Crashers gehen im Derby gegen den Spitzenreiter unter

Die Eishockeyspieler aus Chemnitz haben gegen die Schönheider Wölfe klar mit 1:6 verloren. Nur einen Tag später haben sie sich den Frust aber wieder von der Seele geschossen.

Es bleibt alles wie gehabt in der Eishockey-Regionalliga: Die Chemnitz Crashers können gegen die Schönheider Wölfe nicht gewinnen. Auch am Samstagabend zogen sie in der Küchwaldhalle im Derby gegen die Erzgebirger klar mit 1:6 (1:3, 0:1, 0:2) den Kürzeren. Wer von den knapp 1000 Zuschauern, darunter nahezu 200 aus Schönheide, einen Kampf der Chemnitzer auf Biegen und Brechen erwartet hatte, wurde enttäuscht. Zu groß war die Dominanz des weiter ungeschlagenen Spitzenreiters. "Die Gäste waren die bessere Mannschaft. Unser Manko war wieder einmal die Chancenverwertung", sagte Karsten Stiegler, der mit Tobias Rentzsch und Torsten Hofmann die Crashers trainiert.

Ein nicht zu übersehender Grund war dabei das Fehlen des bisherigen Topstürmers der Chemnitzer. Das tschechische Talent Filip Kokoska war in den bisherigen 15 Spielen an 70 Prozent aller Crashers-Tore beteiligt - 28 Treffer hatte der 21-Jährige selbst erzielt, 26 vorbereitet. Kein Wunder also, dass finanzkräftige Vereine auf den Stürmer aufmerksam geworden sind - Kokoska war für Chemnitz nicht mehr zu halten und wechselte Ende des vergangenen Jahres zum TEV Miesbach in die Bayernliga, wo er in seinem ersten Spiel gleich als Torschütze und Vorbereiter glänzen konnte.

Die erste Partie der Crashers ohne ihren Topstürmer begann drei Minuten später - es kam zu wenig Licht von oben. Die meisten Lichtblicke im ersten Drittel gab es dann für die Schönheider Wölfe. Sie wirkten sehr konzentriert und störten die Chemnitzer frühzeitig beim Spielaufbau. Das führte dazu, dass den Gastgebern wenige kontrollierte Pässe nach vorn gelangen. "Wir wussten, dass die Schönheider in den ersten fünf Minuten viele Tore machen können. Deshalb wollten wir erst einmal hinten konstant stehen", sagte Stiegler.

Doch das Konzept ging nicht lange auf. Ein Doppelschlag innerhalb von 90 Sekunden brachte die Gäste bereits nach neun Minuten mit 2:0 in Führung. Und es sollte noch schlimmer kommen: Nach einer Viertelstunde lagen die Crashers 0:3 hinten. Wie harmlos die Gastgeber im ersten Abschnitt waren, zeigte, dass der erste gefährlich Schuss auf das Wölfe-Tor erst nach 16 Minuten von Charly Rudolph kam. Trotzdem schöpften die Crashers nach dem Anschlusstor von Tobias Rentzsch kurz vor der Drittelsirene Hoffnung.

Die keimte aber nur in den ersten zehn Minuten nach Wiederanpfiff auf. "Wir spielten druckvoller. Schade, dass wir die doppelte Überzahl nicht nutzen konnten. Chancen waren eine Menge vorhanden", sagte Stiegler. Doch mitten in die kleine Drangphase der Gastgeber spielten die Schönheider ihre Cleverness aus und erhöhten auf 4:1. Für den Chemnitzer Schlussmann Kevin Kopp war danach die Begegnung zu Ende, Nils Langer hütete jetzt das Tor. "Das war vorher so ausgemacht", erklärte der Chemnitzer Coach.

Langer hatte im Schlussdrittel alle Hände voll zu tun, zeigte einige tolle Paraden. Dennoch konnte auch er zwei weitere Treffer der Gäste nicht verhindern. Während Chemnitz nicht mehr viel zuzusetzen hatte, spielten die Erzgebirger mit Übersicht die Partie zu Ende. Einige Zuschauer in der Küchwaldhalle meinten nach dem Schlusspfiff, dass der Spitzenreiter eine Nummer zu groß für die Chemnitzer gewesen sei. Das sah Crashers-Kapitän Michael Stiegler nicht so: "Wir haben viele Tore durch individuelle Fehler geschluckt. Auf alle Fälle ist der Sieg für Schönheide zu hoch ausgefallen", meinte er.

Für Gästetrainer Sven Schröder hingegen ging das Ergebnis in dieser Höhe in Ordnung. "Wir waren läuferisch und spielerisch die bessere Mannschaft, kamen nur im zweiten Drittel beim Unterzahlspiel etwas ins Wanken", sagte er. Im letzten Abschnitt sei Chemnitz gar nicht mehr richtig auf dem Eis gewesen. Auf die Frage, ob der Aufstieg ein Thema sei, sagte der Wölfe-Coach: "Wir wollen erst einmal die Saison zu Ende spielen, dann sehen wir weiter."

Bereits am gestrigen Sonntag haben sich die Crashers den Frust über die Derbyniederlage aber schon wieder von der Seele geschossen und ihre Ansprüche auf einen Play-off-Platz untermauert. Beim Tabellenvorletzten Berlin Blues gewannen die Chemnitzer deutlich mit 13:2, wobei Neuzugang Jiri Charousek seine ersten zwei Treffer für die Crashers erzielte. (mit tre)

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