Das heimatlose Beachsoccer-Team

Die Chemnitzer sind mit ihrer Mannschaft so erfolgreich, dass sie Nationalspieler stellen und nun nach Japan reisten. Zu Hause gab es aber einen Rückschlag.

Wo sonst lässt es sich so schön Beachsoccer spielen, wie an einem Strand auf einer Insel mitten im Meer. Das fanden auch Sascha Weirauch, Manuel Mönch und Toni Müller vom Beachsoccerteam Chemnitz. Die drei sind gerade von einer Länderspielreise mit der deutschen Nationalmannschaft zurückgekehrt. Und die führte sie einmal um den halben Globus: auf eine zur japanischen Präfektur Okinawa gehörenden Insel mitten im Pazifik.

Ins Land der aufgehenden Sonne verschlug es die Chemnitzer, weil die Japaner einen Gegner für ihre letzten Testspiele vor der Welt- meisterschaft gesucht hatten. Der 127-Millionen-Einwohner-Staat hat sich im Gegensatz zu Deutschland für die WM qualifiziert - und das zum wiederholten Mal, erklärt Weirauch. "Sie haben auch einen der besten Verteidiger der Welt. Japan ist stark." Das liege auch daran, dass der japanische Fußballverband viel in Beachsoccer investiert habe, erklärt der Chemnitzer. In Deutschland sei man noch nicht so weit - aber auf einem guten Weg, so Weirauch. So wolle der DFB eventuell die WM 2019 ausrichten. Für die Titelkämpfe in diesem Jahr hatte sich Deutschland beworben; sie finden nun aber auf den Bahamas statt. "Wir machen Fortschritte", findet Weirauch.

Um mit den Großen mitzuhalten, reicht das aber noch nicht. Das bekam die deutsche Nationalmannschaft auch in Japan aufgezeigt. Eine Partie ging 3:5 verloren, die andere mit 3:9. "Die Japaner waren fit, wir haben erst mit dem Training angefangen. Dazu kam die Zeitumstellung", so Weirauch. Die vom DFB finanzierte Reise habe sich dennoch gelohnt. "Das war ein Gradmesser. Wir haben Spielpraxis auf hohem Niveau gesammelt", sagt der Vorsitzende des Chemnitzer Vereins.

Der hat das Training wieder aufgenommen und bereitet sich auf den ersten Bundesliga-Spieltag am 13./14. Mai in Warnemünde vor. Ziel sei, in der elf Mannschaften zählenden Liga unter die besten sechs zu kommen und damit in die Finalrunde einzuziehen. Das hatten die Chemnitzer vergangene Saison geschafft und Bronze erkämpft, was jedoch nicht für einen Start in der Champions League reichte. Die Qualifikation für die Königsklasse hatten die Sachsen zuletzt 2014 geschafft, als sie Deutscher Meister wurden.

Indes sind die Chemnitzer weiter auf der Suche nach einer eigenen Spielstätte. Eine aussichtsreiche Idee hatte sich zuletzt zerschlagen: Der Tennis-Club Altendorf hatte den Strandfußballern einen Hartplatz auf seinem Gelände am Harthweg angeboten. Der Umbau zu einem Sandplatz hätte aber einen mittleren fünfstelligen Euro-Betrag gekostet, sagt Weirauch. "Das ist uns zu heftig." Der Verein warte nun ab, wie sich die Liga entwickelt. "Vielleicht steigen ja ein paar Sponsoren ein", so Weirauch. Die momentan etwa 15 Beachsoccer-Spieler aus Leipzig, Dresden und Chemnitz müssen zum Training deswegen Chemnitz verlassen: Gespielt wird auf einem Gelände bei Leipzig.

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