Der Traum eines kleinen Radsport-Vereins

Velo-City heißt der Klub, der neu zum Stadt- sportbund gehört. Sein Vorsitzender hat sich die Ausrichtung einer besonderen Veranstaltung in den Kopf gesetzt.

Wenn man Kenner der Szene fragt, wie viele Radsportvereine es in Chemnitz gibt, fällt meist die Zahl zwei. Gemeint sind damit der Polizeisportverein und der Radsport- verein Chemnitz. Dabei gibt es noch einen Club, der sich Radsport auf seine Fahnen geschrieben hat und den die meisten gar nicht kennen: Er nennt sich Velo-City und ist neu im Stadtsportbund organisiert. "Gegründet hatten wir uns bereits 2012", berichtet Vereinsvorsitzender Frank Hechfellner. Angefangen habe man mit sieben Mitgliedern. Jetzt seien es 33, das jüngste ist 15, das älteste 57. Man nehme sowohl an Straßen- als auch an Mountainbike-Rennen teil.

Frank Hechfellner war von 2001 bis 2007 als Chef der Radsport- Gemeinschaft Stollberg engagiert. Das habe ihm viel Spaß gemacht. "Deshalb wollte ich in Chemnitz unbedingt einen neuen Verein ins Leben rufen", erklärt der gelernte Einzelhandelskaufmann, der in einem Fahrrad-Shop in Chemnitz arbeitet. Er sei stolz darauf, dass Velo-City auch zwei Lizenzfahrer in seinen Reihen hat. "Ein Aushängeschild ist Paul Wollen, der im Jugendbereich bereits an mehreren nationalen und internationalen Veranstaltungen teilgenommen hat", unterstreicht der Vereins-Chef.

Was eigene Veranstaltungen angeht, hat Hechfellner einen Traum. "Ich würde gern ein Radsportkriterium in der Chemnitzer Innenstadt veranstalten", betont er. Entsprechende Pläne lägen bereits in der Schublade. Auch einen Namen habe er sich schon für das Event ausgedacht: Chemnitz-City-Race. "Als Start und Ziel könnte ich mir das Terminal 13 an der Brückenstraße vorstellen. Das wäre eine anspruchsvolle Veranstaltung - für Sportler und Zuschauer", ergänzt der Vereinsvorsitzende. Jedoch könne so ein kleiner Verein wie Velo-City das allein nicht stemmen. Das Ganze würde, wie Hechfellner rechnet, gut 40.000 Euro kosten. "Aber wir brauchen dafür vor allem die Unterstützung der Stadtverwaltung und von Unternehmen. Allerdings scheint man derzeit im Rathaus überwiegend auf den CFC fokussiert zu sein", ärgert sich der 49-Jährige.

Laut Hechfellner nehmen seine Vereinsmitglieder jährlich an bis zu 15 Rennen teil. "Dazu zählen in der Region unter anderem der Adelsberger Bike-Marathon, der Fichtelberg-Radmarathon des Stadtsportbundes sowie das 24-Stunden-Mountainbike-Rennen rund um den Stausee Rabenstein", berichtet Hechfellner. Aber auch bei überregionalen Veranstaltungen wie in Hamburg oder beim sächsischen Fahrradfest in Dresden sei man bereits dabei gewesen. Ein offizielles Training gebe es im Verein nicht. "Wir hatten versucht, einmal wöchentlich gemeinsam in die Pedale zu treten. Doch aufgrund der unterschied- lichen Arbeitszeiten der Vereinsmitglieder haben wir das nicht lange durchgehalten", erläutert der 49-Jährige.

Nicht geklappt habe es bisher ebenso mit einem regelmäßigen Training für den Nachwuchs. "Uns fehlt schlicht und einfach ein Trainer. Wir würden uns deshalb über jeden Interessenten freuen und ebenso über neue Mitglieder", betont der Vorsitzende. Auch er ist heiß auf die deutsche Straßenradsport-Meisterschaft Ende kommenden Monats in Chemnitz. "Es wurde Zeit, dass die Titelkämpfe hier stattfinden. Chemnitz ist schließlich schon immer eine Radsport-Stadt gewesen", unterstreicht Hechfellner. Sein Verein werde sich mit für die Absicherung des Großereignisses engagieren, indem unter anderem Streckenposten gestellt werden.

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