Dreifacher Torschütze Frahn rettet dem CFC den Sieg

Die Himmelblauen haben ihr Auswärtsspiel in Halberstadt mit 4:2 gewonnen und den sechsten Sieg im sechsten Spiel eingefahren. Dennoch übten Trainer und Spieler Kritik.

Am Ende war also doch der Normalfall eingetreten. Die jugendliche Unbekümmertheit aus dem Vorharz zog gegen den wirtschaftlich und sportlich überlegenen Chemnitzer FC den Kürzeren. Dabei lag zwischendurch eine große Überraschung in der Luft.

VfB-Trainer Maximilian Dentz probierte es zunächst mit einer Dreierkette, musste gegen hoch verteidigende Chemnitzer aber schon nach zehn Minuten auf Viererkette umstellen: "Wir wollten mehr Zugriff bekommen", so der 29-Jährige. Die Partie im Friedensstadion war noch jung, da war den rund 1000 Zuschauern schon bewusst: Hier trifft ein extrem motivierter Außenseiter auf einen selbstsicheren Aufstiegskandidaten. Tempo, Aggressivität und Leidenschaft lagen bei beiden Mannschaften im oberen Bereich.

Anfangs konnte sich Germania kaum aus der eigenen Hälfte befreien, das Team von Gästetrainer David Bergner drückte auf einen frühen Treffer. Zwei individuelle Fehler der Halberstädter leiteten diesen dann auch ein: Nach einem eigenen Einwurf verloren die Gastgeber den Ball und verteidigten zu zaghaft. CFC-Spieler Tobias Müller traf mit einem präzisen Schuss ins Tor (12.). Kurz danach hatte sein Teamkollege Daniel Frahn den zweiten Treffer für den CFC auf dem Fuß. Halberstadts Torwart Till Brinkmann war jedoch zur Stelle (14.).

Spätestens, als der VfB eine tolle Kombination über Kay Michel durch Neuzugang Denis Jäpel abschloss und CFC-Keeper Jakub Jakubov eingreifen musste, war der Underdog auf Augenhöhe (20.). "Wir sind drin, wir sind im Spiel", kommentierte Trainer Dentz. Halberstadts ständiger Unruheherd Jäpel leitete den Ausgleich ein. Als er im Strafraum gefoult wurde, gab es Strafstoß. Kapitän Benjamin Boltze traf zum verdienten 1:1 (29.). Halberstadt hatte jetzt Selbstbewusstsein getankt und wollte mehr. Und Halberstadt bekam auch mehr: Jäpel sicherte sich im gegnerischen Strafraum den Ball und erzielte die Führung (36.). Drei Minuten vor dem Seitenwechsel hatte Lucas Surek sogar die große Möglichkeit zum 3:1.

CFC-Trainer David Bergner gefiel das Auftreten seiner Elf zur Pause gar nicht. "Wir sind trotz Führung sehr pomadig aufgetreten, agierten überheblich", kritisierte er nach dem Spiel. Dem schloss sich Stürmer Daniel Frahn an. "Aus meiner Sicht ist es unverständlich, dass wir den Gegner so ins Spiel zurückkommen lassen", sagte er. Zugleich habe der CFC aber Moral bewiesen, lobte Frahn. "Wir haben gezeigt, dass wir schwierige Situationen meistern können."

Denn nach dem Anpfiff zur zweite Halbzeit zeigte der CFC, dass er gewillt war, auch in Halberstadt als Sieger vom Platz zu gehen. Frahn sorgte bei regnerischem Wetter mit einem flach durch die Mauer geschossenen Freistoß zunächst für den Ausgleich (54.), brachte in den Schlussminuten mit zwei weiteren Treffern sein Team auf die Siegerstraße (81., 86.). Mit dem sechsten Sieg im sechsten Spiel bleiben die Chemnitzer Tabellenführer vor Wacker Nordhausen.

Hattrick-Schütze Frahn sagte nach der Partie über seine Mannschaft: "Wir sind eine intakte Truppe. Im letzten Jahr hätten wir in solchen Partien noch das 1:3 oder 1:4 bekommen. Dieses Jahr will jeder von uns unbedingt gewinnen." Seine Tore führte der 31-Jährige auf Erfahrung und "etwas Glück" zurück und bezog sich damit auf die Szene in der 80. Minute, als sich Halberstadts Abwehrspieler Benjamin Boltze einen Fehlpass leistete und der CFC-Stürmer zum 3:2 traf. Der Matchwinner rief zudem dazu auf, bodenständig zu bleiben. "Es sieht alles einfach und schön aus, weil wir noch kein Spiel verloren haben. Aber wir merken von Woche zu Woche, dass die Gegner alles reinhauen und versuchen, uns Punkte abzunehmen." (mit lumm)

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1Kommentare
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  • 4
    1
    mathausmike
    03.09.2018

    Frahner danke und weiter so!
    Für jede Mannschaft in der Regionalliga Nordost sind die Spiele gegen den CFC die Highlights und es werden alle Kräfte mobilisiert.
    Die bisherige Siegesserie ist deshalb besonders stark!
    Ein Lob auch an den Trainer Bergner,der sich die indis-kutablen Bemerkungen seines Halberstädter Kollegen,nicht bieten ließ!

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