"Die Gegner haben sich besser entwickelt als wir"

Die Chemnitzer American Footballer sind aus der Oberliga abgestiegen und stehen vor einem Neuanfang. Der Trainer zeigt sich selbstkritisch.

Als alles schon vorbei war, legten die Crusaders noch einmal richtig los. Im entscheidenden Spiel um den Verbleib in der Oberliga lagen die Chemnitzer American Footballer kurz vor Schluss gegen Spandau deutlich zurück, der Abstieg war besiegelt. Und genau dann gelang ein selten gesehener Trickspielzug zum Ehrenpunkt. "Das war noch mal ein schöner Moment, die Zuschauer haben applaudiert", berichtet Trainer Ralph Dietrich.

Dennoch: Nach der 8:28-Niederlage vom Sonntag stehen die Kreuzritter vor einem Scherbenhaufen. Vor der Saison hatten sie angekündigt, um die vorderen Plätze, vielleicht sogar um den Aufstieg mitspielen zu wollen. Nach neun von zehn Spieltagen sind sie abgeschlagen Tabellenletzter und müssen den Gang in die fünfte Liga antreten. "Die Jungs waren natürlich traurig und geknickt. Wir hatten ja bis zuletzt gehofft, dass wir es irgendwie schaffen", so Dietrich. Eine minimale Chance, weiter in der vierten Liga anzutreten gebe es noch. Falls die Liga erneut neu zusammengestellt wird, könnte ein Platz frei sein, so Dietrich. "Aber darauf setzen wir nicht."

Der Coach spricht von einer miserablen Saison seines Teams. Nach den Ursachen gefragt, ist er ein Stück weit ratlos. "Wir sind nicht schlechter geworden. Aber wir haben mit der Entwicklung der Liga und der Gegner nicht mitgehalten." Seine Spieler nimmt er dabei in Schutz. "Vielleicht haben ja auch die Trainer Fehler gemacht."

Der Männermannschaft steht nun ein Umbruch bevor. Einige Akteure hätten schon vor der Saison angekündigt, wegen beruflicher und privater Verpflichtungen künftig kürzer treten zu wollen, berichtet der Trainer. Zu ihnen könnten sich nach dem Abstieg weitere erfahrene Spieler gesellen. "Wir werden ein paar alte Hasen verlieren", so Dietrich.

Er selbst habe indes nicht vor aufzuhören. "Wenn man mich im Verein weiterhin möchte, mache ich weiter", sagt der Coach. Sorgen um die Zukunft der Kreuzritter mache er sich nicht. "Wir haben eine sehr gute Struktur im Verein." Drei Nachwuchs-Teams sind regelmäßig im Einsatz, eventuell melde man demnächst eine vierte Mannschaft für den Spielbetrieb an, sagt Dietrich. "Der Nachwuchs ist gesichert." Die Mannschaft für die kommende Saison werde folglich ein deutlich jüngeres Gesicht haben.

Das sollen die Zuschauer schon im letzten - leider bedeutungslosen - Saisonspiel Ende kommender Woche zu sehen bekommen. Er habe öffentlich angekündigt, dass in dieser Partie gegen Magdeburg nicht um jeden Preis auf Sieg gespielt werde. "Wir wollen stattdessen den jungen Akteuren mehr Einsatzzeit geben. Das bringt uns für die kommende Saison mehr", sagt Dietrich. Im Neuaufbau sehe er auch Chancen. "Vielleicht musste das jetzt einfach mal sein."

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