Der CFC als Gejagter in der Lausitz

Der Regionalliga-Spitzenreiter tritt am Sonntag in Bautzen an - und wird mit einer Frage konfrontiert, die für den Kapitän schwer zu beantworten ist.

Beim Chemnitzer FC könnte es am morgigen Sonntag kurz vor halb vier zumindest sprachlich wie beim Kegeln zugehen: "Alle Neune" soll das Motto lauten, wenn die Partie bei Budissa Bautzen abgepfiffen wird. Mit einem Erfolg hätte der klare Spitzenreiter der Regionalliga Nordost den neunten Sieg im neunten Spiel eingefahren. Zwei Profis können dabei jedoch nicht mithelfen: Kapitän Dennis Grote ist nach der fünften Gelben Karte gesperrt, und Fabian Müller plagt sich immer noch mit Achillessehnenproblemen herum. "Er hat erst einmal mit dem Training ausgesetzt und wird noch mindestens zehn Tage kürzer- treten", berichtete CFC-Cheftrainer David Bergner am Freitag.

Bevor er mit seinen Schützlingen in Liga vier wieder in die Rolle der Gejagten schlüpft, hat sich der 44-Jährige Fußball auf einem ganz anderen Niveau reingezogen. Er war am Donnerstagabend Stadiongast bei der Euroleague-Begegnung zwischen RB Leipzig und dem FC Salzburg. "Ich bin im Gästeblock gewesen", erzählte Bergner. Der Grund dafür ist einfach: Er und der Salz- burger Trainer Marco Rose sind gute Kumpels. Entsprechend freute sich der CFC-Coach über den 3:2-Sieg der Österreicher in Leipzig.

Doch zurück in den Regional- liga-Alltag. Angesichts der Tabellensituation müssen sich die Chemnitzer jetzt schon die Frage gefallen lassen: Kann sich der CFC im Kampf um den Wiederaufstieg nur noch selbst im Wege stehen? "Das ist sehr schwierig zu beantworten", gestand der gesperrte Käpt'n Dennis Grote. Wenn man die letzten Spiele zugrunde lege, könne man diese Frage durchaus bejahen. "Wir waren immer das bessere Team. Andererseits mussten wir uns jeden Sieg hart erarbeiten. Die anderen Mannschaften werden immer geiler darauf, uns die ersten Punkte wegzunehmen", bemerkte der 32-Jährige.

Trainer Bergner wollte indes nichts davon wissen, dass sich der CFC nur selbst schlagen kann. "Die Saison hat 34 Spieltage und nicht acht. Es war ja auch nicht so, dass wir in den bisherigen Spielen unfassbar dominant gewesen sind", sagte Bergner. Auch morgen erwartet er alles andere als einen Sonntagsspaziergang für seine Schütz- linge. "Die Bautzener haben fast alle Punkte daheim geholt und schon sechs Tore in ihrem kleinen Schmuckkästchen erzielt - auswärts nur eins", betonte der Chemnitzer Trainer. Für den CFC spricht neben der größeren individuellen Klasse auch, dass er akustisch eine Heimpartie bestreiten kann: Bis zu 500 Fans werden ihre Truppe unterstützen, damit es kurz vor halb vier heißt: "Alle Neune".

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