Die Jena-Besieger des CFC: Was aus dem Drittligateam wurde

Wenn der Chemnitzer FC am morgigen Samstag zum Ostderby gegen Carl Zeiss antritt, ist das für fast alle aus dem Gastgeberteam eine Premiere. Die letzten Duelle bestritten andere. Doch die sind nach dem Abstieg abgewandert.

Chemnitz gegen Jena. Das Ostduell der 3. Liga elektrisiert die Fans nicht nur, weil das Derby eine lange Tradition hat. Sondern auch, weil es ein echtes Kellerduell ist - am 9. Spieltag treffen die einzigen zwei Mannschaften aufeinander, die noch keinen Sieg geholt haben.

Zuletzt standen sich beide Teams in der Saison 2017/18 gegenüber. Am 4. Spieltag gab es in Jena ein 1:1, das Rückspiel endete 1:0 für den CFC, der am Ende in die Regionalliga absteigen musste - auch aufgrund der Insolvenz und eines Neun-Punkte-Abzuges. Von der damaligen Mannschaft ist nur ein Mann übrig - allerdings ist das kein Spieler. Doch wo sind die Mitglieder des Drittligateams 2017/18 hin? "Freie Presse" gibt einen Überblick.

Die Torhüter: Der damalige CFC-Stammkeeper Kevin Kunz wird das Spiel der Chemnitzer gegen Jena am 3. Februar 2018 wohl für immer in Erinnerung behalten - wenn auch nicht in guter. Damals verletzte sich der Torhüter nach einem Zusammenprall schwer und musste schon nach wenigen Minuten ausgewechselt werden. Mit seiner Schulterverletzung musste Kunz lange pausieren, erst in den letzten Spielen der Abstiegssaison kehrte er zwischen die Pfosten zurück. Im Sommer 2018 wechselte er zu Austria Lustenau in die 2. Liga Österreichs, wo er seitdem Stammtorhüter ist, derzeit aber gegen den Abstieg kämpft.

Vertreten wurde Kunz im Frühjahr 2018 von Kevin Tittel. Der gebürtige Hamburger überzeugte vor allem nach seiner Einwechslung gegen Jena, wo er den 1:0-Sieg festhielt, kassierte dann in elf Spielen 25 Gegentore. Im Sommer 2018 wechselte er zum VfB Lübeck, wo sein Vertrag in diesem Jahr nicht verlängert wurde. Nach einem erfolglosen Probetraining in Erfurt ist Tittel derzeit vereinslos.

Die Abwehrspieler: Beim 1:1 in Jena spielten Jan Koch (jetzt Energie Cottbus), Maurice Trapp (VfL Osnabrück), Laurin von Piechowski (SV Rödinghausen), Fabio Leutenecker (Türkgücü München) und Kapitän Marc Endres, der erst am vergangenen Montag mit seinem neuen Verein, der Spielvereinigung Unterhaching, gegen den CFC mit 2:1 gewann - dort wieder als Kapitän.

Im Rückspiel stand eine komplett andere Abwehrreihe auf dem Platz: Neben CFC-Eigengewächs Tom Scheffel (heute VSG Altglienicke) verteidigten Alexander Dartsch (ZFC Meuselwitz) sowie die Winterneuzugänge Marcus Hoffmann (Viktoria Berlin) und Mikko Sumosalu, der nach dem Abstieg in seine finnische Heimat ging.

Die Offensivspieler: Die einzigen CFC-Feldspieler, die in beiden Partien der Saison 2017/18 gegen Jena in der Startelf standen, waren die Mittelfeldakteure Dennis Grote, Julius Reinhardt und Florian Hansch. Publikumsliebling Grote blieb auch nach dem Abstieg in Chemnitz, schaffte mit dem CFC den Wiederaufstieg und ging dann in seine Heimat zurück. Mit Rot-Weiß Essen spielt er aktuell in der Regionalliga West um den Aufstieg mit, zudem hat er mit seinem Team gerade erst Drittligist KFC Uerdingen aus dem Verbandspokal-Wettbewerb gekegelt. Julius Reinhardt gehört mittlerweile zum Stammpersonal beim FSV Zwickau, Florian Hansch sitzt bei Drittliga-Tabellenführer Hallescher FC auf der Reservebank.

Im Hinspiel in Jena waren zudem Okan Aydin und Daniel Frahn in der Startelf. Aydin kickt mittlerweile bei Austria Klagenfurt in der 2. Liga Österreichs. Frahn, der in Jena den Treffer zum 1:1 erzielte, klagt aktuell vor dem Arbeitsgericht gegen seine fristlose Kündigung beim CFC (siehe Bericht auf Seite 9 in dieser Ausgabe).

Beim 1:0 gegen Jena im Rückspiel saß Frahn zunächst auf der Bank, stattdessen stürmten Miroslav Slavov (spielt jetzt beim lettischen Tabellenführer FC Riga) und Björn Kluft (inzwischen bei Oberligist TVD Velbert gelandet). Den Treffer zum ersten Erfolg nach acht sieglosen Spielen in Folge erzielte damals aber ein anderer: Tom Baumgart traf zum 1:0 gegen Jena. Der 21-Jährige ist mittlerweile auf dem besten Weg, bei Zweitligist FC Erzgebirge Aue zum Stammspieler zu werden.

Die Trainer: Die Saison 2017/18 startete der CFC mit Horst Steffen als Cheftrainer. Nach nur fünf Siegen aus 23 Spielen wurde der ehemalige Bundesligaspieler zum Jahreswechsel entlassen. Mittlerweile trainiert er den SV Elversberg, mit dem er in der Regionalliga Südwest auf Rang 3 steht. Steffens Nachfolger in Chemnitz wurde David Bergner. Er konnte den Abstieg nicht verhindern, schaffte ein Jahr später aber den direkten Wiederaufstieg, bevor er vor zwei Wochen von seinem Posten zurücktrat. Co-Trainer beider Chefs war übrigens Sreto Ristic - der aktuelle Interimscoach ist also der einzige, der vom damaligen Team übrig geblieben ist.

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