Chemnitzer Verein freut sich über einen silbernen Stern

Miteinander statt Gegeneinander - das ist bei den Mitgliedern dieses Clubs sowohl Name als auch Verpflichtung. Für die Ausrichtung eines ganz besonderen Wettkampfs wurden sie nun geehrt.

Ronny Kienert zuckt mit den Schultern, als er nach den Besonderheiten seines Clubs gefragt wird. "Wir sind eigentlich ein Verein wie jeder andere auch", sagt er, "ich wüsste nicht, was ich zu uns noch so großartig sagen soll." Gut - dass er und seine vielen Mitstreiter vom Chemnitzer Verein "Miteinander statt Gegeneinander" mit den Chemlympics eine besondere Sportveranstaltung aus der Taufe gehoben haben, weiß auch Kienert. Und dass sich sein Verein ganz besonders für die Inklusion, also die Integration behinderter Menschen in den Alltag, engagiert, weiß er auch. Aber er sieht es als selbstverständlich an.

Über die Auszeichnung, die der Verein in Empfang nehmen durfte, freuten sich Kienert und seine Mitstreiter dennoch sehr. Vom sächsischen Sportminister Roland Wöller gab es den "Stern des Sports" in Silber - eine der höchsten Auszeichnungen, die es in Sachsen für Engagement im Sport gibt. Drei Vereine wurden insgesamt ausgezeichnet, die Chemnitzer Delegation durfte sich über den ersten Platz und 2500 Euro Preisgeld freuen.

Die "Sterne des Sports" sind eine Initiative des Deutschen Olympischen Sportbundes und der Volksbanken Raiffeisenbanken. Sie zeichnen Sportvereine und ihre vielen ehrenamtlichen Helfer für ihr gesellschaftliches Engagement aus. Auf der Landesebene standen alle Bronzesieger der regionalen und lokalen Ebene im Wettbewerb um den großen "Stern des Sports" in Silber. Für den Verein "Miteinander statt Gegeneinander" geht der Wettbewerb nun auf Bundesebene weiter. Die Chemnitzer werden das Bundesland Sachsen bei der Vergabe des großen "Stern des Sports" in Gold durch Bundeskanzlerin Angela Merkel am 22. Januar 2019 in Berlin vertreten.

"Wir hatten uns im vergangenen Jahr schon einmal für diese Auszeichnung in Bronze beim Stadtsportbund beworben - einfach, um den vielen Helfern zu danken und um etwas finanzielle Unterstützung für die Durchführung unserer Chemlympics zu bekommen", sagt Ronny Kienert. "Damals hat es nicht geklappt, die Mitarbeiter des Stadtsportbundes gaben uns aber den Tipp, es in diesem Jahr doch mal auf Landesebene zu versuchen. Dass das nun geklappt hat, freut uns umso mehr."

Gewürdigt wird mit der Auszeichnung das seit vielen Jahren durchgeführte Sportprojekt der Chemlympics. Das inklusive Sportfest, das Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam feiern, zeigt wie Sport Unterschiede überwinden, Menschen zusammenbringen und Gemeinschaftsgefühl entstehen lassen kann. Begleitet und unterstützt von ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, starteten Sportler mit Behinderung in Disziplinen wie Weitsprung, Sprint, Medizinballwerfen, Teppichcurling, Bogenschießen und beim Staffellauf. Die Leistungen wurden nach den Voraussetzungen der Wettbewerbsteilnehmer gewertet. Im kommenden Jahr findet das Sportfest zum neunten Mal statt, 2020 soll dann die zehnte Auflage mit einem größeren Fest gefeiert werden. "Dafür werden wir das Preisgeld in erster Linie verwenden", sagt Vereinschef Ronny Kienert.

Die etwa 120 Mitglieder im Verein "Miteinander statt Gegeneinander" können sich in verschiedenen Sportarten fit halten, so wird zum Beispiel Volleyball, Bogen- und Angelsport angeboten. Zudem veranstaltet der Verein verschiedene Sportturniere gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendhaus UK, etwa ein Fußballturnier im November.

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