Der Trainer und sein mutiges Team

In der U-17-Bundesliga bestreitet der CFC sein erstes Heimspiel 2019 gegen den Hamburger SV - und will seine kaum vorhandene Chance nutzen.

Mit dieser Zwischenbilanz haben wohl nur die kühnsten Optimisten gerechnet: Nach 17 Spieltagen in der U-17-Bundesliga hat Aufsteiger Chemnitzer FC bereits 22 Punkte auf dem Konto und steht im Feld der 14 - teils äußerst namhaften - Clubs auf dem achten Platz. Das große Ziel Klassenerhalt ist aber noch ein Stück entfernt, denn gerade in dieser Saison geht es tabellarisch verdammt eng zu. "Im vergangenen Spieljahr hätten 22 Zähler bereits zum Verbleib in der Bundesliga gereicht", sagt CFC-Trainer Torsten Wappler. In der laufenden Serie seien dafür etwa zehn Punkte mehr vonnöten, schätzt Wappler.

Nach einem 4:1-Sieg in der Vorwoche bei Schlusslicht SC Borgfeld in Bremen bestreiten die himmelblauen Talente am Samstag ihre erste Heimpartie des Jahres. Und die hat es in sich: Ab 11 Uhr gibt im Hauptstadion des Sportforums kein Geringerer als der Hamburger SV seine Visitenkarte ab. "Die Gäste sind ein Spitzenteam und gegen uns Favorit. Das Hinspiel haben wir 0:2 verloren und waren mit diesem Ergebnis gut bedient", erinnert sich der CFC-Trainer. Ihm ist aber auch klar: Mittlerweile müssen sich die jungen Chemnitzer vor niemandem mehr verstecken. "Zu Beginn der Saison haben wir noch Lehrgeld gezahlt und in den ersten sieben Spielen nur drei Punkte geholt", berichtet der 40-Jährige. Mittlerweile habe sich seine Truppe aber deutlich gesteigert und sei in der Bundesliga angekommen. Was Wappler von den jungen Spielern fordert, ist vor allem Mut - erst recht gegen große Namen wie Hertha BSC, RB Leipzig, VfL Wolfsburg oder am Samstag gegen den HSV. "Wenn man die Hosen voll hat, wird man ausgespielt", bemerkt der Nachwuchscoach, der 2015 vom FC Erzgebirge Aue nach Chemnitz gekommen war.

Trotz aller finanzieller Probleme hofft Wappler, dass das Nachwuchsleistungszentrum des CFC erhalten bleibt. "In Verbindung mit der Sportschule ist das ein Faustpfand, das der Verein hat. Viele andere beneiden uns um diese Bedingungen", unterstreicht der Trainer, der zumindest einigen seiner jetzigen Schützlinge eine erfolgreiche Laufbahn im Männerbereich zutraut. "Wer sich in der U-17-Bundesliga durchsetzt, hat das Potenzial, später höherklassig zu spielen", ist Wappler überzeugt.

Unterstützt wird er bei seiner Arbeit von einem jungen Assistenztrainer: Clemens Schulze, der im Jahr zuvor die A-Junioren von Lok Leipzig in der Landesliga betreut hatte. In Chemnitz will der TU-Student Erfahrungen auf höchstem Nachwuchsniveau sammeln. "Diese Saison beim CFC ist sehr lehrreich für mich - sportlich und auch bezüglich sozialer Kompetenz, wie man eine Mannschaft führt und mit jungen Spielern in bestimmten Situationen umgeht", berichtet Schulze. Vielleicht kann er auch am Samstag gegen den HSV wieder etwas dazulernen.

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