesen.

Doch der CFC-Nachwuchs kassierte in der Schlussviertelstunde noch zwei Tore und musste sich am Sonntag 1:4 (0:2) geschlagen geben. So bitter es klingen mag: Mit diesem Resultat waren die Chemnitzer letztlich noch gut bedient. "Zur Halbzeit hätten wir 0:5 zurückliegen können. Die Hamburger hatten deutliche Schnelligkeitsvorteile, zeigten mehr Willens- und Kampfkraft", resümierte CFC-Trainer Kay-Uwe Jendrossek während der Rückfahrt im Telefonat mit der "Freien Presse". Eimsbüttel sei mit Ausnahme von Erik Tallig auf allen Positionen besser besetzt gewesen. Auf die Frage, ob es im Rückspiel noch eine Chance gibt, das Blatt zu wenden, antwortete Jendrossek: "Eher könnte man behaupten, dass die Erde eine Scheibe ist."

Verärgert zeigte sich der frühere Zweitligaprofi nicht nur wegen des sportlichen Auftritts seiner Schützlinge. Bereits das, was im Vorfeld dieser Partie geschah, brachte sein Blut in Wallung. Laut Jendrossek hat der CFC-Tross erst am Samstagnachmittag durch den Staffelleiter des DFB erfahren, dass die Begegnung in Hamburg auf Kunstrasen stattfindet, weil der vorgesehene Naturrasen nach starken Regen- fällen nicht bespielbar sei. "Der Gastgeberverein hätte doch früher darüber informieren können. Dann hätten wir andere Fußballschuhe mitgenommen, die besser für Kunstrasen geeignet sind", sagte Jendrossek. So aber sei es zum Umkehren zu spät gewesen. "Wir waren schon dreieinhalb Stunden mit dem Bus unterwegs ", berichtete der 47-Jährige. Mit Fairplay habe das Verhalten der Hamburger nichts zu tun.

Gegen diesen Vorwurf wehrte sich Loic Favé, Jugendkoordinator des Eimsbütteler TV. "Wir hatten alles für ein Spiel auf Naturrasen organisiert. Doch dann gab es in der Nacht von Freitag zu Samstag extreme Niederschläge, die auch in Hamburg nicht so häufig vorkommen", sagte Favé auf Anfrage. Bei dem Sportplatz seines Vereins handele es sich um eine kommunale Anlage. Die vorgesehene Spielfläche sei vom zuständigen Bezirksamt gesperrt worden. "Der Ausweichplatz darf laut DFB-Regeln ein Kunstrasen sein", so der Hamburger Jugendkoordinator. Es sei nicht möglich gewesen, früher über den Wechsel der Spielfläche zu informieren. "Ich sage unseren Spielern immer, sie sollen sicherheitshalber zwei paar Schuhe einpacken - für Kunst- und für Naturrasen. Das hätten die Chemnitzer auch machen können", gab Favé zu bedenken.

Für ihn ist die Aufstiegsentscheidung trotz des klaren 4:1 noch nicht gefallen. "Man hat in den Halbfinals der Champions League gesehen, was alles möglich ist", so Favé. Er bemühe sich um ein gutes Verhältnis zu anderen Vereinen, mache sich jedoch bezüglich des Rückspiels am Samstag "so seine Gedanken". Das liege am Verhalten von CFC-Trainer Jendrossek, der den Handschlag verweigert und sinngemäß gesagt habe: ,Wir sehen uns in Chemnitz, dann lernt ihr Chemnitz mal kennen.'"

Dies wiederum weist Jendrossek zurück. "Den Handschlag habe ich verweigert, das stimmt. Ansonsten habe ich nur gesagt, dass es noch ein Rückspiel in Chemnitz gibt, was ja auch stimmt", so der Trainer. Er bleibe dabei: Nach den Regenfällen in der Nacht hätte Eimsbüttel bereits am Samstagvormittag direkt beim CFC anrufen und darauf hinweisen können, dass das Spiel eventuell auf Kunstrasen stattfindet.

Rückspiel Die zweite und entscheidende Relegationspartie findet am kommenden Samstag statt. Anstoß ist um 11 Uhr im Hauptstadion des Sportforums.

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