CFC-Vorstand: Sehen uns nicht als Top-Favoriten

Trotz deutlicher Tabellenführung werden beim Viertligisten die Bälle flach gehalten. Das liegt auch an den Problemen bei der Sicherung des Saisonetats.

Nach sechs Siegen in den ersten sechs Saisonspielen gilt der Chemnitzer FC als "große Nummer" der Fußball-Regionalliga Nordost, wie es Cheftrainer David Bergner vor wenigen Tagen ausdrückte. Für eine Reihe von Kontrahenten sind die Himmelblauen Aufstiegskandidat Nummer eins. In diesen Chor will Thomas Sobotzik, CFC-Vorstand für Sport und Finanzen, jedoch nicht einstimmen. "Ich sehe uns nicht als Top-Favoriten. Wir waren bisher sehr erfolgreich, aber es sind erst sechs Spiele absolviert", sagte Sobotzik am Donnerstag auf Anfrage. Es sei zu früh, um Prognosen abgeben zu können. Das sieht auch der Trainer so. "Wir tun gut daran, demütig zu bleiben. Außerdem schläft die Konkurrenz nicht", gab David Bergner zu bedenken.

Diese Aussage wurde gerade wieder bestätigt: Wacker Nordhausen, vor Saisonbeginn als heißester Aufstiegskandidat gehandelt, hat personell nochmals aufgerüstet und die Verpflichtung eines tschechischen Erstliga-Kickers von Dukla Prag bekanntgegeben. "Nordhausen kann wie auch Lok Leipzig aus dem Vollen schöpfen. Sicherlich sind beide Clubs in der Lage, sich während der Winterpause erneut zu verstärken", erklärte Thomas Sobotzik. Der CFC müsse einen anderen Weg gehen - "mit kleinem Kader, viel Zusammenhalt und Mentalität sowie mit der Unterstützung der tollen Fans".

Wie Sobotzik auf Nachfrage bestätigte, ist der laufende Saisonetat des Vereins noch nicht gedeckt. Der ehemalige Erstliga-Profi sprach von 1,85 Millionen Euro für den Lizenzspielerbereich und dessen Funktionsteam. "Das Gesamtbudget liegt bei rund 3,5 Millionen Euro", ergänzte der gebürtige Pole. Darin enthalten seien unter anderem Kosten für die Stadionnutzung und das Nachwuchsleistungszentrum. Zur Größe der Etatlücke wollte der 43-Jährige keine Angaben machen. Er deutete jedoch an, wie sie geschlossen werden könnte. "Wir haben Nachholbedarf bei einigen Unternehmen, bei denen die Stadt Gesellschafter ist. Mündliche Vereinbarungen haben noch nicht zu Verträgen geführt", so der Vorstand, ohne ins Detail zu gehen.

Sobotzik zeigte sich erleichtert, dass der monatelange Streit zwischen Insolvenzverwalter Klaus Siemon und dem ehemaligen CFC-Vermarkter Infront beigelegt werden konnte. Siemon hatte die Vertragsgestaltung zwischen Infront und dem Verein als Hauptgrund für dessen Insolvenz bezeichnet und damit den Zorn des Schweizer Unternehmens auf sich gezogen. Inzwischen haben sich die einstigen Streithähne zusammengerauft. "Infront verzichtet jetzt nicht nur auf seine Forderungen als Gläubiger, sondern leistet auch Zahlungen, um den Sanierungserfolg des CFC zu gewährleisten", erläuterte Sobotzik.

Testspielsieg Der CFC hat am Donnerstagabend ein Testspiel bei Eintracht Thum-Herold mit 17:1 (8:0) gewonnen. Dabei konnte sich Erik Tallig als siebenfacher Torschütze auszeichnen. "Er war einer von fünf A-Junioren, die zum Einsatz kamen", sagte CFC-Sprecher Maximilian Glös. Trainer Bergner habe zudem Spieler aufs Feld geschickt, die zuletzt nicht zur Stamm-Elf gehörten.

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