Der Nachwuchstrainer trifft und trifft

Jiri Charousek von Eishockey-Regionalligist Chemnitz Crashers hat in der bisherigen Saison bereits 23 Treffer erzielt. Auch beim Kantersieg gegen die Berlin Blues war er erfolgreich.

Im Spiel der Eishockey-Regionalliga zwischen den Chemnitz Crashers und den Berlin Blues am Samstagabend in der Küchwaldhalle waren gerade einmal 35 Sekunden gespielt, als Jiri Charousek einen genauen Pass aufnahm und zum 1:0 für die Gastgeber traf. Der 38-Jährige erzielte noch zwei weitere Treffer und trug damit zum klaren 13:3 (1:1, 6:0, 6:2)-Sieg der Chemnitzer bei. Ob sein erstes Tor das schnellste war, das er in einem Spiel erzielte, wusste der Tscheche nicht genau. "Aber es könnte durchaus sein", sagte er.

Wer von den 660 Zuschauern dachte, dass die Begegnung gegen den Tabellensiebenten ein Selbstläufer wird, der hatte sich geirrt - vor allem bis zur Hälfte des zweiten Drittels. Da stand es noch 1:1. "Die ersten 20 Minuten waren eine Katastrophe. Wir haben dem Gegner zuviel zugelassen. Doch im weiteren Verlauf fanden wir immer besser in die Partie. Eine gute Leistung zeigten dabei auch die Spieler aus der U-20-Mannschaft", sagte Charousek.

Mit diesem Erfolg sei man den Playoffs ein Stück nähergekommen. Die ersten vier Teams spielen um die Meisterschaft. Derzeit haben die Crashers zehn Punkte Vorsprung auf den Fünften Niesky. Deshalb kann das Heimspiel am 25. Januar gegen die Oberlausitzer eine Vorentscheidung sein. Charousek ist zuversichtlich, dass sein Team nach zwei Niederlagen in dieser Saison gegen Niesky diesmal den Spieß umdreht. "Wir haben eine junge und ehrgeizige Mannschaft", sagte er. Der 38-jährige Routinier erweist sich dabei als Torgarant. In der bisherigen Saison erzielte er 23 Treffer und ist derzeit zweitbester Torschütze der Regionalliga Ost. Nur Florian Heinz von den Schönheider Wölfen hat häufiger (27-mal) getroffen.

Charousek kam im Dezember 2018 zu den Crashers. "Ich habe vorher beim EC Lauterbach in der Regionalliga West gespielt. Dort wurden jedoch die Bedingungen immer schlechter. Wir hatten oftmals nur neun Spieler und einen Torhüter", erinnerte sich der Stürmer. Und wie ist er nach Chemnitz gekommen? "Schuld war ein Freund von mir. Dieser kannte meinen Landsmann Patrik Hunady, der kurze Zeit in Chemnitz spielte. Dann nahm ich Kontakt mit dem Vorsitzenden des ESV Chemnitz, Rico Kühnel auf. Alles ging schnell, und so landete ich bei den Crashers", sagte Charousek.

Die Vereins-Verantwortlichen erkannten schnell seine Stärken. Deshalb fungiert der 38-Jährige auch als Co-Trainer. "Ich bin aber nur eine kleine Hilfe. Das Sagen hat Trainer Tobias Rentzsch. Aber als zweiter Coach muss man auch eine gewisse Vorbildwirkung ausstrahlen", sagte der Routinier, der sein Können auch an den Nachwuchs weitergibt. Er trainiert das U-11- sowie das U-13-Team der Chemnitzer.

Begonnen hat Charousek mit Eishockey mit sechs Jahren in seiner Heimatstadt Chomutov. Dort spielte er sowohl im Nachwuchs als auch bei den Männern in der Ersten Liga, der zweithöchsten Klasse in Tschechien. Ein Gastspiel gab er auch in Most. Sein 17-jähriger Sohn hat sich ebenfalls dem Eishockey verschrieben - allerdings als Torhüter.


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