Der Niners-Neuzugang und die Leichtigkeit des Basketballs

Die Zweitligamannschaft aus Chemnitz hat beim 82:78 gegen Schalke 04 im dritten Spiel den dritten Erfolg geholt. Obwohl es ein hartes Stück Arbeit war, hatte besonders ein Spieler sichtbar viel Spaß an seinem Lieblingssport.

Er dribbelte, er kämpfte, er rannte, er spielte No-Look-Pässe - also die, bei denen jemand genau dort, wo er den Ball hinwirft, gerade nicht hinschaut. Matt Vest hatte richtig Spaß bei seinem ersten Auftritt im Trikot der Chemnitz Niners in der Hartmannhalle. Der Neuzugang aus Köln stand zwar schon im Auftaktspiel der Zweitligasaison auf dem Parkett, das war allerdings in der Messe verlegt worden. Jetzt also seine Premiere im Wohnzimmer der Chemnitzer, und die ging mit einem knappen aber verdienten 82:78 gegen den FC Schalke zu Ende.

"Es hat richtig Spaß gemacht, auch wenn wir bis zum Ende kämpfen mussten", sagte der 26-Jährige. "Ich kannte die Halle ja schon als gegnerischer Spieler. Die Stimmung sucht in der ganzen Liga seinesgleichen. Als Spieler der Heimmannschaft ist das schon besonders cool." Vest steuerte sechs Punkte und ganz viel Spielfreude zum Sieg gegen die Basketballabteilung des Fußball-Bundesligisten bei. "Unser Trainer hat bei der Zusammenstellung der Mannschaft viel Wert darauf gelegt, dass es eine Truppe wird, die gut zusammenpasst. Dass das funktioniert hat, konnte man sehen. Hier kämpft einer für den anderen", sagte der US-Amerikaner, der aus Dayton im Bundesstaat Ohio stammt und seit 2014 in Deutschland spielt - zunächst in Gotha, später in Paderborn und Köln, von wo er vor der Saison gemeinsam mit Lukas Wank und Kavin Gilder-Tilbury nach Chemnitz wechselte.

Das Spiel gegen Schalke begann eher verhalten. Niners-Coach Rodrigo Pastore schickte in der Starting Five mit Wank, Vest und Gilder-Tilbury die drei Neuzugänge aus Köln auf das Parkett, dazu Jonas Richter und Robin Lodders. Während die Defensive der Niners stand, hatten die Gastgeber unter dem gegnerischen Korb kein Wurfglück - und das sollte sich über die gesamte Spielzeit fortsetzen. Pastore versuchte, das Spiel seines Teams durch zahlreiche Wechsel besser zu machen, bereits nach sieben Minuten standen mit Georg Voigtmann, Virgil Matthews, Malte Ziegenhagen, Ivan Elliott und Matthew Scott fünf andere Spieler auf dem Parkett. Dass das dem Spielfluss keinen Abbruch tat, spricht für den ausgeglichenen neuen Kader der Niners. Allerdings fehlte auch den neu gekommenen Spielern das Wurfglück. So ging es zwar mit einer recht deutlichen 22:14-Führung in die erste Viertel-Pause, so wirklich zufrieden waren die Gastgeber damit aber nicht - der Vorsprung hätte höher sein können und auch müssen.

Die Viertel Nummer zwei und drei gingen dann an die Gäste aus Gelsenkirchen. Eben weil sie durch Fehlwürfe der Niners immer im Spiel gelassen wurden und sich jetzt defensiv stabiler zeigten. Dazu versenkten die Schalker nun mehr und mehr Würfe aus der Distanz. "Die neue Qualität unserer Mannschaft ist, dass sie sich in solchen Phasen nicht aus der Ruhe bringen lässt und ins Spiel zurückkämpft", sagte Niners-Trainer Pastore. "In der vergangenen Saison hat uns genau das gefehlt - weshalb wir derartige Spiele häufig verloren haben." Pastore war zudem ein weiteres Mal von der Stimmung in der Hartmannhalle angetan. "Es war nach dem Eröffnungsspiel in der Messe unser erster Auftritt in unserer Halle, die Stimmung war wieder einmal großartig. Kompliment an die Fans, die nie ruhig waren", sagte der Coach.

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