Die wahrscheinlich sportlichste Familie von Chemnitz

Mehrere hundert Frauen, Männer und Kinder haben im Sportforum das Deutsche Sportabzeichen abgelegt. Für die Molles gab es eine Sonderehrung.

Als Frank Molle in der Leichtathletikhalle die 80 Zentimeter hohe Latte überspringt, bekommt er Applaus. Der 71-Jährige hat den ersten Schritt zu seinem Ziel geschafft. Und das mit großer privater Unterstützung: Der Senior ist quasi der Kapitän einer Familien-Mannschaft, die sich am Samstagvormittag im Sportforum eingefunden hat. Dorthin hatte der Stadtsportbund Chemnitz alle Aktiven eingeladen, die das Deutsche Sportabzeichen ablegen wollen. Es gilt als die höchste Auszeichnung außerhalb des Wettkampfsports (siehe Info-Kasten). Rund 650 Frauen, Männer und Kinder folgten dem Aufruf. Darunter waren gleich sechs Personen mit dem Nachnamen Molle.

Und das kam so: Frank Molle hat das Abzeichen gemeinsam mit seinem 33-jährigen Sohn Martin im vergangenen Jahr zum ersten Mal geschafft. "Da haben wir entschieden, wir machen das 2016 noch mal und überreden die anderen." Die anderen, das sind der zweite Sohn Thomas, Tochter Manja und deren Ehemann Tilo. Und die brachten gleich auch noch ihren 16-jährigen Sohn Franz mit - den Enkel von Frank - und das erst zweieinhalb Jahre alte Töchterchen Alma, das ebenfalls schon mal ein paar Bälle warf. Drei Generationen einer Chemnitzer Familie standen so am Samstagvormittag bereit, um sich beim Laufen, Springen und Schwimmen prüfen zu lassen. Die Familie gewann damit die Generationen-Wertung des Stadtsportbundes. "Wir machen das aus Spaß, haben aber auch Ehrgeiz", sagt der 45-jährige Tilo. Und der 40-jährige Thomas ergänzt: "Der Reiz an der Sache ist ja auch, dass man sich mal in vielen Sportarten ausprobieren kann."

Viel Überredungskunst brauchte der Familiensenior nicht, berichten Kinder und Enkel unisono. "Wir sind ja eine sportliche Familie", sagt Martin. Der 33-Jährige - eigens aus seiner neuen Heimat München angereist - läuft Marathon. Alle anderen spielen in Vereinen Tischtennis. "Und so oft es klappt, gehen wir gemeinsam wandern oder auf Radtour", ergänzt Frank. Ehefrau Irmgard verzichtete zwar auf das Ablegen des Sportabzeichen. Mit Bergwandern, Schwimmen, Radfahren und Langlauf ist die Liste der sportlichen Aktivitäten der 69-Jährigen aber ebenfalls beachtlich.

Kein Wunder also, dass nach fünf Stunden schwitzen, kämpfen und gegenseitigem Anfeuern sechs Molles das Sportabzeichen geschafft hatten. Darauf folgte die intensive Auswertung, berichtet Martin. "Wir haben im Garten gemütlich gegrillt und uns ein Bier genehmigt." Dabei sei auch ein Entschluss gefasst worden. "Wir wollen nächstes Jahr wieder teilnehmen", kündigt Martin an. Dann soll das Molle-Team noch größer sein: Der zweite Sohn von Manja und Tilo, Marius, fiel dieses Mal nur wegen einer Verletzung aus. Auch er dürfte dann die Prüfungen für das Sportabzeichen schaffen: Marius ist Fußballer.

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