Die CFC-Mannschaft und ihre Botschaft an die Gläubiger

Der Regionalliga-Spitzenreiter setzt die Saison am Mittwoch mit dem Auswärtsspiel gegen Altglienicke fort. Weitere Siege wären nicht nur für den Tabellenstand von Bedeutung.

Ein Punktspiel gegen einen Kontrahenten, der die Bezeichnung "Volkssportgemeinschaft" trägt, hat der Chemnitzer FC auch noch nicht bestritten. Am Mittwoch um 18.30 Uhr wird es im Berliner Jahnsportpark aber so weit sein. Die Himmelblauen, Spitzenreiter der Regionalliga Nordost, treten gegen die Volkssportgemeinschaft (VSG) Altglienicke an. Insolvenz hin oder her, eine Übernachtung muss drin sein: Der CFC will sich bestmöglich auf diese Begegnung vorbereiten und fährt bereits heute in die Hauptstadt, wie Cheftrainer David Bergner am Montag ankündigte. Personell kann der Coach aus dem Vollen schöpfen, nur hinter Fabian Müller (Achillessehnenprobleme) steht ein Fragezeichen, so Bergner.

Mit dieser Partie starten die Chemnitzer in eine heiße Phase, die der Monat September für den Verein bereithält. Neben vier Punktspielen, darunter der Heimkracher gegen Lok Leipzig (29. 9.) steht ein Termin ins Haus, der über die weitere Existenz des Clubs entscheiden dürfte: die Gläubigerversammlung am 26. September. "Mit weiteren Siegen wollen wir als Mannschaft ein Zeichen setzen - nicht nur an die Gläubiger, sondern auch an Sponsoren, die mit ihrer Unterstützung für den Verein noch zögern, und an die Stadt", sagte CFC-Stürmer Daniel Frahn am Montag. Das Team beschäftigt sich ihm zufolge ansonsten nicht mit den Dingen rund um das Insolvenzverfahren, sondern konzentriere sich weiter auf seine sportlichen Aufgaben.

Und die werden nicht einfacher. Selbst bei der Volkssportgemeinschaft in der Hauptstadt hängen die Trauben hoch. Altglienicke verfügt über eine Mannschaft mit Voll- profis - nur ein Spieler ist beruflich bei der Feuerwehr tätig und will dem Spitzenreiter aus Sachsen mit seinem Team die Hölle heißmachen. Dabei kommt es auch zum Duell zweier Torjäger zwischen Daniel Frahn auf Chemnitzer und Ex-CFC-Angreifer Benjamin Förster auf Altglienicker Seite. Frahn verneinte die Frage, ob er Förster am Mittwochabend so richtig zeigen will, wo der Hammer hängt. "Ich freue mich für Benny, dass er wieder fit ist. In letzter Zeit konnte er sein Können wegen mehrerer Verletzungen nicht unter Beweis stellen", sagte der 31-Jährige stattdessen.

Dass der CFC von der Konkurrenz gern als FC Bayern München der Regionalliga bezeichnet wird, interessiert die Mannschaft nicht, betonte Frahn. "Wer das sagt, will nur von sich selbst ablenken. Wir ziehen aus solchen Äußerungen weitere Motivation", fügte der gebürtige Potsdamer hinzu. An dem bisher erfolgreichen Saisonverlauf mit sechs Siegen in sechs Begegnungen haben längst nicht nur die Stammspieler ihren Anteil, unterstrich Frahn. "Diejenigen, die wenig zum Einsatz kamen, verhalten sich sehr professionell. Es würde bei uns nicht funktionieren, wenn sie nicht jeden Tag Gas im Training geben würden. Denn dann müssten wir nicht so gut spielen, um unsere Stammplätze zu behalten", gab der 31-Jährige zu bedenken. Im Kader gebe es keinen Stinkstiefel, dafür legt Frahn seine Hand ins Feuer. "Wenn es einen geben würde, hätte ich das längst gemerkt. Im Verlauf meiner langen Karriere habe ich ein Gefühl dafür bekommen", ergänzte Frahn.

Einer der CFC-Kicker, die bisher vergeblich auf einen Stammplatz gehofft haben, ist Ioannis Karsanidis. Der in Nürnberg geborene Grieche war im Sommer von den Würzburger Kickers nach Chemnitz gewechselt. "Ioannis wird durch seine außergewöhnliche Laufstärke, seine Aggressivität und seinen Siegeswillen unserem defensiven Mittelfeld eine weitere sehr wichtige Komponente hinzufügen", hatte CFC-Sportvorstand Thomas Sobotzik damals erklärt.

In den bisherigen Punktspielen musste Karsanidis jedoch lange von der Bank aus zuschauen, wurde fast ausschließlich erst zwischen der 80. und 90. Minute aufs Feld geschickt. Schlechte Laune verbreiten er und die weiteren Reservisten deshalb nicht, versicherte der Grieche gestern. "Alle, die auf der Bank hocken, freuen sich, wenn Tore für uns fallen. Das Team steht auch für mich im Vordergrund", sagte der 25-Jährige. Trainer Bergner gebe ihm das Gefühl, wichtig zu sein. Schafft er bald den Sprung in die Startelf? "Keine Ahnung, wie sich die Sache entwickelt. Bisher haben wir alles gewonnen, deshalb gibt es für den Trainer wenig Grund zu wechseln", bemerkte Karsanidis.

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