Ein Radsport-Knüller der lauten Art

Beim RSV Chemnitz laufen die Vorbereitungen auf den deutschen Titelkampf im Stehersport - verbunden mit einer großen Hoffnung.

Sie begeben sich gern auf die schiefe Bahn und machen lautstark auf sich aufmerksam: Deutschlands beste Stehersportler werden am 10. und 11. August die Radrennbahn im Sportforum in Beschlag nehmen, um ihre Meister zu ermitteln. Nach den überaus erfolgreichen deutschen Titelkämpfen auf der Straße im vergangenen Jahr hat der RSV Chemnitz damit den nächsten Radsport-Knüller in die Stadt geholt. Dabei können die Teilnehmer, die im Windschatten von laut knatternden Motorrädern fahren, hohes Tempo an den Tag legen. Schließlich gilt die 1950 als Steherbahn errichtete Anlage spätestens nach der rund anderthalb Millionen Euro teuren Sanierung durch die Stadt als besonders schnell. "In Deutschland gibt es nur noch in Bielefeld so eine für den Stehersport errichtete Bahn, die allerdings nicht saniert ist", sagt Andreas Stöß vom RSV-Vorstand.

Man erwarte 18 Rennfahrer beziehungsweise Schrittmacher auf Motorrädern, die den Kampf um Medaillen aufnehmen. Darunter befinden sich die Lokalmatadoren Christian Kux und Ingo Berbig sowie Holger Ehnert und Robert Retschke. "Letztgenanntes Duo rechnet sich einen Platz auf dem Podium aus", berichtet Stöß, der bei den Titelkämpfen als Renndirektor fungieren wird. Nach Aussage des RSV-Vorsitzenden Thomas Lippold können bis zu 5000 Besucher die Wettkämpfe verfolgen. Für sie steht ein saniertes Teilstück der Traversen zur Verfügung. Der Großteil der vor sich hin bröckelnden Zuschauer- ränge ist schon seit vielen Jahren gesperrt. "Wir wären zufrieden, wenn etwa 2500 Besucher zu den Wettbewerben kommen würden. In dem Fall hätten wir die Kosten für die Meisterschaft im Griff", erklärt Lippold. Prinzipiell sei die zweitägige Veranstaltung mithilfe von Sponsoren finanziell abgesichert.

Wie immer vor Wettkämpfen auf der 1950 aus Trümmerschutt errichteten Bahn wird das besondere Interesse dem Wetterbericht gelten. "Wir hoffen sehnlichst auf trockene Witterung. Sobald es anfängt zu regnen oder zu nieseln, müssen wir abbrechen, denn die Gesundheit der Fahrer geht vor", betont Andreas Stöß. Für den Fall, dass Petrus nicht mitspielt, gebe es einen Plan B: "Dann hätten wir noch den 12. August, den Sonntag, als Ausweichtermin zur Verfügung", erklärt der routinierte Mitorganisator.

Im Rahmenprogramm der Deutsche Meisterschaft finden am Samstag unter anderem Bahnrad-Sprintwettbewerbe statt, bei denen Nachwuchstalente gemischte Teams mit Top-Athleten wie Maximilian Levy bilden. Vor dem großen Finale der Steher gibt es ein besonderes Bonbon: einen Demonstrationswettbewerb mit historischen Maschinen. "Die ältesten davon sind über 100 Jahre alt", sagt Andreas Stöß.

Zeitplan 10. August ab 18 Uhr Qualifikationsläufe; 11. August ab 14 Uhr Finalwett- bewerbe mit Rahmenprogramm; Eintritts- karten für 8 Euro am Freitag und 10 Euro am Samstag ausschließlich an der Tages- kasse, Kinder unter 14 Jahren zahlen den halben Preis.

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