Deutlich am Ziel vorbei

Die Eishockeyspieler aus Chemnitz wollten bei einer TV-Aktion Geld gewinnen. Geklappt hat das nicht - trotz Unterstützung.

Es hat schon was von Ironie: Zwei Wochen lang waren Redakteure, Mitarbeiter und Moderatoren des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR) in tropischer Hitze unterwegs, um nachmittags von zwei bis vier Uhr Vereine in ganz Mittelsachsen zu besuchen. Zur heißesten Zeit des Tages also standen sie auf Marktplätzen oder Pferdekoppeln, um Menschen zu interviewen und zu zählen. Denn Sinn der Aktion war: Welcher Verein am Ende die meisten Leute mobilisieren kann, gewinnt 5000 Euro.

Die Ironie dabei: Ausgerechnet am ersten etwas milderen Tag mit Temperaturen unter 30 Grad Celsius mussten Moderatorin Janet Eger und ihr Team in die Eishalle. In die des Eissportzentrums in Chemnitz nämlich, wo am gestrigen Freitag der "MDR Vereinssommer" letztmalig Station machte. Die Crashers, die Eishockeyspieler des Eissportvereins (ESV) hatten sich für die Aktion beworben und ein ehrgeiziges Ziel verfolgt: Sie mussten mindestens 1905 Menschen in und an die Halle bringen. Einen weniger hatten am Dienstag nämlich die Pferdesportler des RFV Pulsnitz mobilisieren können.

Das Preisgeld, so sagte Crashers-Vorstand Torsten Buschmann im Vorfeld, könne der Verein sehr gut brauchen, um zum Beispiel dringend benötigte Trainer zu finanzieren. Und es sah auch gut aus, dass sie ihr Ziel erreichen. Mit einer Eisdisko hatten die Crashers die Besucher angelockt, die kamen in Strömen, um nach der Rekordhitze der vergangenen Tagen etwas Abkühlung auf der Eisfläche zu finden. Vor der Halle gab es zudem Bier aus dem Hahn und Wurst vom Grill, eine Hüpfburg und noch mehr, was den letzten Ferientag zu einem Erlebnis macht. Der Andrang war sogar so groß, dass das planmäßige Ende der Eisdisko um eine halbe Stunde nach hinten verlagert wurde. Auch viele Sportler anderer Vereine hatten sich am Eissportzentrum eingefunden, um den Crashers bei ihrer Mission zu helfen. Mit Lea-Sophie Klik war sogar eine Junioren-Vizeweltmeisterin darunter. "Ich finde die Aktion super und bin sozusagen der Beitrag des Leichtathletikclubs", sagte die junge Weitspringerin mit einem Augenzwinkern. Auch einige Fußballer und natürlich Eiskunstläufer waren vor Ort, um mitzuhelfen.

Nach einigen Live-Schalten ins MDR-Studio, bei denen sich Moderatorin Eger mit Pudelmütze auf dem Kopf auch mal im Toreschießen mit Schläger und Puck versuchte, kam kurz vor 16.30 Uhr schließlich der Moment der Wahrheit: Der Sieger des "Vereinssommers" wurde verkündet. Während die Zuschauer vor den Fernsehgeräten eine Grafik sahen und mitverfolgen konnten, ob es denn nun gereicht hat, mussten sich die Fans in der Eissporthalle mit dem Ton aus dem Fernsehstudio begnügen und die Ohren ganz genau spitzen, um das Ergebnis zu erfahren. Deutlich zu vernehmen war dabei vor allem der Jubel aus Pulsnitz, denn die Reitsportler waren ins Studio zugeschaltet, was wiederum über die Lautsprecher in Chemnitz zu hören war.

"Wir haben 1048 Leute in die Halle bekommen", sagte Torsten Buschmann schließlich. "Das hat nicht zum Sieg gereicht, macht uns aber trotzdem stolz." Und während man sich beim Reitverein auf eine lange Sause vorbereitete, wurde an der Eissporthalle so langsam die Dekoration abgebaut. Wichtiger als diese Aktion ist den Crashers aber ohnehin die anstehende Saison.

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