CFC siegt gegen Neugersdorf - Stimmungsboykott beendet

Der Chemnitzer FC gewinnt, doch den Trainer plagen Verletzungssorgen. Aufsehen erregte eine Aktion auf der Tribüne.

Der Chemnitzer FC hat seine Siegesserie in der Fußball-Regionalliga ausgebaut. Der FC Oberlausitz Neugersdorf wurde am Sonntag durch je zwei Tore von Daniel Frahn und Dejan Bozic 4:0 (3:0) bezwungen. Das Stürmerduo des Spitzenreiters führt auch die Torschützenliste der Staffel Nordost an. Bozic hat zwölfmal getroffen, Frahn netzte elfmal ein.

Doch die Woche dürfte für Cheftrainer David Bergner nicht sorgenfrei beginnen. Eine knappe Stunde war im Chemnitzer Stadion gespielt, als Paul Milde das Feld verließ und der junge Erik Tallig auf den Rasen geschickt wurde. Für diesen Tausch entschied sich Bergner mit Blick auf die bevorstehenden Aufgaben. Am Mittwoch müssen die Chemnitzer im Achtelfinale des Sachsenpokals beim Landesligisten FC Lößnitz bestehen, am Sonntag geht es in Meuselwitz um Regionalliga-Punkte. Milde, der zuletzt seine Aufgaben für den Tabellenführer recht ordentlich erledigte, meldete medizinische Probleme im Adduktorenbereich an. "Wir haben ihn aus reiner Vorsicht ausgewechselt", sagte der Coach nach dem Abpfiff. Anfang der Woche werde Klarheit bestehen, ob Milde gehandicapt oder einsatzbereit ist. Nach Fabian Müller, der nach Achillessehnenproblemen noch nicht wieder im kompletten Mannschaftstraining steht und Jakob Gesien (Muskelfaserriss) droht der nächste Akteur auszufallen, der auf der linken Abwehrseite verteidigen kann.

Für Tallig war es der erste Punktspielauftritt 2018 vor heimischer Kulisse. Bisher war er im Pokal gegen Markkleeberg eingewechselt worden und erzielte ein Tor. Am Spielbetrieb der Liga nahm er erstmals vergangene Woche für einige Minuten bei Hertha BSC II teil. "Erik hat schon vergangene Saison bei uns im Kader gestanden. Er hat die Aufgaben im Training mit einer gewissen Leichtigkeit erledigt. Sein Debüt gegen Berlin war ordentlich, jetzt hat er zu Hause gezeigt, war er drauf hat. Wenn der Junge auf dem Boden bleibt, kann er uns in den nächsten Wochen noch richtig helfen", sagte der Chemnitzer Coach.

Der Spieler ist Teil der "Jugendbrigade", die aus der eigenen U 19- Truppe hochgezogen wurde. Dazu zählen auch Valentino Schubert sowie Paul-Luis Eckardt. Tallig ist ein echter Chemnitzer Junge und begann einst bei Textima Chemnitz dem runden Leder nachzujagen. Schnell wechselte der 18-Jährige zu den Himmelblauen. Das war 2009. Anschließend durchlief er alle Nachwuchsteams und schaffte schließlich den Sprung in den Männerbereich. "Ich bin von der Truppe sehr gut aufgenommen worden und komme auf jeden Fall zurecht", versicherte Tallig. Dennoch dreht sich bei der Nachwuchshoffnung nicht alles um Fußball. Derzeit lernt der Mittelfeldspieler am Chemnitzer Sportgymnasium. Dort besucht er die 13. Klasse und will im Frühjahr sein Abitur ablegen. In Eden Hazard vom FC Chelsea sieht Tallig ein sportliches Vorbild. "Er ist sehr schnell und Linksfuß", begründete der junge Kicker. Dass die Mannschaft des CFC diese Saison noch viel Arbeit vor sich hat, wurde Tallig schnell wieder ins Gedächtnis gerufen. Co-Trainer Sreto Ristic bat die Mannschaft bei Nieselregen und alles andere als kuschligen Temperaturen zum Auslaufen auf den Platz.

Aufsehen erregte eine Aktion der Chemnitzer Ultras. Zahlreiche Fans hielten während des Spiels Zettel mit der Aufschrift "Lautstark und kritisch" in die Höhe. Damit beendeten sie den einmonatigen Stimmungsboykott und unterstützten das Team lautstark. Die wirtschaftliche Entwicklung des Vereins wollen sie nach Informationen von "Freie Presse" jedoch weiterhin lautstark und kritisch begleiten. Zuvor hatte es vergangene Woche ein Treffen der Ultras und der Fanszene mit dem CFC-Vorstand gegeben. Hintergrund des Stimmungsboykotts war die Forderung, dass die Fans ein Mitspracherecht bei der Ausgliederung der Profi-Abteilung bekommen sollen.mit hfn/lumm

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