Der Helfer in der Not

Das Beach-Soccer-Team Chemnitz suchte lange vergeblich nach einer Trainingsstätte. Die Lösung des Problems hat ein Vertreter einer anderen Sportart parat.

Sie haben gerade wieder eine Medaille bei der Deutschen Meisterschaft gewonnen und waren sogar schon in der Champions League vertreten: Die Sandfußballer des Beach-Soccer-Teams Chemnitz sorgen seit Jahren für Furore. Mit einer eigenen Trainingsstätte sah es bisher allerdings schlecht aus. Der seit dem Vorjahr im Stadtsportbund organisierte Verein suchte eine Fläche nebst Infrastruktur wie Umkleidekabinen. "Um dafür eine Förderung durch den Freistaat Sachsen zu erhalten, benötigen wir ein Gelände, für das wir einen Pachtvertrag unterzeichnen können", erklärte Vorsitzender und Spieler Sascha Weirauch.

Er hatte den Stausee Rabenstein im Visier, doch dort sei kein Pachtvertrag möglich gewesen. Inzwischen ist er aber aufgetaucht, der Helfer in der Not: Wie Sascha Weirauch auf Anfrage bestätigte, befinde man sich in weit fortgeschrittenen Verhandlungen mit dem Tennis-Club Altendorf, der den "Beach Boys" eine Fläche seines Vereinsgeländes am Harthweg zur Verfügung stellen will. "Es ist schade, dass wir das für diesen Sommer nicht mehr hinbekommen haben. Aber ich bin als Vereins-Chef selten in Chemnitz", sagt Weirauch, der auch in der Nationalmannschaft kickt. Ziel sei es jetzt, den neuen Platz zu Saisonbeginn 2017 zu eröffnen.

Lutz Adler, Vorsitzender des Tennis-Clubs Altendorf, bestätigt die Aussagen Weirauchs. Der Kontakt zum Beach-Soccer-Team sei über Stadtsportbund-Geschäftsführer Silvio Bonk zustande gekommen, der auch Tennisspieler ist. Das Gelände des Altendorfer Clubs werde über einen Erbbaupachtvertrag mit der Stadt genutzt und betrieben. "Darauf befindet sich eine Fläche, die seit 1990 brach liegt. Es handelt sich um einen ehemaligen Hartplatz", erklärt Adler. Diesen wolle man dem Beach-Soccer-Team per Nutzungsvertrag überlassen. "Die Unterschriften sind nur noch Formsache", meint der Tennisclub-Chef.

Seitens der Stadtverwaltung gibt es diesbezüglich keine Einwände, teilt die Rathaus-Pressestelle mit. "Die Nutzung des ehemaligen Hartplatzes im Rahmen des bestehenden Erbbaurechtes wurde durch das Liegenschaftsamt geprüft und die sportliche Nutzung vom zuständigen Bürgermeister genehmigt", sagt ein Stadtsprecher. Bevor auf der Fläche Beach-Soccer gespielt werden kann, sind nach Aussage von Vereins-Chef Weirauch Investitionen im mittleren fünfstelligen Bereich vonnöten. Das gehe aus dem Angebot einer Firma hervor.

Auf eine Förderung durch die Kommune können Weirauch & Co. wohl nicht hoffen. "Für Maßnahmen über 25.000 Euro ist die Aufnahme in die Prioritätenliste des Sonderförderprogramms für Vereine erforderlich", so der Stadtsprecher. Eine Einordnung einer neuen sogenannten investiven Maßnahme sei frühestens 2019 möglich.

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