Der CFC auf neuen Wegen: Wie es mit dem Club weitergeht

Zwölfter Sieg in Folge, Grünes Licht vom Amtsgericht: Die Weichen für die Zukunft des Vereins werden gestellt

Sportlich ist der Chemnitzer FC in der Regionalliga Nordost weiter das Maß aller Dinge: Gegen den Aufstiegsaspiranten Nordhausen gelang beim 2:0 der nächste Sieg. Auch abseits des Platzes wurden einige Entscheidungen getroffen, die das Arbeiten im Verein ruhiger machen könnten.

Wie ist die Entscheidung für die Ausgliederung bei den Fans angekommen?

Überwiegend positiv, wenngleich sich viele der CFC-Anhänger noch nicht so richtig vorstellen können, wie die Ausgliederung in der Praxis aussehen soll. Das ergab eine Umfrage im Chemnitzer Fanblock vor dem gestrigen Spiel gegen Nordhausen. "Was der Insolvenzverwalter macht, scheint Hand und Fuß zu haben", sagte CFC-Fan Marcel Kopf. "Auch wenn wir einiges davon auf den ersten Blick nicht verstehen - es geht nun einmal um die Rettung des Vereins." Ähnlich äußerten sich andere Befragte. Der Ärger über mangelnde Beteiligung der Mitglieder scheint verflogen, zumal der Verein diese Mitglieder unter der Woche über das geplante Prozedere informierte. Hintergrund: Das Amtsgericht hatte vergangene Woche den Einspruch des Gläubigers Eins gegen die Entscheidung für die Ausgliederung zurückgewiesen. Der Beschluss der Gläubigerversammlung vom 26. September gilt damit. Insolvenzverwalter Klaus Siemon kann die von ihm angestrebte Bildung einer Kapitalgesellschaft vorantreiben.

Wer soll in die Kapitalgesellschaft aufgenommen werden?

In der Mitteilung an die Mitglieder hat der CFC weitere Einzelheiten der geplanten Ausgliederung bekannt gegeben. Demnach soll die zu gründenden Kapitalgesellschaft die 1. Männermannschaft, die Teams der U19 (A-Junioren) und U17 (B-Junioren) sowie den Spielbetrieb und die laufenden Kosten finanzieren. Die Gesellschaft soll bereits im kommenden Frühjahr bei der Einreichung der Lizenzunterlagen für die Saison 2019/20 stehen, heißt es.

Über welches Kapital soll die Gesellschaft verfügen und wie teilt es sich auf?

Als Stammkapital sind eine Million Euro vorgesehen. Hauptanteilseigner wäre den Plänen zufolge der Verein Chemnitzer FC mit 510.000 Euro. Die restlichen 49 Prozent stünden demnach zum Verkauf an Geldgeber oder Gesellschafter, die vorrangig aus der Region kommen sollen, informiert der Verein. Die Anteile sollen mit dem Faktor 1:10 verkauft werden, sodass die Gesellschaft im Idealfall 4,9 Millionen Euro einnehmen könnte. Dieser Geldzufluss ist das Hauptargument der Ausgliederungs-Befürworter.

Ist es möglich, dass ein Investor alle zur Verfügung stehenden Anteile erwirbt?

Zumindest nach dem derzeitigen Konzept ist das nicht möglich. Der Einfluss der möglichen Investoren soll beschränkt werden, informiert der Verein seine Mitglieder. Jeder Gesellschafter könne nur einen Anteil von maximal zehn Prozent an der zu gründenden Kapitalgesellschaft halten, heißt es. Damit wolle man verhindern, dass der CFC von einem Groß-Investor abhängig werde und bei einem möglichen Rückzug dieses Geldgebers in Schwierigkeiten gerate. Als negatives Beispiel wird 1860 München genannt. Der Drittligist war immer wieder in Streit mit dem Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik geraten, auf dessen Geld die Münchner aber angewiesen sind.

Wie würde die Kapitalgesellschaft gesteuert und kontrolliert werden?

Sollte es zur Gründung einer Kapitalgesellschaft kümmern, würde die parallel zum Verein Chemnitzer FC existieren. Beide Einheiten müssten über je einen eigenen Vorstand und Aufsichtsrat verfügen. Wie genau die Gremien der Gesellschaft aussehen sollen, ist noch nicht bekannt.

Welche Mitspracherechte hätten die Mitglieder?

Im Verein würde sich an den bisherigen Mitspracherechten wohl nichts ändern. In der Kapitalgesellschaft wäre der Einfluss der Mitglieder kleiner als im e.V. Den Informationen des CFC an seiner Mitglieder zufolge, sollen die aber über die Mehrzahl der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder entscheiden können.

Wird sich am Erscheinungsbild des Vereins etwas ändern?

Gegner der Ausgliederung befürchten den Verlust von Identität und Traditionsbewusstsein, sollte es zu einer Ausgliederung kommen. Diese Ängste versucht der Verein zu zerstreuen. Der CFC sei eine "starke Marke", heißt es. Diese zu verändern, sei "betriebswirtschaftlich sinnlos". Logo und Farben des Chemnitzer FC würden beibehalten, verspricht der Verein.

Wie geht es sportlich weiter?

Am kommenden Wochenende hat der CFC keine Chance, seine Serie in der Liga auszubauen, denn es ist Sachsenpokal-Zeit. Die Himmelblauen sind am Samstag bei Landesligist Kickers Markkleeberg zu Gast. Das nächste Ligaspiel steigt dann am 20. Oktober bei Hertha BSC II.

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