Der eiskalte Finne mit dem präzisen Schuss

Juho Kivinen von den Floorfighters ist mit 40 Toren in 15 Partien der Top-Torjäger der Floorball-Bundesliga. Doch sein Engagement ist nur von kurzer Dauer.

Vielleicht sollten die Floorfighters die finnische Nationalhymne in ihr Jingle-Programm aufnehmen und immer dann abspielen, wenn der Chemnitzer Floorball-Bundesligist ein Tor erzielt. Denn mit einer hohen Wahrscheinlichkeit ist einer der vier Finnen aus dem Team an dem Treffer beteiligt - allen voran der 21-jährige Juho Kivinen. Satte 40 Tore in 15 Partien hat er erzielt, dazu 21 Vorlagen gegeben. Er allein war damit an nahezu jedem zweiten der 130 Treffer der Chemnitzer beteiligt. Und ist mitverantwortlich für die starke Saison und die Qualifikation für die Meisterschaftsrunde.

Warum läuft es so gut für ihn? "Vielleicht, weil ich mich nur auf Floorball konzentrieren kann", sagt er. Kivinen stammt aus Helsinki. In seinem Heimatland hat er in der höchsten Nachwuchs-Liga gespielt, bevor er sich letzten Sommer nach dem Abschluss der Hochschule für einen Wechsel nach Chemnitz entschied. Das machen viele Finnen, sie bleiben in der Regel für eine Saison in Deutschland, bekommen vom Verein eine Wohnung gestellt und gehen kleinen Jobs nach, haben aber ansonsten viel Zeit für Floorball: "Für uns ist das eine Möglichkeit, mal allein im Ausland zu leben, neue Erfahrungen zu machen", sagt Kivinen. Ganz allein lebt er jedoch nicht, schließlich kamen drei Landsmänner, die er aber zuvor nicht kannte, mit nach Deutschland.

Das Floorball-Spiel hierzulande sei körperbetonter, aber technisch nicht so anspruchsvoll wie in seiner Heimat. Diesbezüglich könne er seinem Chemnitzer Team gut helfen. "Wir haben eine junge Mannschaft. Ich gebe Tipps, aber ich verstehe mich nicht als Vorbild", sagt der 21-Jährige.

Floorball ist in Schweden und Finnland eine der beliebtesten Sportarten. Beide Länder landeten bei den vergangenen sieben Weltmeisterschaften immer auf Rang eins oder zwei. Entsprechend begehrt sind die Spieler aus dem Norden bei deutschen Erstligisten, fast jedes Team hat mittlerweile einen Skandinavier in seinen Reihen. Nachdem die Floorfighters in den vergangenen Jahren oft nur mit zwei oder maximal drei Ausländern aufliefen, holten sie sich für diese Saison gleich vier Finnen ins Team. Allein können aber auch die nicht alles schaffen - als zuletzt einige der deutschen Spieler ausfielen, gab es in der Liga zwei Niederlagen in Folge. Zum Spiel am morgigen Sonntag gegen Holzbüttgen sollten aber alle wieder fit sein.

Und so blickt Top-Torjäger Kivinen optimistisch auf den Rest der Saison. In der Meisterschaftsrunde sei alles möglich: "Auch gegen Weißenfels haben wir gut gespielt", sagt er über die 6:10-Niederlage beim Titelaspiranten. Und schließlich gebe es ja auch noch den Pokal-Wettbewerb. Die Endrunde mit den vier besten Mannschaften, zu denen auch die Floorfighters gehören, steigt am 21. März in Berlin.


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