Der König ist zurück aus England

Eishockeyspieler Daniel Haid fehlte den Crashers für einige Monate - seinem Hobby konnte er auch auf der Insel nachgehen.

Sein Saisondebüt hatte er sich etwas anders vorgestellt. Ausgerechnet gegen die Wölfe aus Schönheide, den bislang ungeschlagenen Spitzenreiter in der Eishockey-Regionalliga Ost, musste Daniel Haid von den Chemnitz Crashers wieder aufs Eis. Die Chemnitzer verloren die Partie am ersten Januarwochenende klar mit 1:6. Einen persönlichen Gruß der Fans bekam Haid dennoch. Auf einem großen Plakat war zu lesen: "King Haid is back" - König Haid ist zurück.

Und so freute sich der 25-Jährige, dass er wieder im Team der Crashers steht. Denn sein letztes Spiel für die Mannschaft aus dem Küchwald bestritt er am 3. März des vergangenen Jahres beim 16:1-Sieg gegen Jonsdorf. Der Grund für das über neunmonatige Fehlen war aber keine Verletzung, sondern hatte mit seinem Studium zu tun. "Ich habe ein Auslandssemester im britischen Sheffield absolviert. Von September bis Dezember war ich Gastwissenschaftler an einem Forschungszentrum für Sportgeräte. Kurz erklärt - es geht dabei um Technik oder Maschinen, die etwas mit Sport zu tun haben", sagt Haid.

Während seines Aufenthalts in Sheffield musste er den Eishockeyschläger nicht weglegen. "Ich habe in einem Universitätsteam in einer sogenannten Uni-Liga gespielt. Man konnte das Ganze aber mehr als ,aufs Eis gehen und Spaß haben' bezeichnen", sagt Haid. Das Niveau in der deutschen Eishockey-Regionalliga sei deutlich höher. "Trotzdem gibt es in England eine Eishockey-Profiliga. Dort spielen jedoch hauptsächlich Akteure aus dem Ausland, insbesondere aus Kanada", erklärt der 25-Jährige.

Die Voraussetzung für das Eishockey - das Schlittschuhlaufen - hat Haid in Esslingen gelernt. "Zum Eishockey bin ich mit fünf Jahren gekommen. Schuld daran war mein Vater - er ist ein Eishockey-Verrückter, hat selbst hobbymäßig gespielt", sagt der Crashers-Spieler. Dass Haid junior die richtige Sportart gewählt hatte, zeigten die drei Jahre, in denen er beim SC Bietigheim-Bissingen in der Jugend- beziehungsweise Juniorenbundesliga spielte.

Und wie kam der Baden-Württemberger 2013 nach Chemnitz? "Das hing mit meinem Sports-Engineering-Studium an der TU zusammen. Dabei geht es um den Zusammenhang von Sport und Technik. Meine ersten Spiele habe ich noch in der Oberliga bei den Wild Boys, den Vorgängern der Crashers, gemacht", erinnert sich der Puckjäger. Er fand sich immer besser zurecht, wurde zum Vorbild für andere. Heute ist der 25-jährige Center aus der Mannschaft nicht mehr wegzudenken. In der Saison 2015/16 kam er in 20 Partien auf 18 Punkte - sieben Tore und elf Vorlagen - und wurde als bester Spieler der Saison bei den Crashers ausgezeichnet.

Trotzdem sieht er Reserven. "Die liegen im körperbetonten Spiel. Dort muss ich noch eine Schippe drauflegen" sagt Haid. Seine Fans bezeichnen ihn als einen Kämpfer, und das macht ihn sympathisch. Und noch eine Eigenschaft zeichnet ihn, wie er selbst sagt, aus: "Ich trage viel zur guten Stimmung in der Kabine bei."

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