Chemnitzerinnen springen im hohen Norden zu Erfolgen

Die Rope Skipperinnen des Sportensembles haben bei der Weltmeisterschaft in Oslo Bronze im Team geholt. Es war wohl die letzte WM-Teilnahme.

Sie nennen sich Seilköniginnen - und das mit Recht. Die jungen Frauen der Abteilung Rope Skipping des Sportensembles Chemnitz haben es bei den Weltmeisterschaften in Oslo aufs Treppchen geschafft: Mit einer nahezu fehlerfreien Kür haben Marlene Rehberg, Luise Broszeit, Marlen Kositza, Neele Müller und Frizzi Seltmann die Bronzemedaille in der Disziplin Double Dutch Triad geholt.

Allein dieser Texteinstieg bedarf einiger Übersetzungen. Rope Skipping steht übersetzt für Seilspringen. Mit akrobatischen Einlagen und festen Choreografien wird daraus aber richtig anspruchsvoller Sport. Zum Beispiel beim erwähnten Double Dutch Triad, wo immer zwei Teammitglieder zwei lange Seile in Bewegung halten, zwischen denen die anderen drei Sportlerinnen ihre Übungen zeigen. "Wir freuen uns riesig über die Team-Medaille in dieser Disziplin", sagte die 18-jährige Marlene Rehberg. "Im Training lief nicht immer alles perfekt. Und zu fünft an einer Übung zu arbeiten, ist besonders schwierig, da man sehr aufeinander abgestimmt sein muss. Im Wettkampf lief es dann super und die Medaille war das i-Tüpfelchen."

Noch besser als gemeinsam mit ihrem Chemnitzer Team gelang Frizzi Seltmann ihr Auftritt mit einem Partner aus Brand-Erbisdorf. Dort gehört Steffen Böhme zu den Rope Skippern der Saxon Kangaroos des SSV Brand-Erbisdorf. Gemeinsam startete das Duo in der Disziplin Double Under, wobei es vor allem um Geschwindigkeit bei den Sprüngen über ein normales Sprungseil geht. Seltmann und Böhme machten ihre Sache so gut, dass sie mit dem Weltmeistertitel die Heimreise nach Sachsen antreten können. Bevor es allerdings soweit ist, gönnten sich zumindest die Chemnitzer Seilspringerinnen noch etwas Urlaub in Skandinavien. So stand das Erkunden der Stadt Oslo auf dem Programm, zuvor gab es ein Trainingscamp mit den weltbesten Rope Skippern und auch einen Bootstrip durch den Oslofjord.

Finanziert haben die Chemnitzerinnen ihre Reise zu den Weltmeisterschaften inklusive Verlängerung aus eigener Tasche. Mit einer Sammelaktion im Internet, dem sogenannten Crowdfunding, besserten sie die Reisekasse erheblich auf, dennoch bedeutet die Teilnahme an den Titelkämpfen immer auch eine große finanzielle Belastung. In den vergangenen Jahren waren die "Seilköniginnen" sogar zur WM in die USA gereist. Dass sich dieser Aufwand lohnt, zeigen nicht nur die Erfolge sondern auch die Erfahrungen, welche die Rope Skipperinnen mit nach Hause bringen. "Besonders beeindruckend waren in diesem Jahr zum Beispiel die neuen Weltrekorde in den Speed-Disziplinen, bei denen besonders die Athleten aus China abgeräumt haben", sagte Frizzi Seltmann.

In Oslo waren insgesamt 92 Teams aus 26 Ländern mit 975 Athleten am Start. Und es wird wohl das letzte Mal gewesen sein, dass sich darunter auch eine Abordnung aus Chemnitz befunden hat. "Der Sport wird immer professioneller, ab dem kommenden Jahr muss man sich wohl für eine WM-Teilnahme qualifizieren", sagt Frizzi Seltmann. Bisher reichte eine Anmeldung. "Wir wollen aber beim Breitensport bleiben, also werden wir wohl nicht wieder teilnehmen", so Seltmann.

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